Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Rosa Fassade
- Hoher Turm
- Weiße Marmorplatte
- Gebäude der Hải-Bà-Trưng-Schule
Die Geschichte des Ortes
Der hohe Turm erhebt sich über einem katholischen Komplex, der einst das gesamte Grundstück rund um die Kirche einnahm. Daneben befanden sich Wohnräume für Geistliche, Klassenzimmer für künftige kirchliche Helfer und eine Druckwerkstatt, während im Gebäude nebenan heute die Hải-Bà-Trưng-Schule arbeitet. Die heutige Fassade und der Turm entstanden erst nach der ursprünglichen Kirche; im Inneren ist am Altar der Gottesmutter das helle marmorne Grabmal des Mannes erhalten, der diese Gemeinde aufgebaut hat.
Der vollständige Name der rosa Kirche lautet Kirche des Heiligsten Herzens Jesu der Gemeinde Tân Định. Das Herz steht hier für das katholische Bild von Christi Liebe und Opfer, und Tân Định ist der Name der Gemeinde und des benachbarten Viertels. In der Kirche werden weiterhin Messen gefeiert; die rosa Farbe, die sie zu einem Wahrzeichen für Touristen machte, erhielt sie erst im Jahr neunzehnhundertsiebenundfünfzig.
Die erste Kirche an diesem Ort errichtete der französische Missionar Donatien Éveillard – ein Pfarrer, der den örtlichen Waisen Bildung und ein Handwerk vermitteln wollte, von dem sie leben konnten. Bereits im Jahr achtzehnhundertfünfundsechzig kaufte er auf eigene Kosten in Frankreich eine kleine Druckpresse, Lettern und Zubehör. Es gab niemanden, der damit arbeiten konnte. Die ersten Schüler waren zwei Waisen im Alter von dreizehn bis fünfzehn Jahren. Éveillard lernte selbst von den Druckern Saigons und gab deren Verfahren an die Jungen weiter. Das Papier musste zunächst angefeuchtet, dann getrocknet und Blatt für Blatt auf die von Hand eingefärbte Druckform gepresst werden.
Im Jahr achtzehnhundertvierundsiebzig wurde Éveillard zum Pfarrer von Tân Định ernannt und brachte die Maschinen hierher. Während der Priester Geld sammelte und den Bau der Kirche leitete, entstanden daneben ein Pfarrhaus, eine Schule für kirchliche Helfer und eine Druckerei. Anschließend lud Éveillard die Schwestern vom heiligen Paulus von Chartres ein, bei der Kirche ein Waisenhaus mit Internat zu eröffnen. Bis zum Beginn der achtziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts lebten und lernten hier etwa dreihundert Kinder.
Die Druckerei war Teil dieser Einrichtung. Éveillard vergrößerte die Werkstatt auf ungefähr dreißig Beschäftigte; neben Mönchen arbeiteten dort die Zöglinge des Waisenhauses. Man versorgte sie und brachte ihnen das Setzen, Drucken und Binden von Büchern bei. Ein erwachsen gewordener Schüler konnte in der Werkstatt bleiben oder fortgehen und selbstständig seinen Lebensunterhalt verdienen.
So machte es Đinh Thái Sơn, ein junger Katholik aus Nghệ An, der ohne Handwerk nach Saigon gekommen war. Vier Jahre lang lernte er hier das Buchbinden, erhielt dann Aufträge vom staatlichen Buchlager, sparte Geld und eröffnete seine eigene Druckerei „Phát Toán“. Später gründete er gemeinsam mit dem Unternehmer Lê Phát An eine weitere, „Đồng Hiệp“. In ihren Werkstätten druckte man Zeitungen, Theaterstücke, Volkserzählungen und Bücher in vietnamesischer Sprache. Der Schüler der kirchlichen Buchbinderei wurde zu einem der bedeutenden vietnamesischen Verleger Saigons.
Éveillard selbst war bis zum Beginn der achtziger Jahre bereits seit fast zwei Jahren schwer krank. Er bat darum, von der Leitung der Gemeinde entbunden zu werden, behielt jedoch die Druckerei und bereitete den Priester Jean-François Génibrel darauf vor, die Arbeit fortzuführen. Am fünfzehnten September achtzehnhundertdreiundachtzig starb Éveillard hier. Zwei Tage später wurde er in der von ihm erbauten Kirche vor dem Altar der Gottesmutter beigesetzt, und sein Grab wurde mit einer weißen Marmorplatte verschlossen.
Die Druckerei neben der Kirche gibt es nicht mehr, und die heutige Fassade sowie der hohe Turm entstanden erst nach Éveillards Tod. Die weiße Platte über seinem Grab befindet sich weiterhin im Inneren. Im benachbarten Komplex, in dem die Schwestern Waisen aufnahmen, ist heute die Hải-Bà-Trưng-Schule untergebracht.
Praktisch vor Ort
Aktive Kirche; ein Besuch hängt von den Gottesdiensten und den aktuellen Regeln der Gemeinde ab.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Respektieren Sie die Gottesdienste und den Unterricht der benachbarten Schule; der Zugang zum Inneren kann vom Leben der Gemeinde abhängen. Die alten Druckpressen befinden sich nicht hier und erfordern eine gesonderte Vereinbarung mit dem Museum des Priesterseminars.
