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Worauf achten
- Prunkfassade
- Fensterreihen
- Fahnenmast
Die Geschichte des Ortes
Die lange helle Fassade mit Fensterreihen blickt auf den Kauppatori, darüber ragt ein Fahnenmast auf. Im Inneren der ehemaligen Stadtresidenz der russischen Kaiser sind Prunkräume, ein Thronsaal und Zimmer für ein großes Gefolge erhalten geblieben. Heute befinden sich hier das Arbeitszimmer des Präsidenten und seine Kanzlei; in den Sälen finden Verhandlungen, Empfänge für Diplomaten und Staatsbankette statt.
Im Herbst eintausendneunhundertachtzehn kaufte man für diesen Palast Möbel, die das Haus des finnischen Königs einrichten sollten. Der König selbst war noch nie in Finnland gewesen.
Nach dem Bürgerkrieg entschied das Land, ob es eine Monarchie oder eine Republik werden sollte. Deutschland hatte den Weißen zum Sieg verholfen, seine Truppen blieben in Finnland, und die rechten Abgeordneten hofften, ein deutscher Monarch werde diese Unterstützung bewahren. Das Parlament trat ohne viele Vertreter der unterlegenen Seite zusammen: Ein Teil der linken Abgeordneten war gefallen, geflohen oder in Lagern gelandet. Der König wurde mit vierundsechzig gegen einundvierzig Stimmen gewählt; fünfundneunzig Abgeordnete fehlten.
Am neunten Oktober eintausendneunhundertachtzehn bot man dem hessischen Prinzen Friedrich Karl von Hessen, dem Schwiegersohn des deutschen Kaisers, die Krone an. In Finnland wurde sein Name als Fredrik Kaarle wiedergegeben. Er sollte den jungen Staat mit Deutschland verbinden, nahm die Wahl jedoch nur unter Vorbehalt an: Ein deutscher König konnte Finnland daran hindern, die Anerkennung der Länder zu erlangen, die gegen Deutschland Krieg geführt hatten.
Für seine Familie bestimmte man den ehemaligen Stadtpalast der russischen Kaiser am Kauppatori. Die Wahl war praktisch: Im Inneren gab es bereits Festsäle, den ehemaligen Thronsaal und Räume für das Gefolge. Es fehlte an Einrichtung für das alltägliche Leben. Zwei Architekten des Kaufhauses Stockmann reisten durch Europa, um Möbel zu suchen. Sie wählten schlichte Stücke aus Mahagoni- und Nussbaumholz aus und bestellten finnische gewebte Teppiche. Beamte stellten ein Ankunftsprogramm zusammen, und aus Helsinki entsandte Lehrer unterrichteten den fünfzigjährigen Prinzen in finnischer Geschichte, Staatsordnung und den Fällen der finnischen Sprache.
Während Friedrich Karl von Hessen sich auf den Umzug vorbereitete, verlor Deutschland den Weltkrieg. Der deutsche Kaiser dankte ab, die Truppen verließen Finnland, und der Schutz eines besiegten Landes wurde für den neuen Staat zum Hindernis. Am vierzehnten Dezember verzichtete der Prinz auf die Krone und blieb auf seinem deutschen Gut. Den Palast sah er nie. Der finnische Staat kaufte die für ihn vorbereiteten Möbel nicht: Stockmann verkaufte die Schränke, Tische und Sessel an private Käufer.
Bei den folgenden Wahlen errangen die Anhänger der Republik die Mehrheit. Der Jurist Kaarlo Juho Ståhlberg, der an der Ausarbeitung der republikanischen Verfassung beteiligt gewesen war, wurde Finnlands erster Präsident. Am dreißigsten Juli eintausendneunhundertneunzehn leitete er hier die erste Regierungssitzung unter dem Vorsitz des Präsidenten und empfing anschließend hohe Beamte und Diplomaten. Nach einer Renovierung, die im Jahr eintausendneunhunderteinundzwanzig abgeschlossen wurde, wurde der ehemalige kaiserliche und nie bezogene königliche Palast offiziell zum Präsidentenpalast.
Die finnischen Präsidenten wohnen nicht mehr hier: Seit eintausendneunhundertdreiundneunzig dient Mäntyniemi als ihre Residenz. Hinter dieser Fassade befinden sich das Arbeitszimmer des Präsidenten, die Kanzlei und Säle für Verhandlungen und Empfänge. Im Staatssaal finden Bankette zu Staatsbesuchen und die Händedrücke beim jährlichen Empfang am sechsten Dezember statt. Die Möbel für Fredrik Kaarle blieben in Privathäusern; der erste Präsidentensaal befindet sich hier.
Praktisch vor Ort
Dies ist ein staatliches Arbeitsgebäude: Hören Sie sich die Erzählung von außen an und rechnen Sie nicht mit einem selbstständigen Eintritt. Während offizieller Veranstaltungen kann der Zugang eingeschränkt sein.
