Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die breite Treppe
- Die Hauptfassade
- Neffs Altarbild
Die Geschichte des Ortes
Seinen heutigen Status erhielt das Gotteshaus mit der Errichtung der Diözese Helsinki: Jetzt ist es eine Kathedrale, die Kirche ihres Bischofs. Es wurde für die schwedisch-finnische lutherische Gemeinde gebaut, als Finnland zum Russischen Kaiserreich gehörte. Die Hauptfassade ist zum Senatsplatz ausgerichtet, und im Inneren befindet sich über dem Altar weiterhin „Grablegung Christi“, die aus Sankt Petersburg als kaiserliches Geschenk geschickt wurde.
Dort, wo die breite Treppe zum Senatsplatz hinabführt, stand bis in die vierziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts die städtische Hauptwache. Der russische Kaiser Nikolaus I., zugleich Großfürst von Finnland, ordnete an, sie zu entfernen. Anstelle des Wachgebäudes entstand eine etwa sechzig Meter breite Treppe. Die Kirche erhielt einen offenen Zugang zum Platz – genau jenen, über den universitäre Prozessionen, Staatsbegräbnisse und Teilnehmer feierlicher Gottesdienste ziehen.
Der Bau begann unter Nikolaus I. im Jahr eintausendachthundertdreißig. Finnland gehörte zum Russischen Kaiserreich, doch die Kirche war für die lutherische schwedisch-finnische Gemeinde von Helsinki bestimmt. Bei der Weihe erhielt sie zu Ehren von gleich zwei Nikolaussen den Namen Nikolaikirche. Der erste war der Kaiser selbst, der den Bau begonnen hatte. Der zweite war sein himmlischer Schutzpatron, Nikolaus von Myra in Kleinasien, den Christen unter anderem als Beschützer der Seefahrer verehren. Die Verbindung des Namens mit einer Hafenstadt war hier passend, doch gewählt wurde der Heilige vor allem als gleichnamiger Schutzpatron des Monarchen.
Nikolaus hinterließ seine Entscheidung auch im Inneren der Kirche. Dem finnischen Künstler Robert Wilhelm Ekman wurde für den neuen Altar das Gemälde „Jesus segnet die Kinder“ in Auftrag gegeben. Ekman arbeitete daran von eintausendachthundertsechsundvierzig bis eintausendachthundertachtundvierzig und rechnete damit, es in der Hauptkirche der Hauptstadt zu sehen. Doch ein Vertreter des Kaisers ordnete an, die Leinwand einer anderen Kirche zu geben. Sie kam in die Alte Kirche von Helsinki, wo sie sich bis heute befindet.
Für den frei gewordenen Platz sandte Nikolaus I. sein eigenes Geschenk – „Grablegung Christi“, gemalt von Timofej Neff, einem Hofmaler aus Sankt Petersburg. Ekman erhielt den Altar einer provisorischen Holzkirche, Neff dagegen den Hauptaltar der Helsinki-Domkirche. Wenn die Kirche geöffnet ist, befindet sich über dem Altar noch immer gerade das kaiserliche Geschenk: Die Menschen beugen sich zur Kommunion vor dem Gemälde, das nicht in der Gemeinde von Helsinki für sie ausgewählt wurde.
Nach der Unabhängigkeit Finnlands verwendete man den Namen Nikolaus nicht mehr, und die Kirche wurde Helsinki-Domkirche genannt. Im Jahr eintausendneunhundertneunundfünfzig wurde die Diözese Helsinki errichtet; die Kirche wurde zur Kirche ihres Bischofs und erhielt ihren heutigen Namen – Helsinki-Domkirche. Nikolaus von Myra ist im offiziellen Namen nicht mehr enthalten. Von der früheren Widmung blieben die sechzig Meter breite Treppe und Neffs Gemälde über dem Altar.
Praktisch vor Ort
Um das Dach zu betrachten, bleibt man besser unten; bewegen Sie sich auf den Stufen vorsichtig. Den Innenraum können Sie nur bei zugänglichem Eingang hinzufügen; ohne ihn geht nichts von der Erzählung verloren.
