Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Niedrige Mehrfamilienhäuser
- Erker
- Türmchen
- Giebel und Balkone
Die Geschichte des Ortes
Huvilakatu bedeutet auf Finnisch „Villengasse“. Der Name blieb vom ursprünglichen Plan erhalten, obwohl fast alle Häuser hier Mehrfamilienhäuser sind.
Im Jahr achtzehnhundertsechsundneunzig setzte sich Leo Mechelin, Vorsitzender des Stadtrats von Helsinki, für die Schaffung eines Gürtels aus Privathäusern am südlichen Stadtrand ein. Wohlhabenden Familien wurde angeboten, fern vom engen Zentrum, inmitten von Gärten, mit sonnigen Zimmern und offenen Balkonen zu wohnen, auf denen Bettwäsche gelüftet wurde. In städtischen Dokumenten nannte man die künftigen Eigentümer „anständige Leute“. Von ihnen wurde noch eine weitere Eigenschaft verlangt: die Fähigkeit, ein Haus von mehreren hundert Quadratmetern und zahlreiche Dienstboten zu unterhalten.
Im Jahr neunzehnhundert teilten die Beamten einen großen Häuserblock durch eine neue Straße und gaben ihr entsprechend der vorgesehenen Nutzung der Grundstücke den Namen Huvilakatu. Der Leiter einer Versicherungsgesellschaft, Edwin Caslin, war der Erste, der sich entschloss, diesen Plan vollständig umzusetzen. Er beauftragte den Architekten Onni Tarjanne mit einem eigenen Haus für eine Familie an der Ecke von Huvilakatu und Merikatu. Bis zum Jahr neunzehnhundertsechs entstand dort das heutige Huvilakatu 1: drei Geschosse, steile Dächer, eine Steinmauer, repräsentative Räume und getrennte Räume für die Dienstboten.
Caslin lebte zwei Jahre lang in seinem riesigen Haus. Dann wechselten Eigentümer, Bewohner und Dienstboten häufig; die feste Familienordnung, für die die Villa gebaut worden war, entstand nicht. Die Stadtverwaltung erkannte inzwischen, dass es in Helsinki zu wenige Familien gab, die solche Häuser bezahlen konnten, während die wachsende Stadt viel mehr Wohnungen benötigte.
Die Bauherren erhielten eine Höhenbeschränkung, errichteten jedoch statt einzelner Herrenhäuser niedrige Mehrfamilienhäuser. Architekten und Baumeister gaben jedem eine eigene Fassade: Sie fügten Erker, Türmchen, Giebel und Balkone hinzu, damit ein großes Mietshaus das Aussehen einer Villa bewahrte. Zwischen neunzehnhundertvier und neunzehnhundertzehn füllten diese Häuser fast die ganze Straße.
Von der Huvilakatu aus stehen die Fassaden unmittelbar am Gehweg. Dahinter verbergen sich Gartenhöfe, die zu den schmalen Gassen Huvilakuja und Pietarinkuja hinausgehen: Das ist der erhaltene Teil der ursprünglichen Planung. Haus Nummer eins wurde für eine einzige Familie gebaut; die übrigen Gebäude wurden von Anfang an in Wohnungen aufgeteilt. Auf dem Straßenschild blieb der Name eines Projekts erhalten, das nur ein einziges Mal verwirklicht wurde.
Praktisch vor Ort
Die Straße ist rund um die Uhr zum Spazieren geöffnet.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist eine Wohnstraße: Fotografieren Sie vom Gehweg aus, betreten Sie keine Hauseingänge und geschlossenen Höfe und respektieren Sie die Ruhe der Bewohner.
