Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Backsteinrote Markthalle
- Offener Marktplatz
- Reihen von Verkaufstischen
Die Geschichte des Ortes
Die backsteinrote Markthalle an dem breiten offenen Platz wurde für verderbliche Lebensmittel eingerichtet: Der frühere unbefestigte Handelsplatz schützte Fleisch, Butter und Milch weder vor Staub noch vor Hitze. Als die Halle im Jahr neunzehnhundertdrei eröffnete, brachte die Stadt die Lebensmittel unter ein Dach und ließ draußen Fisch und Haushaltswaren zurück – Geschirr, Bürsten und Besen. So entstanden nebeneinander zwei unterschiedliche Märkte: In der Halle kaufte man Lebensmittel, auf dem Platz wählte man Dinge für den Haushalt aus. Diese Grenze zwischen den Backsteinmauern und den Tischreihen bestand fast das ganze zwanzigste Jahrhundert hindurch.
Im Sommer neunzehnhundertachtzig schlug Tapio Sademies vor, die auf diesem Platz abgestellten Autos durch Reihen von Verkaufstischen zu ersetzen. Sademies arbeitete in der städtischen Liegenschaftsverwaltung und war für Markthallen und den Straßenhandel zuständig. Seine Aufgabe war es, die Käufer auf den leer gewordenen Platz und in die Backsteinhalle daneben zurückzuholen.
Der Grund für den Niedergang lag in der Organisation des städtischen Handels. Im Jahr neunzehnhundertdrei eröffnete Helsinki hier eine Markthalle, um die Lebensmittel von dem staubigen, ungepflasterten Platz zu entfernen, auf dem Fleisch, Butter und Milch schnell verdarben. Nach der Eröffnung der Halle verbot die Stadt den Verkauf fast aller Lebensmittel im Freien; eine Ausnahme machte sie für Fisch. Auf dem Platz blieben Geschirr, Besen, Bürsten und andere Haushaltswaren, während die Lebensmittel unter ein Dach kamen. Diese Aufteilung sicherte den Händlern bis in die siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts Käufer.
Dann entstanden in der Nähe mehr Büros, die Bewohner begannen, Lebensmittel in gewöhnlichen Geschäften zu kaufen, und die Mieter verließen die Halle. Nach und nach nahmen Autos den Platz ein. Auf einem Foto aus dem Jahr neunzehnhundertsiebzig bedeckt ein Parkplatz ihn fast vollständig. Als Sademies sich der Sache annahm, hatte die Stadt an einer Adresse gleich zwei Probleme: leer werdende Verkaufsstände drinnen und einen Parkplatz draußen.
Sademies übernahm ein Modell, das er in London gesehen hatte. Die Bürger selbst sollten mit ihren eigenen gebrauchten Dingen handeln, ohne dauerhaftes Geschäft und ohne professionellen Warenbestand. Schon im Juli neunzehnhundertachtzig eröffnete die erste Saison. Anfangs kamen die Menschen, um sich diese neue städtische Kuriosität anzusehen: In Finnland kannte man damals Wohltätigkeitsverkäufe und Schulbasare, doch private Verkäufer, die einen Tisch für den Inhalt ihrer Wohnung mieteten, waren selten.
Sademies bestand auf einer Grenze zwischen Flohmarkt und gewöhnlichem Handel. Auf den Tisch durften nur Dinge gelegt werden, die der Verkäufer oder seine Familie benutzt hatte. Neue Waren waren verboten, und die Zahl der Verkaufstage für eine Person war begrenzt. So konnte sich der Platz nicht unmerklich in eine Reihe dauerhafter Läden verwandeln: Der Platz wechselte von einem häuslichen Schrank zum nächsten.
Die Käufer hielten die Idee bald nicht mehr für seltsam. Hietalahdentori etablierte sich als sommerlicher Flohmarkt, und der Verkauf eigener Dinge an einem gemieteten Tisch wurde auch in anderen finnischen Städten üblich. Die Verkäufer konnten den Preis selbst festlegen und die Einnahmen sofort nach Hause tragen; die Stadt überließ den Platz wieder den Menschen und nicht den Autos.
Der benachbarten Halle genügte das nur für kurze Zeit. Anfang der zweitausender Jahre versuchten die städtischen Betreiber, unter ihrem Dach Händler mit Biolebensmitteln zusammenzubringen. Es gab nur wenige Käufer, und im Jahr neunzehnhundertdrei übergab man die Halle Verkäufern von Antiquitäten und Kunstgegenständen. Zehn Jahre später brachte man die Lebensmittel zurück, als die Händler aus der Alten Markthalle am Südhafen für die Dauer der Renovierung einen vorübergehenden Standort brauchten. Bei einigen verdoppelte sich die Zahl der Käufer nach dem Umzug beinahe, und sie wollten nicht mehr zurückkehren. Später konzentrierten sich in der Halle Cafés und Restaurants.
Jetzt lässt sich die alte Regel des Platzes wörtlich ablesen. Hinter den Backsteinmauern werden wieder Lebensmittel verkauft, und draußen legen die Bürger Dinge aus ihren eigenen Wohnungen aus. Zwischen diesen beiden Handelsformen bleibt der Bereich, den Tapio Sademies im Jahr neunzehnhundertachtzig von abgestellten Autos befreite.
Praktisch vor Ort
Mo–Di 8:00–18:00, Mi–Do 8:00–21:00, Fr–Sa 8:00–23:00, So 10:00–18:00; im Sommer findet vor dem Gebäude ein Flohmarkt statt.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Schauen Sie hinein, wenn die Halle geöffnet ist; ob es Straßenverkäufer gibt, hängt vom Tag und von der Jahreszeit ab.
