Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Quadratischer Brunnen
- Zwei Reihen von Steinschildkröten
- Steinstelen
- Ziegelgedeckte Pavillons
Die Geschichte des Ortes
Die Stelen stellte man im Literaturtempel (Văn Miếu) neben der Kaiserlichen Akademie (Quốc Tử Giám) auf, der wichtigsten Schule des Landes, in der künftige Beamte ausgebildet wurden. Hofgelehrte meißelten auf jeder Platte Angaben zu einer Prüfung, ihren Veranstaltern, denjenigen, die einen Grad erhielten, und den Orten ein, aus denen sie kamen. Unter ziegelgedeckten Pavillons tragen Steinschildkröten zweiundachtzig erhaltene Stelen, und zwischen den beiden Reihen liegt der quadratische Brunnen der himmlischen Klarheit. Die Festgewänder und die Ritte auf geschenkten Pferden endeten nach der Zeremonie, die Inschrift blieb.
Hier stehen Steinstelen mit den Namen der Preisträger der Hofprüfungen. Thân Nhân Trung trat zur Hauptprüfung der Lê-Dynastie an, als er vermutlich bereits über fünfzig war. Er strebte eine Stelle im Staatsdienst an: Für einen Menschen, der jahrelang die konfuzianischen Bücher studiert hatte, blieb die Prüfung der einzige Weg zu einem Amt und hohem gesellschaftlichem Ansehen. Ein späterer biografischer Bericht erklärt die Verzögerung mit Armut: Als Junge hörte Thân Nhân Trung den Unterricht von draußen und zog mit einem Stock Zeichen in die Erde; das Geld für die Reise zu den Prüfern gab ihm ein Lehrer.
Im Jahr tausendvierhundertneunundsechzig bestanden von mehreren Tausend Bewerbern zweiundzwanzig. In der ersten Stufe belegte Thân Nhân Trung den höchsten Platz, in der abschließenden Prüfung im Palast erhielt er jedoch nur die dritte Kategorie. Das genügte: Er wurde in die Hofakademie aufgenommen, mit der Abfassung von Erlassen betraut und später an die Spitze der Kaiserlichen Akademie (Quốc Tử Giám), der wichtigsten Schule des Landes, gestellt. Ein Mann, der jahrzehntelang außerhalb dieses Systems geblieben war, leitete es nun.
Fünfzehn Jahre später beschloss Kaiser Lê Thánh Tông, die Prüfungsergebnisse in eine bleibende Aufzeichnung zu verwandeln. Er ordnete an, die ersten zehn Stelen im Literaturtempel (Văn Miếu) aufzustellen, und beauftragte Hofgelehrte, die Inschriften zu verfassen. Thân Nhân Trung schrieb den Text für die früheste von ihnen.
Diese Platte berichtete von der Prüfung des Jahres tausendvierhundertzweiundvierzig. Damals erschienen vierhundertfünfzig Kandidaten, und dreiunddreißig erhielten einen Grad. Nach den Regeln des Hofes wurden ihre Namen vor den Versammelten verkündet, auf einer goldenen Tafel ausgehängt, den Siegern zeremonielle Gewänder verliehen, ein Fest veranstaltet und sie auf geschenkten Pferden nach Hause geschickt. Die Steinaufzeichnung erschien erst zweiundvierzig Jahre später. Der erste Preisträger Nguyễn Trực war zu diesem Zeitpunkt schon seit zehn Jahren tot; die festliche Prozession war längst beendet, und sein Name wurde erst jetzt für die kommenden Generationen eingemeißelt.
Thân Nhân Trung begann die Inschrift mit den Worten, talentierte und tugendhafte Menschen seien die Lebenskraft des Staates. Danach erklärte er den Zweck des Steins strenger. Die Namen sollten die nächsten Kandidaten zum Lernen anspornen und die Preisträger selbst dazu bringen, ihre Taten an dem bereits erworbenen Ruhm zu messen. Der Stein gab offen bekannt, wen man zum Dienst zugelassen hatte; von nun an riskierte jeder Genannte, einen Namen zu beschämen, den man nicht mehr forttragen oder verbergen konnte.
Die Stelen stellte man gerade im Literaturtempel (Văn Miếu) neben der Kaiserlichen Akademie (Quốc Tử Giám) auf, weil sich hier das wichtigste Ausbildungszentrum für künftige Beamte befand. Zwischen zwei Reihen liegt der quadratische Teich Thiên Quang Tỉnh – der „Brunnen der himmlischen Klarheit“. Eine Steinschildkröte trägt die Aufzeichnung einer Prüfung: ihre Umstände, die Namen der Veranstalter, der Preisträger und die Orte, aus denen sie kamen.
Heute stehen um die Himmlische Klarheit zweiundachtzig erhaltene Stelen. Auf ihnen sind eintausenddreihundertvier Menschen verzeichnet, die zweiundachtzig Hofprüfungen von tausendvierhundertzweiundvierzig bis tausendsiebenhundertneunundsiebzig bestanden. Auf der ersten Platte stehen neben den dreiunddreißig Namen noch immer die Worte eines Mannes, der selbst mehr als ein halbes Jahrhundert brauchte, um in eine solche Liste aufgenommen zu werden.
Praktisch vor Ort
Ticketbereich des Literaturtempels (Văn Miếu) und der Kaiserlichen Akademie (Quốc Tử Giám); prüfen Sie Öffnungszeiten und Eintrittskarte am Tag des Besuchs, die offizielle Website befand sich zum Zeitpunkt der Überprüfung im Umbau.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Berühren Sie die Köpfe der Schildkröten nicht: Das beliebte Glücksritual hat den Stein bereits beschädigt. Lassen Sie Ihre Augen sich an die Schnitzereien gewöhnen, um die Details zu lesen.
