Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Reihen von Säulenfundamenten
- Ziegelhöfe
- Brunnen
- Entwässerungskanäle
Die Geschichte des Ortes
Reihen runder Säulenfundamente, Ziegelhöfe, Brunnen und Kanäle liegen unter freiem Himmel an der Stelle, an der einst hölzerne Palastgebäude standen. Das Gelände gehörte zum westlichen Teil der Verbotenen Zitadelle, dem inneren Bereich für die kaiserliche Familie, Höflinge und die den Palast versorgenden Behörden. In einer fünf Meter mächtigen Schicht liegen spätere Höfe über früheren: Unten blieben Holzpfosten und Abflüsse der Festung Đại La erhalten, darauf folgen Schichten aus der Zeit der Lý-, Trần- und Lê-Dynastie. Dachziegel mit dem Namen des Kim-Quang-Palasts, Tischgeschirr und Brunnen zeigen, dass man hier nicht nur Hof hielt, sondern auch lebte und den Palasthaushalt führte.
Im Dezember zweitausendzwei kamen Archäologen des Archäologischen Instituts Vietnams vor den Bauarbeitern hierher. Auf diesem Gelände sollte ein neues Gebäude der Nationalversammlung Vietnams errichtet werden. Die Archäologen sollten den Boden untersuchen und das Gelände fristgerecht freigeben. Sie eröffneten gleichzeitig zwölf Grabungen mit einer Gesamtfläche von etwa zweitausend Quadratmetern – die Arbeit erfolgte hastig, nach dem Zeitplan der künftigen Baustelle.
In den ersten Wochen fanden sich einzelne Ziegel, Dachziegel und Scherben von Geschirr. Nach etwa drei Monaten kamen ganze Reihen von Säulenfundamenten aus dem Boden zum Vorschein. Die Grabungen wurden erweitert, benachbarte Gruben miteinander verbunden. Bis zum Jahr zweitausendvier lag vor den Archäologen ein Gelände von fast neunzehntausend Quadratmetern mit den Fundamenten eines Palastkomplexes.
Die Holzsäulen und Dächer sind längst verschwunden. Unter ihnen blieben runde Auflager aus verdichtetem Kies, steinerne Basen, Ziegelhöfe, Brunnen und Kanäle erhalten. An einer Stelle standen vierzig Stützen in zehn gleichmäßigen Reihen: Sie trugen ein Gebäude mit neun Jochen und einer Länge von mehr als siebzig Metern. Solche Fundamente waren für große Holzhallen nötig, und die Entwässerung erklärt, wie man sie auf dem feuchten Boden des Deltas des Roten Flusses errichtete.
Bauleute verschiedener Dynastien kehrten über Jahrhunderte auf dieses Gelände zurück. In der Tiefe liegen Holzpfosten und Abflüsse der Festung Đại La, die vor der Gründung von Thăng Long bestand. Darüber folgen Paläste aus der Zeit der Lý- und Trần-Dynastie, noch höher Bauten der Lê-Dynastie. Neue Höfe wurden über älteren errichtet; deshalb blieb in einer fünf Meter mächtigen Schicht eine Abfolge von fast dreizehn Jahrhunderten erhalten.
Warum die Paläste gerade hier standen, wurde durch die Lage der Grabung und die gefundenen Gegenstände deutlich. Hundert Meter weiter östlich befand sich der Kinh-Thiên-Palast, der wichtigste Audienzpalast. Dieses Gelände nahm den westlichen Teil der Verbotenen Zitadelle ein – des inneren Palastbereichs, zu dem die kaiserliche Familie, Höflinge und die sie versorgenden Behörden Zugang hatten. Auf Dachziegeln lasen die Archäologen den Namen des Kim-Quang-Palasts. Brunnen, Tischgeschirr und Gegenstände des kaiserlichen Alltags zeigten, dass man hier Hof hielt, lebte und den Palasthaushalt führte.
Die Ausgrabungen begannen als Vorbereitung für den Bau, doch ihr Ergebnis veränderte den Bau selbst. Das neue Gebäude der Nationalversammlung Vietnams wurde daneben errichtet, im südwestlichen Teil des großen Geländes. Die wichtigsten Grabungen blieben erhalten, und im Jahr zweitausendzehn wurde die archäologische Stätte zusammen mit dem zentralen Teil der Kaiserlichen Zitadelle von Thăng Long in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Der Name „achtzehn Hoàng Diệu“ ist eine Adresse. Die Straße trägt den Namen des Statthalters Hoàng Diệu, der die Kaiserliche Zitadelle von Thăng Long während des französischen Angriffs verteidigte; seine Geschichte blieb am Nordtor. Hier wurde die Zahl achtzehn bereits mit einer anderen Wendung verbunden: Die Bauleute kamen wegen eines freien Bauplatzes, und die Archäologen ließen ihnen nur ein benachbartes Gelände. An der Stelle des geplanten Fundaments blieben Reihen von Stützen verschwundener Paläste erhalten.
Praktisch vor Ort
Die Zitadelle ist täglich 08:00–17:00 geöffnet; der Zugang zu den Pavillons und Stegen hängt von der organisatorischen Tagesplanung des Museums ab.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie auf den Stegen und greifen Sie nicht nach dem Mauerwerk: Die freigelegten Materialien sind empfindlich, und die Abfolge der Schichten ist von oben besser zu erkennen.
