Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Hölzerne Figur der Nuestra Señora de Guanajuato mit dem Kind
- Silberner barocker Sockel
- Rose in der rechten Hand
- Grüner Vogel beim Kind
Die Geschichte des Ortes
Auf dem Hauptaltar steht eine hölzerne Figur der Gottesmutter mit dem Kind. Sie gab der Kirche ihren Namen: Nuestra Señora de Guanajuato ist keine Erscheinung der Jungfrau Maria in der Stadt, sondern eine konkrete Skulptur, die man Mitte des sechzehnten Jahrhunderts hierher brachte.
Damals bestand die Stadt Guanajuato aus mehreren befestigten Bergbausiedlungen. Nach der Entdeckung von Silberadern strömten Schürfer, Händler und Minenbesitzer hierher, und der spanische König brauchte einen Mann, der die Streitigkeiten rund um den Abbau klären konnte. Im Jahr eintausendfünfhundertsiebenundfünfzig ernannte Felipe II. Perafán de Ribera zum ersten Richter und Aufseher der örtlichen Minen. Zusammen mit dem Amt erhielt Ribera einen besonderen Auftrag: Er sollte einer Bergbausiedlung ein königliches Geschenk bringen – eine hölzerne Figur der Gottesmutter.
Danach weichen die Dokumente der örtlichen Überlieferung. In den Bergen bei Yerbabuena verloren Ribera und seine Begleiter den Weg. Er war hierher unterwegs, um das neue Amt anzutreten, und trug zudem die Verantwortung für das wertvolle Heiligtum: Zurückzukehren, ohne auch nur einen der beiden Aufträge erfüllt zu haben, hätte bedeutet, gleich zu Beginn seines Dienstes zu scheitern. Ribera nahm die Figur aus der Reisekiste, stellte sie auf eine Militärtrommel, zündete zwei große Kerzen an und bat darum, ihm den Weg zu weisen. Am Morgen sahen die Reisenden zwei Tauben, gingen in die Richtung ihres Fluges und erreichten die Stadt Guanajuato.
Das Geschenk stellte man nicht hier auf. Zuerst übergab man die Figur einer Kapelle bei der Gemeinschaft mexikanischer Indianer, dann brachte man sie in die Kirche der Purépecha-Gemeinschaft, die als erste Pfarrei diente. Dort blieb sie mehr als ein Jahrhundert und erhielt nach und nach ihren örtlichen Namen: Nuestra Señora de Guanajuato. Das königliche Geschenk an die Bergleute wurde zur Schutzheiligen der ganzen Stadt.
Die alte Pfarrkirche drohte unterdessen einzustürzen. Im Jahr eintausendsechshunderteinundsiebzig erwirkte der Pfarrer José Hurtado de Castilla den Beginn des Baus einer neuen Kirche. Die Bewohner der reich gewordenen Bergbausiedlung sammelten das Geld; die Arbeiten dauerten fünfundzwanzig Jahre. Im Jahr eintausendsechshundertsechsundneunzig weihte man die Kirche und brachte die Figur hierher, um die sich bereits eine städtische Gemeinschaft gebildet hatte. Den Titel einer Basilica minor erhielt die ehemalige Pfarrei später, im Jahr eintausendneunhundertsiebenundfünfzig.
Heute steht die hölzerne Skulptur auf einem silbernen barocken Sockel. In der rechten Hand der Gottesmutter ist eine Rose geschnitzt, auf ihrer linken Hand sitzt das Kind mit einem grünen Vogel. Am neunten August gehen Pilger erneut den Weg von Yerbabuena zur Basílica Colegiata de Nuestra Señora de Guanajuato und wiederholen damit den Weg von Perafán de Ribera. Die Route endet vor genau jener Figur, die er in einer Reisekiste zu den Minen brachte.
Praktisch vor Ort
Aktive Kirche; der Zugang für Touristen hängt von Gottesdiensten und kirchlichen Regeln ab.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Treten Sie nur ein, wenn es während des Gottesdienstes angemessen ist, sprechen Sie leise und gehen Sie für ein Foto nicht zum Altar.
