Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das längliche Gerinne des Kanals
- Sich kreuzende Wasserstrahlen
- Vier tiefer gelegene Blumenbeete
- Die Platte im südlichen Portikus
Die Geschichte des Ortes
Der Patio de la Acequia ist nach der Acequia Real benannt: Ihr offenes Gerinne verläuft durch die Mitte des Palasthofs. Im dreizehnten Jahrhundert wurde auf Anordnung von Muhammad I. Wasser aus dem Darro über mehr als sechs Kilometer herangeführt, damit es zuerst die Gärten des Generalife bewässerte und dann zur Alhambra floss. Unter Muhammad II. ermöglichte dieses Wasser, hier einen Landsitz neben einem Gartenbetrieb anzulegen. Die seitlichen Öffnungen des Kanals dienten Gärtnern, die vier vertiefte Blumenbeete unter Wasser setzten; die sich über dem Gerinne kreuzenden Wasserstrahlen kamen erst im neunzehnten Jahrhundert hinzu.
Am zweiten Oktober neunzehnhunderteinundzwanzig übergab Giovanni Pannicotti, der Vertreter von Matilde Giustiniani, der Marquise de Campotejar, dem Staat in diesem Hof drei Schlüssel. An jedem war eine Schleife in den Farben der spanischen Flagge befestigt. Entgegengenommen wurden die Schlüssel von José Bertrán y Musitu, dem stellvertretenden Finanzminister. Pannicotti war gekommen, um den Streit darüber zu beenden, wem der Generalife gehörte. Der Streit hatte fast hundert Jahre gedauert, obwohl seine Ursache drei Jahrhunderte älter war.
Im Jahr eintausendfünfhundertfünfundvierzig verlieh der spätere König Philipp II. Pedro de Granada Venegas das Amt des erblichen Alcaide des Generalife. Der Alcaide war hier ein Verwalter, der über den Palast und das Einkünfte bringende landwirtschaftliche Gut verfügte, auf dessen Erhaltung achtete und jährlich verpflichtet war, hundert Dukaten für Reparaturen auszugeben. Die Familie erhielt das Recht, das Gut auf unbegrenzte Zeit zu verwalten. Von einer Übertragung in ihr Eigentum war zunächst keine Rede.
Die Zweideutigkeit entstand im Jahr eintausendsechshundertzweiundsiebzig. Die Regentin Mariana von Österreich bestätigte die Rechte des jeweiligen Marquis de Campotejar und verwendete in dem Dokument das Wort „Eigentum“. Danach verfügten seine Nachkommen über den Generalife als erblichen Besitz. Auf dem Spiel standen der Palast, die Ländereien und die Ernte der bewässerten Gärten. Für die Familie war dies ein Besitz, der Einkommen brachte und von Generation zu Generation überging; für die Krone war es ein ehemaliges königliches Gut, das einst nur zur Verwaltung überlassen worden war.
Im Jahr eintausendachthundertsechsundzwanzig verlangte der königliche Staatsanwalt die Rückgabe des Generalife. Gerichtsurteile wechselten sich mit Rechtsmitteln ab. Im Jahr neunzehnhundertzwölf erkannte das Gericht von Granada die Krone als Eigentümerin an, doch die Vertreter der Marquis setzten den Streit fort. Erst neun Jahre später stimmte Matilde Giustiniani einem Vergleich zu: Das Haus Campotejar trat den Generalife und die angrenzenden Ländereien an den Staat ab. Im Gegenzug erhielt Matilde den Titel der Marquise von Generalife auf Lebenszeit. Er war nicht vererbbar; nach ihrem Tod im Jahr neunzehnhundertsiebzig erlosch der Titel.
Die Zeremonie fand im zentralen Hof des Palastes statt. Sein Name, Patio de la Acequia, bedeutet wörtlich Hof des Bewässerungskanals. Das längliche Gerinne in der Mitte ist Teil der Acequia Real, die im dreizehnten Jahrhundert auf Befehl des ersten Nasridensultans Muhammad I. vom Fluss Darro herangeführt wurde. Das Wasser legte mehr als sechs Kilometer zurück, gelangte zunächst zum Generalife, versorgte dessen Gärten und Wirtschaftsflächen und floss dann weiter zur Alhambra. Dank dieses Kanals konnte Muhammad II. hier einen Landsitz zusammen mit einem fruchttragenden Gut anlegen.
Die sich über dem Gerinne kreuzenden Wasserstrahlen kamen im neunzehnten Jahrhundert hinzu. Die mittelalterlichen seitlichen Öffnungen dienten einem anderen Zweck: Durch sie setzten die Gärtner vier tiefer gelegene Blumenbeete unter Wasser. Der Kanal brachte genau jenen Ländereien Erträge, um die die Erben des Alcaide und der Staat jahrhundertelang stritten.
Nach der Übergabe wurde ein eigener Patronatsrat des Generalife geschaffen, und im Jahr neunzehnhundertfünfundzwanzig vereinigte man das Gut unter gemeinsamer Verwaltung mit der Alhambra. Im südlichen Portikus ist eine Platte erhalten, die das Ende des Rechtsstreits vermerkt. Vor ihr verläuft die Acequia noch immer von einem Ende des Hofes zum anderen; neben ihr legte Pannicotti die drei Schlüssel auf den Tisch.
Praktisch vor Ort
Generalife im Rahmen der Tagestour: 8:30-20:00 Sommer, 8:30-18:00 Winter.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die heutigen hohen Wasserstrahlen zeigen nicht das ursprüngliche Aussehen des Hofes. Achten Sie auch auf die niedrige Linie des Kanals und darauf, wie die Bögen die ferne Landschaft in den Garten einlassen.
