Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Portikus mit fünf Bögen
- Langes Becken
- Turm über dem Hauptsaal
- Hölzerne Kuppelkopie
Die Geschichte des Ortes
Fünf Bögen an einem langen Becken gaben diesem Bereich seinen Namen. „Palacio del Partal“ geht auf ein arabisches Wort mit der Bedeutung „Portikus“ zurück. Hinter der Galerie lag der Hauptsaal des Palasts, darüber erhob sich ein Turm mit einem Raum, der zum Tal des Darro hin offen war. Aufgrund von Anlage und Ausstattung datieren Forschende den Palast in die Zeit des Emirs Muhammad III., der hier zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts seine Residenz einrichtete.
Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts erinnerte der Palacio del Partal kaum noch an einen Palast. Nach der Eroberung Granadas wurde er an private Eigentümer übergeben; sie richteten die alten Räume als Wohnräume her, mauerten die Bögen zu und verdeckten die mittelalterliche Ausstattung. Für den Staat blieb er ein fremdes Haus innerhalb der Alhambra.
Im Jahr achtzehnhundertfünfundachtzig kaufte Arthur von Gwinner, ein deutscher Bankier, der damals in Madrid tätig war, das Haus, den Garten und die angrenzenden Grundstücke. Seine Bankeinkünfte ermöglichten ihm, jenen Teil der Alhambra zu erwerben, der noch an eine Privatperson verkauft werden konnte. Bald kehrte Gwinner nach Deutschland zurück, und spanische Beamte begannen, auf die Übergabe des Palacio del Partal an den Staat hinzuwirken.
Gwinner erklärte sich bereit, sich von dem gesamten Besitz zu trennen, verlangte jedoch, einen Teil des Hauses behalten zu dürfen. Im oberen Raum des Turms befand sich eine geschnitzte hölzerne Kuppel aus dem frühen vierzehnten Jahrhundert. Am zwölften März achtzehnhunderteinundneunzig übergab der Bankier den Palacio del Partal dem Staat unter der Bedingung, dass er diese Decke abnehmen und nach Berlin ausführen dürfe.
Vor dem Abbau wurde die Kuppel sorgfältig gezeichnet. Im Jahr achtzehnhundertzweiundneunzig verpackte man ihre Paneele für den Transport und setzte sie anschließend in Gwinners Berliner Haus wieder zusammen. Die originale Decke des Nasridenpaläste wurde zur Decke seines privaten Zimmers. Der spanische Staat erhielt den Palacio del Partal selbst; Restauratoren befreiten die zugemauerte Galerie, legten die alte Ausstattung frei und stellten das Becken vor dem Portikus wieder her.
Das weitere Schicksal der ausgeführten Kuppel hing nun von der Familie des Bankiers ab. Im Jahr neunzehnhundertzweiundvierzig zerlegten die Erben sie und versteckten sie in Kisten auf einem Landgut. Das Berliner Haus ging bald bei Bombardierung und Brand zugrunde. Die Kuppel blieb fast vollständig erhalten, obwohl elf von einundvierzig Elementen verloren gingen. Im Jahr neunzehnhundertachtundsiebzig erwarb das Berliner Museum für Islamische Kunst die erhaltenen Teile von Gwinners Nachkommen.
In den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts fertigten spanische Handwerker nach den alten Zeichnungen einen Ersatz für den Turm an. Die hölzerne Kuppel in seinem oberen Raum ist eine Kopie. Das Original, das Gwinner für den gesamten Palacio del Partal erhielt, wird in Berlin aufbewahrt; Portikus, Becken und Palast blieben in Granada.
Praktisch vor Ort
Als Teil des Komplexes; Besucheraufkommen und Zugang können sich ändern.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Begnügen Sie sich nicht mit einem Foto am Wasser: Wechseln Sie mehrere Standpunkte entlang des Beckens und vergleichen Sie das Gebäude selbst mit seiner Spiegelung. Betreten Sie nicht die abgesperrten Bereiche.
