Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Langes Wasserbecken
- Steinbänke
- Stützmauer
- Brunnen mit drei Strahlen
Die Geschichte des Ortes
Der Platz am Hang wird von einer Stützmauer gehalten. Auf der oberen Terrasse stehen Steinbänke, und ein langgestrecktes Wasserbecken zieht sich entlang; unten lässt ein Brunnen drei Strahlen hervortreten. Im neunzehnten Jahrhundert entstand hier in einem geschlossen bebauten Wohnviertel ein offener Winkel; anschließend schütteten städtische Bauarbeiter das Gelände auf und ebneten es ein.
Carvajales ist ein Familienname. Nach der Eroberung Granadas im Jahr eintausendvierhundertzweiundneunzig ließ sich hier ein Zweig des Adelsgeschlechts Carvajales aus Valencia de Don Juan nieder. Alonso Sánchez de Carvajal und Juan de Carvajal nahmen auf der Seite Kastiliens am Krieg teil, und ihre Verwandten erhielten Besitzungen im unteren Albaicín. Der Familienname ging auf den Hang und die Placeta über.
Eine Legende aus Granada versetzt die Brüder Fernando und Gonzalo de Carvajal im siebzehnten Jahrhundert hierher. Beide waren wohlhabende Junggesellen mittleren Alters. Fernando war oft bei ihrem Nachbarn Íñigo de Quirós zu Gast, einem Witwer, der seine zwanzigjährige Tochter Beatriz allein großzog.
Beatriz liebte Tello Enríquez. Er stammte aus einer angesehenen Familie, besaß jedoch kein Vermögen. Íñigo zog den fünfundvierzigjährigen Fernando de Carvajal ihm vor und vereinbarte mit seinem Freund die Heirat. Für Beatriz bedeutete das die Trennung von Tello; für Tello wurde seine Armut zum Grund, aus dem er seine Braut verlor. Beatriz widersetzte sich, und ihre Amme Berta versprach, die Zeremonie zu verhindern.
Als der Priester die Trauung bereits begonnen hatte, trat Tello ein und erklärte, ein Vater könne seine eigene Tochter nicht heiraten. Das konnte nur Berta beweisen. Sie erzählte, dass sie vor zwanzig Jahren bei Íñigo als Amme gedient hatte. Seine Frau starb nach der Geburt, und Berta schlief eines Tages neben dem Säugling ein und erstickte das Mädchen versehentlich mit ihrer Hand. Aus Angst vor einer Strafe entführte sie Fernandos neugeborene Tochter und gab sie als Kind Íñigos aus. So wuchs Beatriz unter einem fremden Familiennamen auf, und ihr wirklicher Vater wäre beinahe ihr Ehemann geworden.
Die Hochzeit wurde abgesagt. Fernando erkannte Beatriz als seine Tochter an, Íñigo verlor das Mädchen nicht, das er großgezogen hatte, und sie heiratete Tello. Berta wurde der Legende nach verziehen. Dokumente, die diese Vertauschung bestätigen, wurden nicht gefunden. Selbst die örtliche Erzählung lässt die Frage offen: Gestand die Amme ein tatsächliches Verbrechen oder erfand sie die Geschichte, um Beatriz vor einer ungewollten Ehe zu retten?
Etwas anderes ist zuverlässig bekannt. Im Jahr eintausendachthundertvierundvierzig bat der Eigentümer eines der hiesigen Häuser der Carvajales, Vizegraf Sancho-Miranda, um die Erlaubnis, das baufällige Gebäude abzureißen; um den Abbruch kümmerte sich die städtische Kommission für Stadtverschönerung. Im neunzehnten Jahrhundert entstand inmitten dichter Bebauung eine offene Placeta. Und im Jahr eintausendneunhunderteinundsechzig errichteten kommunale Bauarbeiter eine Stützmauer, schütteten das Gelände auf und ebneten es ein. So entstand der heutige Aussichtsbalkon mit Steinbänken und einem langen Wasserbecken; unter der Mauer blieb ein Brunnen mit drei Strahlen erhalten. Das Haus verschwand, doch der Familienname seiner Besitzer blieb der Name des Platzes.
Praktisch vor Ort
Eine offene kleine Aussichtsplattform in einem Wohnviertel; kommen Sie besser tagsüber oder vor dem späten Abend.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein öffentlicher Platz innerhalb eines Wohnviertels und keine eigens angelegte Aussichtsterrasse. Versperren Sie nicht die Durchgänge und richten Sie die Kamera nicht auf die Fenster der nächstgelegenen Häuser.
