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St.-Macharius-Kirche

Sint-Machariuskerk

Zeigt, wie sich eine nicht überprüfbare Überlieferung über einen Pilger zu einem festen örtlichen Kult entwickelte.

13 Min.
Fassade der neugotischen St.-Macharius-Kirche mit einem Turm und Bögen aus rotem Backstein und Blaustein.
LimoWreck · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Fassade aus rotem Backstein
  • Kirchenschiff
  • Kanzel aus der früheren Kapelle

Die Geschichte des Ortes

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Rund um das alte Klostergelände entstand ein Arbeiterviertel mit Frachthäfen, einem Viehmarkt, einem Schlachthof und einer Eisenbahn; der frühere Speisesaal fasste seine Gemeindemitglieder nicht mehr. Die Fassade aus rotem Backstein und das geräumige Kirchenschiff entstanden hier im Jahr tausendachthundertachtzig, doch im Inneren blieb die Kanzel aus der Kapelle jenes alten Speisesaals erhalten. Über dem Ort des verehrten Brunnens erklingen heute Konzerte und Vorträge: Die regelmäßigen Gottesdienste endeten im Jahr zweitausendsiebzehn.

Im Jahr tausendelf nahmen die Mönche der St.-Bavo-Abtei einen armen Pilger namens Macharius auf. Er nannte sich einen ehemaligen Erzbischof von Antiochia, stammte nach eigenen Worten aus Armenien und wollte seine Reise nach Westen fortsetzen. Er hatte weder Gefolge noch Mittel; unterwegs war er auf klösterliche Gastfreundschaft angewiesen.

Macharius verließ die Abtei, erkrankte jedoch in der Nähe. Man brachte ihn zurück, und die folgenden fünf Monate lebte er bei den Mönchen. Am zehnten April tausendzwölf starb der Pilger während einer Epidemie, die spätere Texte als Pest bezeichneten.

Die Geschichte seines früheren Lebens lässt sich nicht überprüfen. Der Verfasser der ersten, kurz nach Macharius’ Tod geschriebenen Lebensbeschreibung räumte ausdrücklich ein, über dessen Reisen vor Gent nichts zu wissen. Geschichten über einen östlichen Erzbischof, Folterungen und wundersame Rettungen entstanden später und gehören zur Überlieferung. Der Tod des Pilgers in der Abtei und die Handlungen der Mönche danach sind dagegen wesentlich besser belegt.

Abt Erembold leitete das Kloster, das mit einer anderen großen Genter Abtei konkurrierte – der St.-Peter-Abtei. Reliquien zogen Pilger und mit ihnen Spenden an. Erembold ließ Macharius feierlich in der Klosterkirche bestatten und die ihm zugeschriebenen Wunder aufzeichnen. Die Lebensbeschreibung fügte hinzu, der Pilger habe vor seinem Tod das Ende der Epidemie vorhergesagt. So begann man einen an einer ansteckenden Krankheit Verstorbenen als Schutzpatron gegen sie zu verehren.

Im Jahr tausendsechsundsechzig erreichte Abt Siger die feierliche Erhebung von Macharius’ Gebeinen aus dem Grab in Gegenwart zweier Bischöfe. Das festigte den örtlichen Kult. Kranke kamen zu seinen Reliquien, und Wasser aus dem mit ihm verbundenen Brunnen galt als heilkräftig. Später wurden die Gebeine in die St.-Bavo-Kathedrale überführt, wo sie sich noch heute befinden.

Nach dem Verschwinden der Abtei beteten die Einwohner weiter neben ihren Ruinen. Seit tausendachthundertfünfunddreißig diente der ehemalige Speisesaal des Klosters als Pfarrkirche. Als rund um die Docks, den Viehmarkt, den Schlachthof und die Bahnhöfe ein neues Viertel entstand, reichte ihr Platz für die Gemeindemitglieder nicht mehr aus. Im Jahr tausendachthundertachtzig begann man mit dem Bau der heutigen Kirche aus rotem Backstein und bewahrte den Namen des Menschen, der hier fast neun Jahrhunderte zuvor gestorben war.

Die neue Kirche nahm den Ort ein, an dem sich zuvor der verehrte Macharius-Brunnen befunden hatte. Den Brunnen selbst ersetzte man zunächst durch eine Pumpe, und seine steinerne Abdeckung wurde im Jahr tausendachthundertachtundneunzig in den Garten der Abtei versetzt. Im Inneren der Kirche blieb eine Kanzel erhalten, die für die frühere Kapelle im Speisesaal des Klosters angefertigt worden war.

Seit zweitausendsiebzehn werden hier keine regelmäßigen Messen mehr gefeiert. Im Kirchenschiff finden Konzerte, Vorträge und Ausstellungen statt. Die Reliquien des Macharius werden in der Kathedrale aufbewahrt, die Abdeckung seines Brunnens steht im Abteigarten, und über dem früheren Brunnen befindet sich die Kirche, die seinen Namen trägt.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort13 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittvon außen

Von außen jederzeit zu besichtigen; der Innenraum hängt vom Veranstaltungskalender und von geöffneten Türen ab.

Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Kirche wird als Kulturort genutzt, daher kann der Zugang von der gerade stattfindenden Veranstaltung abhängen. Den Besuch eines Konzerts oder Programms planen Sie bitte gesondert; von außen ist die Größe des Pfarrgebäudes gut erkennbar.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Hier endet der Spaziergang: Über dem früheren Brunnen bleibt der Name des Pilgers, mit dem der örtliche Kult begann.

Stopp 7 von 7Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„An den Ursprüngen von Gent: Flüsse und das Abteiviertel“ — 7 Stopps, etwa 1,2 km, 1,5—2 Std..

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