Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Verzierter Metallzaun
- Ledeganck-Gebäude
- Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Gent
Die Geschichte des Ortes
Das Universitätsmuseum Gent (GUM) eröffnete hier im Jahr zweitausendzwanzig. Die botanischen Sammlungen hatte die Universität viel früher in den Citadelpark verlegt – nach einem jahrelangen Streit darüber, wer einen wissenschaftlichen Garten brauche und wer für ihn zahlen solle.
Der erste Botanische Garten der Universität Gent wurde im Jahr siebzehnhundertsiebenundneunzig bei der ehemaligen Baudelo-Abtei im Stadtzentrum angelegt. Später unterhielt die Stadt ihn, und die Universität nutzte die Pflanzen für den Unterricht. Diese Aufteilung funktionierte schlecht: Die Professoren brauchten Labore und funktionierende Gewächshäuser, der Stadtrat sah darin auch einen öffentlichen Park, und die Reparaturkosten wurden zum Anlass für Rechtsstreitigkeiten.
Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts war der Garten von Fabriken umgeben. Rauch legte sich auf die Pflanzen, die Gebäude verfielen, und der Platz reichte nicht aus. Julius Mac Leod, Professor für Botanik und Direktor des Gartens, erforschte die Bestäubung und die Vererbung bei Pflanzen und unterrichtete Studierende. Absterbende Bäume und defekte Gewächshäuser beeinträchtigten unmittelbar seine tägliche Arbeit.
Im Jahr achtzehnhundertsiebenundneunzig schrieb Mac Leod dem Bürgermeister: Industrieschornsteine stießen von allen Seiten Rauch aus, und die Erfahrung habe bereits gezeigt, wie schwer es sei, Bäume und Sträucher mitten in der Stadt am Leben zu erhalten. Er setzte durch, dass sich der Stadtrat endlich mit dem Umzug befasste.
Eine Kommission wählte ein großes Grundstück im Gebiet Heirnis. Das Land gehörte einem der Leiter der Universitätsverwaltung, und die Stadtzeitungen sprachen von einem Interessenkonflikt. Die Gegner fügten hinzu, die Studierenden müssten zu weit laufen. Der Rat verwarf diese Variante und wies Land bei dem neuen Park aus, der auf dem Gelände der ehemaligen Zitadelle von Gent angelegt worden war. Staat und Stadt einigten sich auf den Verkauf, und die Enteignung der Grundstücke begann.
Der neue Garten fiel kleiner aus als der frühere, dafür erhielt die Universität die vollständige Leitung über ihn und übernahm sämtliche Kosten. Mac Leod konnte über das Gelände als Lehr- und Forschungsstätte verfügen. Der Chefgärtner Julien Buerwenich brachte brauchbare Teile der alten Gewächshäuser herüber, bestellte Pflanzen und Dünger und verlegte Wasserleitungen zum Teich und zur Bewässerungsanlage. Daneben errichtete man das Botanische Institut Julius Mac Leod mit einem Hörsaal, einem Mikroskopiersaal, einem Herbarium, einem Museum und Laboren. Im Jahr neunzehnhundertdrei hielt Mac Leod hier die erste Unterrichtsstunde ab – sechzehn Jahre nachdem er Direktor des alten Gartens geworden war.
Die Stadtbewohner erhielten jedoch einen ganz anderen Park als erwartet. Mac Leod verlangte Stille wie in einer Bibliothek oder einem Hörsaal. Gewöhnliche Spaziergänger wurden sonntagmorgens und während der Gentse Feesten eingelassen. Wissenschaftlern, Studierenden, Schulgruppen, Künstlern und Pflanzenliebhabern blieben die Tore geöffnet. Zum Spazierengehen gab es auf der anderen Straßenseite bereits den Citadelpark; hinter diesem Zaun zog der Professor Material für Unterricht und Forschung heran.
Der Komplex von Mac Leod ist nicht erhalten geblieben. In den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts stieg die Zahl der Studierenden stark an, und die Universität benötigte größere Hörsäle und Labore. Das alte Institut, die Orangerie und die Gewächshäuser wurden abgerissen. An ihrer Stelle entstand das Ledeganck-Gebäude, und die neuen Gewächshäuser wurden weiter in den Garten hinein versetzt. Vom ursprünglichen Ensemble blieb der verzierte Metallzaun erhalten.
Eine der Funktionen des verschwundenen Instituts kehrte dennoch an das frühere Gelände zurück. Zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts waren die Lehrsammlungen der Universität Gent (UGent) auf sieben kleine Museen verteilt; andere Präparate, Modelle und Geräte lagen in Büros, Fluren, auf Dachböden und in Kellern. Um das Jahr zweitausendzehn begannen die Direktoren und Kustoden dieser Sammlungen gemeinsam mit dem Leiter des Gartens und dem Universitätsarchivar, sie zusammenzuführen. Im Westflügel des Ledeganck-Gebäudes wurden Labore zu einem Museum umgebaut.
Der Kustos der zoologischen Sammlung, Dominick Verschelde, veranstaltete seit dem Jahr neunzehnhundertsiebenundneunzig Ausstellungen und Unterrichtsstunden, um die Präparate der Universität der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bei der Gründung des neuen Museums leitete er den Transfer seltener Exponate aus dem Keller in die Dauerausstellung und nahm ihre Restaurierung wieder auf. Nun zeigt man hier den Ablauf wissenschaftlicher Arbeit selbst – Beobachtung, Messung, Zweifel, Irrtum und die Überprüfung einer Schlussfolgerung.
Hinter dem erhaltenen Zaun hält die Universität wieder zwei Sammlungen nebeneinander. Im Garten arbeiten Studierende und Forschende mit lebenden Pflanzen; in den ehemaligen Laboren werden Besuchern Geräte, Modelle und Präparate gezeigt, die früher nur für den Unterricht aus Schränken geholt wurden.
Praktisch vor Ort
Universitätsmuseum: Mo/Di/Do/Fr 09:30–17:30; Mi geschlossen; Sa–So, Feiertage und Schulferien 10:00–18:00; am ersten Donnerstag des Monats bis 22:00. Der Botanische Garten der Universität Gent ist auch mittwochs geöffnet; die Gewächshäuser schließen um 16:30.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Planen Sie keinen Besuch wegen einer garantiert blühenden Amorphophallus-Pflanze: Die Pflanze selbst wählt den seltenen und kurzen Zeitpunkt. Prüfen Sie den Zugang zum Museum und zum Garten getrennt.
