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Khoo Kongsi und Cannon Square

Leong San Tong Khoo Kongsi / Cannon Square

Der Abschluss verbindet den umstrittenen Namen des Platzes mit dem Aufbau des Clan-Komplexes und dem Schicksal seiner früheren Bauten.

25 Min.
Khoo Kongsi Penang Dez. 2006 020
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Worauf achten

  • Der Granithof Cannon Square
  • Die Fassade des Leong San Tong
  • Die Theaterbühne gegenüber dem Tempel
  • Zwei Bambusleisten im Schrein

Die Geschichte des Ortes

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Der Granithof zwischen dem Ahnentempel und der Theaterbühne heißt Cannon Square – Kanonenplatz. Eine Kanone gibt es hier nicht, und alte Zeugnisse widersprechen einander sogar darin, wem sie gehörte. Doch der Name eines der Beteiligten ist an der Fassade vor dem Platz erhalten geblieben.

Khoo Thean Teik war einer der ersten Direktoren von Khoo Kongsi. Er führte die Geschäfte des Clans, verdiente an der Anwerbung neu eingetroffener Arbeiter und war an Opium-Pachtkonzessionen beteiligt – entgeltlichen Rechten auf Einkünfte aus dem Opiumhandel. Zugleich stand er Kian Teik Tong vor, einer Geheimgesellschaft, die vor allem Hokkien-Händler und von ihnen abhängige Menschen vereinte. Seine Stellung und seine Einkünfte beruhten auf demselben Netz aus Bekanntschaften, Schulden und gegenseitigen Verpflichtungen, das die Gesellschaft in eine bewaffnete Truppe verwandeln konnte.

Im August achtzehnhundertsiebenundsechzig kämpften Kian Teik Tong und seine Verbündeten zehn Tage lang in George Town gegen ein feindliches Bündnis. Es waren jene Zusammenstöße, mit denen der Rat des Goddess of Mercy Temple nicht fertigwurde. Hier verlief die Grenze des Gebiets der Leute von Khoo Thean Teik: Eine schmale Gasse zwischen Läden und Clan-Häusern ließ sich leicht absperren.

Nach einer örtlichen Version schossen Kolonialtruppen hierher mit einer Kanone und rissen ein so großes Loch in die Straße, dass die Bewohner den Ort Großes Kanonenloch nannten. Als man das Loch zuschüttete, blieb der Kanonenname. Nach einer anderen Version stellten die Leute von Kian Teik Tong selbst ein Geschütz in der Gasse auf. Eine zeitgenössische Untersuchung bestätigt, dass die Gesellschaft Gewehre und Artillerie besaß, stellt aber nicht fest, wessen Schuss dem Platz seinen Namen gab. Cannon Square war bereits in Dokumenten desselben Jahres achtzehnhundertsiebenundsechzig unter diesem Namen verzeichnet.

Für Khoo Thean Teik endete die Geschichte im Gefängnis. Im folgenden Jahr wurde er als einer der Organisatoren der Zusammenstöße verhaftet und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde in lebenslange Haft umgewandelt; nach sieben Jahren kam er frei. Weder die Kanone noch das von ihr geschlagene Loch sind hier erhalten. Auch den heutigen geschnitzten Tempel gab es damals nicht: An seiner Stelle stand ein umgebautes britisches Bungalow, das als erstes Clan-Haus der Khoo diente.

Khoo im Namen bezeichnet Menschen einer gemeinsamen Abstammungslinie. In die Kongsi nahm man nicht jeden Träger dieses Familiennamens auf, sondern die Nachkommen von Einwanderern aus dem Dorf Sin Kang in Fujian. Im Jahr achtzehnhundertfünfunddreißig beschlossen einhundertzwei solche Einwanderer, eine Vereinigung zur Hilfe für Verwandte und zur Verehrung der Vorfahren zu gründen. Sie brachten fünfhundertachtundzwanzig Dollar zusammen und ließen dieses Geld mehr als zehn Jahre lang zirkulieren. Das Angesparte reichte aus, um ein Grundstück mit einem Bungalow zu kaufen und hier im Jahr achtzehnhunderteinundfünfzig einen Saal für Versammlungen, Hochzeiten und Clan-Riten einzurichten. Später entstanden daneben eine Kanzlei, Häuser und Läden von Clan-Mitgliedern, gegenüber eine Bühne für Aufführungen. So erklärt sich die Anlage des Hofes: Tempel mit den Tafeln der Vorfahren, ein Raum für die Regelung gemeinsamer Angelegenheiten, Wohnraum und Theater sind innerhalb einer einzigen Umfriedung versammelt.

Gegen Ende des Jahrhunderts war das alte Bungalow baufällig, und der Clan war reich geworden. Im Jahr achtzehnhundertvierundneunzig ließen die Treuhänder es abreißen und beauftragten Handwerker aus Süd-Fujian mit dem Bau eines großen Ahnentempels. Die Arbeit dauerte acht Jahre und kostete mehr als einhunderttausend Dollar. Am Vorabend des Chinesischen Neujahrs im Jahr neunzehnhunderteins zerstörte ein Brand das beinahe fertiggestellte Gebäude. Die Ursache blieb unbekannt. Später entstand die Überlieferung, ein Blitz habe den Tempel getroffen, weil die Götter die Khoo wegen der Ähnlichkeit ihres Bauwerks mit dem Kaiserpalast bestraft hätten.

Die Treuhänder begannen von vorn. Weitere vier Jahre Arbeit und weitere mehr als einhunderttausend Dollar flossen in den Tempel, der im Jahr neunzehnhundertsechs vollendet wurde. Dies ist der heutige Leong San Tong – die „Halle des Drachenbergs“, benannt nach dem Land, aus dem der Clan seine Vorfahren herleitete. Vom ersten Gebäude sind die paarigen Bambusinschriften aus dem Jahr achtzehnhunderteinundfünfzig erhalten geblieben; heute werden sie im Schrein Hock Teik Soo innerhalb des Komplexes aufbewahrt. Die Kanone und das alte Bungalow sind längst verschwunden, und das verbrannte Clan-Eigentum wird hier durch diese beiden Bambusleisten vertreten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittmit Ticket

Offiziell sind das Clanhaus und das Museum täglich von 9:00 bis 17:00 geöffnet, einschließlich sonntags und an staatlichen Feiertagen; Schließungen zu Chinesischem Neujahr und bei Clanveranstaltungen müssen gesondert geprüft werden.

Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Details der Schnitzereien betrachtet man am besten ohne Eile; der Zugang zu den Tempelräumen hängt vom Betriebsablauf des Komplexes und von Gemeinschaftsveranstaltungen ab.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Der Spaziergang endet am Cannon Square, zwischen dem Ahnentempel und der Theaterbühne.

Stopp 7 von 7Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Das alte George Town: Hafen, Gemeinschaften und Macht“ — 7 Stopps, etwa 1,7 km, 2 Std. 15 Min..

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