Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die gerade Linie der Via Garibaldi
- Das Straßenschild
- Palastportale
Die Geschichte des Ortes
Von der Piazza delle Fontane Marose führt die Via Garibaldi zwischen Palästen in beinahe gerader Linie weg. Dieser Anfang bewahrt die ursprüngliche Anlage der Straße: Mehr als zwei Jahrhunderte lang konnte man sie nur von dieser Seite betreten. Ihr gegenüberliegendes Ende stieß an einen Hang und an private Gärten.
Im Jahr eintausendfünfhundertfünfzig beauftragten der Doge – das gewählte Oberhaupt der Republik Genua – und die Regierungskollegien die Stadtväter, eine neue Bebauung am Fuß des Castelletto vorzubereiten. Hier standen die Häuser weniger wohlhabender Bewohner, und es gab ein Bordell. Die Stadtväter wollten das Gelände räumen, Bauparzellen verkaufen und Geld für andere Arbeiten beschaffen. Das Projekt führte der ständige Stadtarchitekt Bernardino Cantone aus.
Die Enteignung des Landes und die Verlegung des Bordells nahmen fast neun Jahre in Anspruch. Es wurde weiter oben, hinter der damaligen Stadtgrenze, eingerichtet, und die alten Gebäude wurden abgerissen. Bei modernen Ausgrabungen fand man unter dem Belag der Via Garibaldi den ersten Straßenbelag. Die Bauleute legten ihn auf eine festgestampfte Mischung aus Sand, zerkleinertem Mörtel und Bruchstücken jener mittelalterlichen Häuser.
Auf beiden Seiten der Straße teilten die Stadtväter acht Parzellen ab und verkauften sie versteigert. Ein Teil der Einnahmen floss in Arbeiten an der Kathedrale San Lorenzo. Käufer waren Familien, die vom Handel, von Seeunternehmungen und vom Kreditgeschäft lebten: Spinola, Grimaldi, Pallavicino, Lomellino, Lercari. In den engen Gassen des alten Genua reichte der Platz für ihre neuen Residenzen nicht mehr aus. Hier erhielten sie Raum für große Treppen, Höfe und Gärten, die den Hang hinaufführen.
Die Straße war als Wohnort für diese Familien gedacht, nicht für den Durchgangsverkehr. Im Jahr eintausendfünfhundertachtundfünfzig nannten die Behörden sie offiziell Strada Maggiore – Große Straße. Der Name setzte sich nicht durch: Die Genuesen sagten Strada Nuova, Neue Straße, und diese Bezeichnung ging in die Dokumente ein.
Achtzehn Jahre später ordnete der Senat an, die errichteten Paläste auch für staatliche Empfänge zu nutzen. Man trug sie in die Rolli ein – Listen privater Häuser, die zur Unterbringung von Päpsten, Königen, Prinzen und Botschaftern geeignet waren. Vor der Ankunft eines Gastes wurde eine Residenz der passenden Kategorie durch Los bestimmt. Die Eigentümer mussten Räume bereitstellen und den Empfang organisieren; Kosten und Entschädigung richteten sich nach dem Rang des Ankommenden. Die Republik erhielt ein Netz repräsentativer Herbergen, ohne einen eigenen Königspalast zu bauen.
Die Strada Nuova blieb bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts ein Sackgassen-Wohnviertel. Damals eröffnete man an ihrem westlichen Ende die Piazza della Meridiana und die Fortsetzung über die neue Via Cairoli. Heute können Fußgänger die Straße frei passieren, und in den Palästen befinden sich Museen, Einrichtungen, Banken und das Rathaus der Stadt.
Der Name Garibaldi erschien hier viel später. Giuseppe Garibaldi war Befehlshaber von Freiwilligen, die für die Einigung Italiens kämpften. Am fünften Mai eintausendachthundertsechzig stach er mit dem Zug der Tausend von der genuesischen Küste bei Quarto dei Mille in See, eroberte Sizilien und Neapel und übergab die eroberten Gebiete König Vittorio Emanuele II. Sie wurden Teil des Königreichs Italien.
Garibaldi starb am zweiten Juni eintausendachthundertzweiundachtzig. Drei Tage später widmete ihm der Stadtrat von Genua einstimmig die frühere Strada Nuova. Über dem Eingang von der Piazza delle Fontane Marose steht nun sein Name, und darunter beginnt dieselbe gerade Linie, die Cantone zwischen den acht verkauften Parzellen gezogen hatte.
Praktisch vor Ort
Straße und Fassaden sind jederzeit zugänglich; für die Innenräume jedes Palasts gelten eigene Öffnungszeiten.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die Straße in kurzen Abschnitten: Hier gibt es kaum Platz, um sich weit von den Fassaden zu entfernen. Bleiben Sie nicht in den Durchgängen genutzter Gebäude stehen.
