Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Hauptblock
- Außenmauern
- Verstärkte Zelle
- Holzverkleidung und schwere Nägel
Die Geschichte des Ortes
Auf einem Kalksteinhügel steht ein langer Hauptblock, eingeschlossen von hohen Außenmauern. Man begann ihn nach der Ankunft britischer Sträflinge in Fremantle zu errichten: Den Stein für den Bau brachen sie hier am Hang selbst heraus. Zwischen achtzehnhundertzweiundfünfzig und achtzehnhundertneunundfünfzig errichteten sie aus diesem Stein den Block und die Umfriedung; die Zellen dienten überwiegend als Nachtquartier, weil man die Gefangenen tagsüber zu schwerer Arbeit wegführte. Später erhielt das Gefängnis seinen heutigen Namen, und der Hauptblock blieb bis zum Jahr neunzehnhunderteinundneunzig in Betrieb und wurde danach für Besucher geöffnet.
Joseph Bolitho Johns (Moondyne Joe) kämpfte um seine Freiheit. Zuvor hatte er bereits einen sogenannten Freilassungsschein erhalten – die Erlaubnis, unter Aufsicht außerhalb des Gefängnisses zu leben und zu arbeiten – und verdiente seinen Lebensunterhalt mit der Herstellung von Holzkohle. Im Jahr achtzehnhundertfünfundsechzig wurde er wegen der Tötung eines fremden Ochsen zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt; Johns selbst beteuerte bis zu seinem Lebensende, unschuldig zu sein. Er floh, wurde gefasst, floh erneut, beging in Freiheit mehrere Diebstähle und erhielt weitere fünf Jahre.
George Hampton, der vorübergehend die koloniale Sträflingsverwaltung leitete, beschloss, den Fluchten ein Ende zu setzen. Im Hauptblock richtete man für Johns eine eigene verstärkte Zelle ein: Die Steinwände wurden mit Holzschwellen verkleidet, Hunderte schwere Nägel eingeschlagen, das Fenster mit Gitterstäben und Metallgeflecht verschlossen. Drinnen blieben kaum Licht und Luft. Der Gefangene wurde bei Brot und Wasser gehalten.
Diese Haftanstalt hieß damals Convict Establishment; ihren heutigen Namen Fremantle Prison erhielt sie ebenfalls im Jahr achtzehnhundertsiebenundsechzig. Britische Sträflinge brachte man ab achtzehnhundertfünfzig nach Fremantle. Sie brachen den Kalkstein direkt auf diesem Hügel und errichteten daraus zwischen achtzehnhundertzweiundfünfzig und achtzehnhundertneunundfünfzig den Hauptblock und die Außenmauern. Die Zellen waren vor allem zum Übernachten bestimmt: Tagsüber führte man die Gefangenen zu schwerer Arbeit hinaus.
Nach zwei Wochen in der verstärkten Zelle begann sich Johns’ Gesundheit zu verschlechtern. Der Gefängnisarzt erwirkte die Aufhebung der Brot-und-Wasser-Diät und bestand anschließend auf täglichem Aufenthalt im Hof. Hampton erlaubte Johns, unter ständiger Aufsicht an der Westmauer Steine zu zerschlagen.
Der zerschlagene Stein hätte jeden Abend weggeräumt werden sollen, doch die Aufseher taten das nicht. Der Haufen verdeckte den arbeitenden Gefangenen nach und nach vor ihren Blicken. Dahinter begann Johns, mit der Spitzhacke auf die Gefängnismauer einzuschlagen. Der örtliche Kalkstein bröckelte viel leichter als das Holz und Eisen in seiner Zelle.
Am siebten März achtzehnhundertsiebenundsechzig, gegen fünf Uhr abends, kam ein Aufseher, um Johns zu kontrollieren. Aus dem Boden ragte eine Spitzhacke, die mit Hemd, Jacke und Hose des Gefangenen bekleidet war. Johns selbst war nur in seiner Unterwäsche bereits durch ein Loch in der Mauer gekrochen, in den Garten des Gefängnisleiters gelangt, durch ein Gartentor gegangen und verschwunden.
Fast zwei Jahre verbrachte er in Freiheit. Im Februar achtzehnhundertneunundsechzig kletterte Johns in den Vorratskeller der Houghton Winery, um Vorräte zu holen. Dort tauchten unerwartet Polizisten auf, die wegen einer anderen Angelegenheit in der Nähe waren. Johns stürzte zum Ausgang und lief ihnen direkt in die Hände.
Man brachte ihn nach Fremantle zurück. Im Jahr achtzehnhunderteinundsiebzig stellte ein neuer Leiter der Sträflingsverwaltung Johns erneut einen Freilassungsschein aus, und weitere zwei Jahre später erhielt er eine Begnadigung. Danach floh er nicht mehr aus Gefängnissen.
Der Hauptblock blieb bis zum Jahr neunzehnhunderteinundneunzig ein in Betrieb befindliches Gefängnis und ist nun für Führungen geöffnet. Im Inneren ist Moondyne Joes verstärkte Zelle mit Holzverkleidung und schweren Nägeln erhalten. Hampton verstärkte alles um den Gefangenen herum, doch dieser entkam durch den Kalkstein, aus dem die Sträflinge das Gefängnis selbst gebaut hatten.
Praktisch vor Ort
Täglich 09:00–17:00; geschlossen am Karfreitag und 25. Dezember. Abendprogramme finden nach einem gesonderten Zeitplan statt.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Spaziergang führt zum Eingangsbereich, doch den Besuch der Zellen und geschlossenen Höfe sollten Sie separat planen. Wenn Sie den Innenraum sehen möchten, buchen Sie frühzeitig eine passende Gefängnisführung.
