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Via del Proconsolo

Via del Proconsolo

Das Haus der Notare wird die Macht des geschriebenen Wortes mit einer postumen Galerie von Dichtern verbinden.

15 Min.
Ein großer Steinpalast mit Arkaden in einer schmalen Straße – der Palazzo Nonfinito an der Via del Proconsolo.
Dimitris Kamaras · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Inschrift über dem Eingang
  • Wappen über dem Eingang
  • Freskenfragmente im ehemaligen Saal

Die Geschichte des Ortes

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An der Kreuzung mit der Via dei Pandolfini steht ein unscheinbares Haus mit einer Inschrift und Wappen über dem Eingang. Hier befand sich die Residenz, von der die Via del Proconsolo ihren Namen erhielt. Proconsolo ist die Bezeichnung eines Amtes, nicht der Name eines Menschen: So nannte man seit dem Jahr eintausenddreihundertsiebzehn den Leiter der florentinischen Arte dei Giudici e Notai. Er führte den Vorsitz in ihrem Gericht und nahm unter den Leitern aller städtischen Zünfte den ersten Rang ein.

Für einen Notar entschied dieses Haus über die Verdienstmöglichkeiten. Notare verfassten Testamente, Verträge, Inventare und andere Dokumente, von denen Erbschaften, Schulden und der Besitz von Häusern abhingen. Ein Kandidat durchlief eine Vorprüfung vor sechs Kommissionsmitgliedern und anschließend noch zwei öffentliche Prüfungen. Die Arte nahm ihn in den Beruf auf, untersuchte Vorwürfe der Fälschung und der Erpressung und entschied Streitigkeiten zwischen ihren Mitgliedern.

Das Statut des Jahres eintausenddreihundertvierundvierzig verlangte, dass der Proconsolo und die Konsuln ein besonderes Gericht beim Palast des Podestà – dem heutigen Bargello – unterhielten. Deshalb ließen sie sich gerade hier nieder. Schon wenige Jahre später erscheint in den Dokumenten das „Haus der Arte“ mit einem Sitzungssaal im Erdgeschoss. Dort antworteten Kandidaten den Prüfern, Notare führten Prozesse gegeneinander, und die Konsuln fällten Entscheidungen.

Eines der Mitglieder der Arte war Coluccio Salutati, ein Notar, der mit dem Abfassen von Dokumenten seinen Lebensunterhalt verdiente und dann Kanzler der Republik Florenz wurde. Auch als er die städtische Kanzlei leitete, verließ er die Berufsvereinigung nicht: Im Jahr eintausendvierhundertzwei bekleidete er selbst das Amt des Proconsolo, später tagte er hier als Konsul.

Nach Salutatis Tod im Jahr eintausendvierhundertsechs beschlossen seine Kollegen, sein Bild im Gerichtssaal zu bewahren. Sie hatten bereits eine Delegation und ein großes Banner mit dem Emblem der Arte zur Beerdigung geschickt, doch dabei beließen sie es nicht. Im August bestellten die Konsuln bei dem Maler Ambrogio di Baldese zwei Porträts – von Salutati und dem antiken Dichter Claudian. Für die Arbeit und die blaue Farbe zahlten sie ihm vierundzwanzig Goldflorinen, eine Lira und vier Soldi. Der Notar Domenico Silvestri, ein Freund des verstorbenen Kanzlers und einer der Konsuln, verfasste die Inschriften zu den Figuren.

So kam Salutati an die Wand neben den bereits hier gemalten Dante Alighieri, Petrarca, Boccaccio und Zanobi da Strada. Die Richter und Notare brachten die Dichter in ihrem Arbeitssaal unter, weil sie selbst vom geschriebenen Wort lebten: Sie prüften fremde Formulierungen, beglaubigten sie und trugen die Verantwortung für die Folgen jedes Eintrags. Salutati trat zugleich als Literat und als ihr ehemaliger Proconsolo in diese Galerie ein.

Im Jahr eintausendsiebenhundertsiebenundsiebzig wurde die Arte aufgehoben, das Haus umgebaut, und die Malereien verschwanden unter späteren Verkleidungen. Im Jahr eintausendachthundertachtundsiebzig brachte der neue Eigentümer, der Notar Costantino Puccianti, über dem Eingang eine Gedenkinschrift und Wappen an; vier Jahre später entdeckte man im Inneren Spuren der alten Fresken. Von dem Zyklus sind Fragmente im ehemaligen Sitzungssaal erhalten. Die Inschrift an der Fassade kennzeichnet den Palazzo del Proconsolo, und das Straßenschild bewahrt ein Amt, das seit mehr als zwei Jahrhunderten nicht mehr besteht.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktPiazza Santa Croce
Eintrittvon außen

Rund um die Uhr zugänglich; Geschäfte und Werkstätten öffnen in der Regel von 10 Uhr morgens bis zum Abend.

Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Rechnen Sie vor allem mit einer Besichtigung von außen: Die Paläste sollte man nicht als frei zugänglich betrachten. Stellen Sie sich so hin, dass Sie weder den schmalen Gehweg noch die Eingänge versperren.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie die Via dei Pandolfini entlang und biegen Sie zur breiten Piazza vor der Basilika ab.

Stopp 5 von 8Weiter: Piazza Santa Croce

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Dante und das Gedächtnis der Stadt: vom Bargello bis Santa Croce“ — 8 Stopps, ≈0,9 km, 2–3 Stunden.

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