Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Schilder mit dem Platznamen
- Palazzo Aldobrandini unter Nummer acht
- Offene Fragmente des alten Steinmauerwerks
- Portal ohne Wappen
Die Geschichte des Ortes
Unter Nummer acht steht ein dreigeschossiger Palazzo, der Ende des siebzehnten und Anfang des achtzehnten Jahrhunderts aus mehreren Familienhäusern zusammengefügt wurde, die früher hier standen. Seine verputzte Fassade ist dem Platz zugewandt, und auf der Seite zur Via del Giglio ließ man Fragmente des alten Steinmauerwerks sichtbar – die einzigen erkennbaren Spuren der früheren Bauten. Über dem Portal befand sich einst das Familienwappen; nach dem Verkauf des Palazzos im neunzehnten Jahrhundert wurde es entfernt.
Das Wort „Madonna“ auf dem hiesigen Schild bedeutet die alte Anrede „meine Herrin“. Der Platz ist nicht nach der Muttergottes benannt. Es geht um Giovanna Altoviti, die Frau des florentinischen Kaufmanns Benci Aldobrandini.
Die Eheleute lebten hier, in den Familienhäusern auf dem damaligen Campo Corbolini. Den Unterhalt der Familie sicherte der Handel, und Giovanna widmete sich der Wohltätigkeit. Eine alte florentinische Überlieferung erklärt ihren Beinamen genau mit dieser Hilfe: Ihre Mitbürger begannen, Giovanna Madonna zu nennen – Herrin mit großem Anfangsbuchstaben. Dafür waren weder eine kirchliche Würde noch die Zugehörigkeit zu einer herrschenden Dynastie nötig.
Giovanna starb im Jahr eintausenddreihundertfünfundneunzig. Bereits im Jahr eintausendvierhundertvier erwähnen Dokumente den Weg zur „Piazza Madonna degli Aldobrandini“. Der Beiname überlebte die Frau fast unmittelbar nach ihrem Tod und ging dann auch auf die Nachkommen über: Einen Zweig der Familie bezeichneten Archivaufzeichnungen als Aldobrandini di Madonna. Die Familie erhielt ihren Namen also von ihrer Verwandten, und der Raum vor ihren Häusern von der Art, wie die Nachbarn sie nannten.
Die Stadtbehörden bestätigten den heutigen Namen erst im Juli eintausendachthundertzweiundsechzig. Sie machten die Worte amtlich, die die Florentiner bereits seit mehr als vier Jahrhunderten gebrauchten.
Der dreigeschossige Palazzo Aldobrandini unter Nummer acht entstand deutlich später als Giovanna. Ende des siebzehnten und Anfang des achtzehnten Jahrhunderts fassten ihre Nachkommen die hier stehenden Familienhäuser zu einem Gebäude zusammen. An der verputzten Wand auf der Seite zur Via del Giglio ließ man Fragmente des alten Steinmauerwerks offen, doch Giovannas Häuser sind nicht vollständig erhalten geblieben. Im neunzehnten Jahrhundert entfernte man nach dem Verkauf des Palazzos auch das Wappen der Aldobrandini über dem Portal. Der Name der Frau blieb auf den Schildern des Platzes erhalten.
Praktisch vor Ort
Rund um die Uhr, freier Zugang.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Platz lässt sich von der Straße aus besichtigen, die mit ihm verbundenen Kellerzeichnungen sind von hier aus jedoch nicht zu sehen. Betrachten Sie die Erzählung über Michelangelos Zuflucht als eine diskutierte Hypothese, nicht als gesicherte Tatsache.
