Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinerne Außenarkaden
- Konstruktionen aus Eisen und Glas
- Innere Marktstraßen
- Straßenstände auf der Via dell'Ariento
Die Geschichte des Ortes
Den Eisen-Glas-Pavillon des Mercato Centrale stellte man im Jahr eintausendachthundertvierundsiebzig fertig. Die Verkäufer, für die er gebaut worden war, kamen nicht hierher. Sieben Jahre lang stand der neue Markt ohne einen wirklichen Markt da.
Die Vorgeschichte begann, als Florenz Hauptstadt des Königreichs Italien wurde. Der wichtigste Lebensmittelhandel fand damals auf dem Mercato Vecchio statt – dort, wo sich heute die Piazza della Repubblica befindet. Die Anlieferung und der Abtransport von Waren füllten die engen Straßen mit Karren; die Kanalisation kam mit den Abfällen der Fleisch- und Fischstände nicht zurecht. Der Architekt Giuseppe Poggi, der den Umbau der neuen Hauptstadt leitete, überzeugte Bürgermeister Ubaldino Peruzzi davon, den Handel aus dem alten Zentrum zu verlegen. In seinem Brief nannte Poggi auch einen weiteren Grund: Er bezeichnete Handwerkswerkstätten und billige Läden ausdrücklich als „niedrigen Handel“, der einem monumentalen und teuren Zentrum im Wege stehe.
Der Stadtrat wählte ein Grundstück in San Lorenzo: nahe genug am Zentrum und an der Eisenbahn, aber außerhalb des Mercato Vecchio. Hier stand das dicht besiedelte Viertel Camaldoli di San Lorenzo. Die Häuser wurden ihren Eigentümern entzogen, die Bewohner umgesiedelt, mehrere alte Straßen verbreitert. Den frei gewordenen Platz nahm der wichtigste der drei vorgesehenen städtischen Lebensmittelmärkte ein. Daher das Wort „Centrale“: Es bedeutete Hauptmarkt, nicht die geometrische Mitte von Florenz.
Der Ingenieur und Architekt Giuseppe Mengoni erhielt den Auftrag, den Handel so einzurichten, dass Lebensmittel unter einem Dach, bei Licht und ständiger Belüftung gelagert und verkauft werden konnten. Er gliederte die Halle durch innere Straßen, wies den verschiedenen Warenarten Bereiche zu und entwarf besondere Verkaufstheken für Fischhändler, Gemüsehändler sowie Verkäufer von Blumen, Zitronen und Eiern. Steinarkaden an der Außenseite verdeckten die für jene Zeit modernen Konstruktionen aus Gusseisen, Eisen und Glas.
Im Mai eintausendachthundertvierundsiebzig wurde der Pavillon feierlich mit einer internationalen Gartenbauausstellung eröffnet. Im Inneren stellte man Palmen, Farne, Orchideen und Becken mit Wasserpflanzen auf. Als die Ausstellung abgebaut wurde, blieben die Händler des Mercato Vecchio an ihren bisherigen Plätzen. Ihr Einkommen hing vom täglichen Verkauf verderblicher Waren ab. Die geräumige Halle ohne den gewohnten Strom von Käufern war für sie ein schlechter Tausch gegen die engen, aber einträglichen Reihen.
Die Stadtverwaltung setzte die Umsiedlung durch eine Anordnung durch. Am ersten November eintausendachthunderteinundachtzig wurde den Verkäufern des Mercato Vecchio verboten, außerhalb des neuen Pavillons und der ihm zugewiesenen Flächen Handel zu treiben. Wenige Tage später berichtete eine zeitgenössische Zeitung, der Übergang sei allgemein geworden: Die Käufer folgten den Händlern, und der Mercato Vecchio leerte sich. Sieben Jahre nach der Eröffnungsfeier begann das Gebäude endlich die Aufgabe zu erfüllen, für die Mengoni seine Straßen und Theken berechnet hatte.
Der heutige Mercato di San Lorenzo besteht aus zwei benachbarten Teilen. Unten im Mercato Centrale verkauft man weiterhin Fleisch, Fisch, Brot, Gemüse und andere Lebensmittel; den oberen Stock nehmen Restauranttheken und gemeinsame Tische ein. Draußen gibt es einen eigenen Straßenmarkt: Auf der Via dell'Ariento und den benachbarten Straßen werden Kleidung, Lederwaren und Souvenirs verkauft. Sie tragen einen gemeinsamen Namen, doch die Anordnung von eintausendachthunderteinundachtzig drängte den Lebensmittelhandel gerade unter das Eisendach.
Praktisch vor Ort
Der überdachte Markt (1. Stock) ist täglich 9:00–23:00 geöffnet; die Lebensmittelabteilung ist Mo–Sa 7:00–14:00 geöffnet. Die Straßenstände entlang der Via dell'Ariento sind Di–Sa 9:00–19:00 geöffnet.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Im und um den Pavillon unterscheiden sich Angebot und Rhythmus. Erkundigen Sie sich auf der Straße im Voraus nach Preis und Herkunft von Lederwaren, halten Sie die Gestaltung eines Standes nicht für eine Garantie lokaler Produktion und achten Sie auf Ihre persönlichen Dinge.
