Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade der Kirche Santo Spirito
- Zentraler Brunnen
- Bäume
- Offene Mitte des Platzes
Die Geschichte des Ortes
Die Fassade der Kirche Santo Spirito öffnet sich zu einem breiten Platz, der den Namen der Kirche des Heiligen Geistes trägt. In seiner Mitte steht ein Brunnen, der aus dem Klosterhof hierher versetzt wurde: Zuvor züchtete man in seinem Becken Fische. Die Bäume kamen später hinzu, und die offene Mitte bleibt weiterhin frei; werktags breitet sich um sie herum der Viertelmarkt aus, und die nahe gelegenen Lokale stellen Tische auf.
Der freie Raum vor der Kirche kostete Florenz mehrere Wohnhäuser. Sie wurden gekauft und abgetragen für die Menschen, die hier stehen und zuhören sollten.
Im Jahr eintausendzweihundertfünfzig erwarb der augustinische Prior Aldobrandino ein Haus, Land und Weinberge in der damaligen Casellina, einem dünn bebauten Teil des Oltrarno innerhalb der Stadtmauern. Zuvor hatten seine Brüder in einer abgeschiedenen Niederlassung auf dem Hügel von Arcetri gelebt. Aldobrandino wollte die Gemeinschaft dorthin verlegen, wo ein neues Viertel schnell wuchs. Die Augustiner gehörten einem Bettelorden an: Bau und Unterhalt der Niederlassung wurden durch Spenden und städtische Zuschüsse bezahlt, und die wichtigste Aufgabe der Brüder war die Predigt unter den Laien.
Zwei Jahre später entstand hier die erste Kirche. Sie wurde der Jungfrau Maria, allen Heiligen und dem Heiligen Geist geweiht. Die lange Weihebezeichnung wurde im alltäglichen Sprachgebrauch zu Kirche Santo Spirito – Kirche des Heiligen Geistes – verkürzt; von der Kirche ging dieser Name auf den Platz über.
Der Oltrarno wurde besiedelt, die Augustiner versammelten immer mehr Zuhörer, und der Raum vor der Kirche reichte nicht mehr aus. Von eintausendzweihundertzweiundneunzig bis eintausenddreihunderteins kaufte der Stadtrat nacheinander die benachbarten Grundstücke. Häuser wurden abgerissen, bis sich vor dem Kloster eine Fläche von mehr als fünftausend Quadratmetern öffnete – damals die größte in Florenz. Die Stadt bezahlte für einen Predigtraum unter freiem Himmel.
Der Platz blieb frei von dauerhaften Bauten. Hier fanden religiöse Aufführungen, Feste und Märkte Platz. Zu Pfingsten entzündete man über das ganze Gelände hinweg Feuer, die die Flammenzungen darstellten, die nach der Erzählung des Evangeliums gemeinsam mit dem Heiligen Geist auf die Apostel herabkamen. Den Namen der Kirche führte man damals vor dem ganzen Viertel auf dem Platz szenisch vor, der eigens für eine große Menschenmenge geschaffen worden war.
Der Brunnen und die Bäume kamen deutlich später hinzu. Im Jahr eintausendachthundertzwölf wurde der Brunnen aus dem Klosterhof in die Mitte des Platzes versetzt; zuvor hatte man in seinem Becken Fische gezüchtet. Die Begrünung wurde erst in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts angelegt. Ursprünglich lag hier vor der Kirche durchgehend offener Boden.
Heute findet von Montag bis Samstag auf dem Platz ein Viertelmarkt statt, und an den Rändern stehen die Tische der Lokale. Händler versammeln wieder Menschen auf dem Boden, den der Stadtrat vor sieben Jahrhunderten für die Zuhörer der Augustiner freigeräumt hatte.
Praktisch vor Ort
Der Platz ist ständig geöffnet. Der Fierucola-Markt ist für den dritten Sonntag des Monats, außer im August, von 09:00 bis 19:00 an den veröffentlichten Terminen des Jahres 2026 angekündigt.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein belebter Stadtplatz und kein Museumshof: Beachten Sie den Handel, Fahrräder, Tische und das Leben der Anwohner.
