Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Glatte verputzte Fassade
- Kolonnade rund um Langhaus und Chor
- Rundbögen
- Halbkreisförmige Kapellen
Die Geschichte des Ortes
Die spätere Fassade der Kirche Santo Spirito ist zu einer glatten verputzten Fläche zusammengefügt; die drei Eingänge lassen die Größe des Kirchenraums dahinter kaum erahnen. Im Inneren entfaltet sich der Raum um das Langhaus, die Querschiffe und den Chor, wo graue Steinsäulen den Rhythmus der Bögen tragen. Entlang des Umfangs verlaufen Kapellen mit gerundeten Abschlüssen, doch vom Platz aus sind sie nicht zu sehen: Die Außenwände sind geradegezogen und verbergen diese Anlage der Basilika.
Im Jahr eintausendvierhundertvierunddreißig beauftragten die florentinischen Augustiner Filippo Brunelleschi, ihre mittelalterliche Kirche durch eine geräumige Basilika zu ersetzen. Die Mönche brauchten einen Kirchenraum für Gottesdienste und zahlreiche Familienaltäre. Der Architekt fasste sie in einer einheitlichen Ordnung zusammen: Eine Kolonnade sollte entlang des Langhauses verlaufen, die Querschiffe und den Chor umschließen, und hinter jedem Joch öffnete sich eine halbkreisförmige Kapelle. So entstanden vierzig Kapellen rund um die ganze Kirche. Jede Familie konnte für ihren Altar ein Gemälde in Auftrag geben, doch die Größe der Nische gab bereits die Gesamtordnung vor.
Brunelleschi wollte diese Halbkreise auch außen sichtbar lassen. Die Seitenwände hätten aus einer Reihe vorspringender Kapellen bestanden. Der Bau zog sich jedoch über Jahre hin. Erst im Jahr eintausendvierhundertvierundvierzig begann man ernsthaft mit den Arbeiten, und zwei Jahre später starb der Architekt. Man hatte die Fundamente und einen Teil der Wände errichten können; die alte Kirche daneben wurde weiter genutzt.
Im März eintausendvierhunderteinundsiebzig kam der Mailänder Herzog Galeazzo Maria Sforza hierher. Für den vornehmen Gast veranstaltete man eine Aufführung über Pfingsten – die im Evangelium geschilderte Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel. Santo Spirito bedeutet „Heiliger Geist“, deshalb wählte man das Thema gerade für diese Kirche.
Die Aufführung leitete der Meister Cecca, ein Ingenieur für Festmaschinen. Er verdiente sein Geld damit, ganze Himmel über die Zuschauer zu heben. Unter dem Dach richtete man eine Bühne mit Gottvater, Christus und einer Taube ein, die den Heiligen Geist darstellte. Junge Männer in Engelskostümen befestigte man oben so, dass sie nicht fielen; ringsum legte man Wolken aus Watte aus und stellte zahlreiche Lampen auf. Feuerzungen sollten das Wunder zeigen, das der Kirche ihren Namen gegeben hatte.
Nach der Aufführung löschte man die Lichter. Eine Lampe blieb in einer hölzernen Röhre brennen. In der Nacht brach ein Feuer aus. Die Augustiner verloren einen bedeutenden Teil der alten Kirche, die Klosterräume, handschriftliche Bücher, Altarbilder und Kirchengerät. Den Bau der neuen Basilika musste man beschleunigen.
Fertiggestellt wurde sie von Brunelleschis Nachfolgern. Sie bewahrten die innere Kolonnade, die Rundbögen, den grauen Stein und die sich wiederholenden Kapellen, veränderten jedoch die gewagtesten Teile des Entwurfs. Statt vier Eingängen schufen sie drei, und die vorspringenden Halbkreise der Kapellen schlossen sie in gerade Außenwände ein. Die Fassade vollendete man später als glatte verputzte Fläche.
Vom Platz aus ist genau diese spätere Hülle zu sehen. Dahinter setzen sich die Säulen um das Langhaus, die Querschiffe und den Chor fort, und die halbkreisförmigen Kapellen wiederholen sich entlang des ganzen Umfangs – genau jene Formen, die Brunelleschis Nachfolger im Inneren gerader Wände verbargen.
Praktisch vor Ort
Die offizielle Website nennt Besuche täglich außer mittwochs; der Museumsrundgang und einzelne Bereiche hängen vom Zeitplan, von Gottesdiensten und von der empfohlenen Spende ab.
Öffnungszeiten nach Tagen
Die Basilika bleibt ein Ort des Gottesdienstes: Bewahren Sie Ruhe und stören Sie den Gottesdienst nicht. Der Zugang zur Sakristei und zum Kreuz kann vom Zugang zum Hauptkirchenraum abweichen.
