Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Der Torbogen
- Der Tordurchgang
- Die Linie der Stadtmauer
- Der Beginn der Talaa Kebira
Die Geschichte des Ortes
In der Linie der Stadtmauer ist ein Bogendurchgang erhalten, durch den man von Westen in die Medina gelangte. Hier beginnt die Talaa Kebira, die große Straße, die durch die Altstadt führt. Als die Baumeister das Tor im Jahr eintausendzweihundertvier vollendeten und die Torflügel einhängten, hieß es noch Bab ash-Sharia, das Tor der Scharia.
„Mahrouk“ bedeutet auf Arabisch „der Verbrannte“. Der Name des Tores bewahrte das Schicksal eines Menschen, nicht aber seinen Namen. Er hieß Muhammad al-Ubaydi. Zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts erhob er sich in den Bergen des Ouergha unweit von Ouazzane und erklärte sich zum Anwärter auf den Kalifenthron.
Al-Ubaydi leitete sein Recht aus seiner Abstammung her: Chronisten bezeichneten ihn als Nachfahren des letzten fatimidischen Kalifen Ägyptens. Die Fatimiden hatten ihren Thron etwa dreißig Jahre zuvor verloren, doch seine Herkunft gab al-Ubaydi eine Grundlage, den höchsten Titel zu beanspruchen – der Kalif galt zugleich als Herrscher und als Oberhaupt der Gemeinschaft der Gläubigen. Auf dieser Abstammung beruhten seine Ansprüche, und auf den Menschen, die ihr glaubten, der ganze Aufstand.
Auf dem Thron saß bereits der almohadische Kalif Muhammad an-Nasir. Er schickte ein Heer in die Berge, um seinen Rivalen zu vernichten. Die Männer an-Nasirs schlugen al-Ubaydis Abteilung und töteten ihn. Dann brachte man den Leichnam nach Fès. Für eine Bestattung war eine solche Reise nicht nötig: Der Kalif brauchte eine Tat, die die Stadtbewohner sehen würden.
Der wichtigste westliche Eingang in die Medina hieß damals Bab ash-Sharia – das Tor der Scharia. Hier begann die Talaa Kebira, die große Straße, die durch die gesamte Altstadt führte. Im Jahr eintausendzweihundertvier vollendeten die Baumeister das neue Tor und hängten die Torflügel ein. Am selben Tag verbrannten die Männer an-Nasirs al-Ubaydis Leichnam mitten im Durchgang, und seinen Kopf stellten sie über dem Tor aus. Jeder, der Fès von Westen aus betrat, ging unter dem Ergebnis eines gescheiterten Anspruchs auf den Thron hindurch.
Die Abrechnung beendete diese Geschichte nicht sofort. Etwa zehn Jahre später führte al-Ubaydis Sohn unter den Berberstämmen der Ghomara einen neuen Aufstand an und wiederholte den fatimidischen Anspruch. An-Nasir befahl, auch ihn zu töten. Am Tor selbst stellte man nach der Hinrichtung des ersten al-Ubaydi weiterhin die Köpfe anderer Aufständischer aus.
Al-Ubaydis Überreste befinden sich nicht hier, und ihm wurde kein eigenes Denkmal errichtet. Erhalten blieben das Tor, das am Tag der Verbrennung vollendet wurde, und der Name im Singular: Bab Mahrouk – das Tor des Verbrannten.
Praktisch vor Ort
Freier Zugang, die Tore werden nicht geschlossen.
Geprüft: 22. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie das Tor, ohne den Durchgang in die weiterhin bewohnte Stadt zu behindern; den benachbarten Gräbern begegnen Sie bitte zurückhaltend.
