Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Schwere Türflügel
- Bronzebeschläge
- Nördlicher Eingang Bab al-Ward
- Steinschwelle
Die Geschichte des Ortes
Die massiven Türen des nördlichen Tors der Rose führen in die Moschee, in der seit Jahrhunderten gebetet wird. Allmählich entstand unter ihren Gewölben auch ein gelehrtes Leben: Lehrer erläuterten mit Schülern den Koran, das Recht und die arabische Grammatik, und angereiste Schüler wurden in den benachbarten Medersen untergebracht. Die heutige Schwelle gehört zu einer späteren Erweiterung, und vom ersten kleinen Gebetshaus trennen sie viele Umbauten.
„al-Qarawīyīn“ bedeutet „die Kairouaner“. Zu Beginn des neunten Jahrhunderts nannte man so Menschen aus Kairouan, einer Stadt auf dem Gebiet des heutigen Tunesien. Nach dem Aufstand des Jahres achthundertvierundzwanzig verließ ein Teil der dortigen Familien seine Heimat und ließ sich in diesem Teil von Fes nieder. Sie bildeten ein eigenes Viertel; dessen Name ging auf die Moschee über.
Eine späte Chronik aus Fes verbindet ihre Gründung mit der Familie eines der Zuwanderer. Muhammad al-Fihri wurde durch Handel reich und hinterließ seiner Tochter Fatima ein großes Erbe. Sie selbst betrieb keinen Handel. Der Überlieferung nach beschloss Fatima um das Jahr achthundertneunundfünfzig, das Geld ihres Vaters vollständig für ein Gebetshaus der Gemeinschaft der Kairouaner auszugeben. Der Chronist fügt hinzu, sie habe bis zum Ende der Arbeiten gefastet und danach als Erste in der fertigen Moschee gebetet. All dies wurde fast fünf Jahrhunderte nach den mutmaßlichen Ereignissen aufgeschrieben; die Erzählung über Fatima darf daher nicht als unbestreitbare Tatsache ausgegeben werden.
Zu ihrer Zeit befand sich hier jedenfalls eine Moschee. al-Qarawīyīn wurde allmählich zu einem Lehrzentrum: Gelehrte saßen drinnen mit Zuhörern, erläuterten den Koran, das Recht und die arabische Grammatik. Später errichtete man für angereiste Schüler benachbarte Medersen, darunter die Medersa al-Attarine. Das moderne Wort „Universität“ fasst diese lange Geschichte zusammen, obwohl Fatima, falls die Überlieferung zutrifft, ein Gebetshaus und keine Bildungseinrichtung des heutigen Typs gründete.
Während einer Renovierung im zwanzigsten Jahrhundert fand man unter Putzschichten eine Holztafel mit einer alten Inschrift. Sie nannte einen anderen Gründer – Daud ibn Idris, den Herrscher dieses Teils von Fes – und ein anderes Datum: das Jahr achthundertsiebenundsiebzig. Einige Forscher meinen, die Tafel sei später aus einer anderen Moschee hierher gebracht worden. Andere halten sie für die ursprüngliche Gründungsinschrift und Fatima al-Fihri für die Heldin einer städtischen Überlieferung.
Auch die heutige Schwelle entstand später als die mutmaßliche Gründung. Die Bronzebeschläge an den schweren Türflügeln des nördlichen Haupteingangs Bab al-Ward, des Tors der Rose, wurden bei einer Erweiterung der Moschee im zwölften Jahrhundert gefertigt. Das ursprüngliche Gebetshaus ist von späteren Umbauten verschlungen worden. Von der Geschichte der ersten Siedler blieb der Name des gesamten Komplexes: al-Qarawīyīn – die Moschee der Kairouaner.
Praktisch vor Ort
Standardmäßig eine Außenstation. Der Hauptgebetsbereich sollte nicht als für Nichtmuslime zugänglich eingeplant werden; den Zugang zur Bibliothek und zu einzelnen Bereichen prüfen Sie getrennt vor Ort.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Rechnen Sie nicht mit einem Besuch der Innenräume; versperren Sie nicht die Türen und respektieren Sie diejenigen, die zum Gebet gehen.
