Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das geschnitzte Portal des Fondouk
- Das rechteckige Becken des Brunnens
- Die dreigeschossigen Galerien des Hofes
- Die große metallene Wiegevorrichtung
Die Geschichte des Ortes
Den Namen des Platzes hinterließen die Tischlerwerkstätten: Im alten Fès brachte man Handwerker desselben Gewerbes nebeneinander unter, damit Rohstoffe, Käufer und Aufträge nicht im Labyrinth der Marktstände verloren gingen. Hinter dem geschnitzten Portal steht ein Fondouk mit dreigeschossigen Galerien um den Hof; hier hielten reisende Kaufleute unten ihre Packtiere und Waren und übernachteten in den Stockwerken darüber. Rechts am Brunnen tränkte ein rechteckiges Becken die Tiere, die im Hof Halt gemacht hatten.
Zu Beginn der neunziger Jahre gab es hinter dem geschnitzten Portal kein Museum. Der Fondouk Nejjarine – eine städtische Herberge und ein Lager für reisende Kaufleute – hatte bereits als Polizeiwache und anschließend als Wohnheim gedient und war in den siebziger Jahren verlassen worden. Die Fundamente sanken ab, Decken und Böden zerfielen, und Stuck sowie Holzschnitzereien konnten zusammen mit dem Gebäude verschwinden.
Der Fondouk wurde im Jahr siebzehnhundertelf unter Sultan Mulai Ismail errichtet. Ein Kaufmann betrat ihn zusammen mit seinem Packtier und seiner Ware. Die Tiere ließ man unten, die Waren wurden in den Räumen des Erdgeschosses gelagert, die Besitzer übernachteten in Zimmern über dem Hof. Auf einer großen metallenen Wiegevorrichtung prüfte man das Gewicht der mitgebrachten Waren, und ein städtischer Beamter erhob hier eine besondere Handelsabgabe. Einen Teil der Räume nutzte man zur Lagerung wertvoller Waren aus der Schatzkammer des Sultans. Hinter dem geschmückten Portal bestand ein kontrollierter Handelshof, in dem ein Reisender das bewahren und verkaufen konnte, wovon er lebte.
Der Name „Nejjarine“ bedeutet „Tischler“. Er entstand wegen der Handwerker, deren Werkstätten schon im mittelalterlichen Fès die benachbarten Marktstände einnahmen. Meister desselben Handwerks brachte man nebeneinander unter: So ließen sich Rohstoffe leichter liefern, Käufer finden und Aufträge von einer Werkstatt an die andere weitergeben. Der Brunnen rechts ergänzte dieses System erst im neunzehnten Jahrhundert. Sultan Mulai Abd ar-Rahman ordnete seine Anlage fast ein Jahrhundert nach der Eröffnung der Herberge an. Sein rechteckiges Becken diente als Tränke, besonders für die Tiere der Kaufleute, die im Fondouk Halt machten.
Als der Komplex zu zerfallen begann, beschloss der Unternehmer aus Fès Mohammed Karim Lamrani, die Wiederherstellung aus einem im Handel und in der Industrie erworbenen Vermögen zu finanzieren. Er beauftragte seine Tochter Saida Lamrani, die Arbeiten zu leiten und im ehemaligen Handelshof ein Museum für Holzhandwerke vorzubereiten.
Die Restauratoren stellten schnell fest, dass sich ein einzelner Fondouk nicht retten ließ. Seine tragenden Mauern sind mit den Nachbarhäusern verbunden; der Einsturz eines Teils konnte den ganzen Block mit sich reißen. Deshalb verstärkten die Handwerker von neunzehnhundertneunzig bis neunzehnhundertsechsundneunzig die Herberge selbst, den Platz, den Brunnen, die Moschee, die Reihen der Tischler und die Wohnräume über den Läden. Am dreiundzwanzigsten Mai neunzehnhundertachtundneunzig eröffnete die Fondation Lamrani hier das erste Museum in Marokko, das vollständig der Arbeit mit Holz gewidmet ist.
In seinem Hof sind die Galerien erhalten, in denen die Kaufleute schliefen, die Räume, in denen sie ihre Waren einschlossen, und die große metallene Wiegevorrichtung. Hinter dem Tor liegen weiterhin die Läden der Handwerker, die dem Platz seinen Namen gaben; drinnen wurde ihr Handwerk zum Thema des Museums.
Praktisch vor Ort
Der Platz und der Brunnen sind von außen zugänglich; das Museum im ehemaligen Fondouk hat eigene Öffnungszeiten, die separat geprüft werden müssen und nicht als verpflichtender Teil der Route gelten dürfen.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Fassade und der Brunnen sind vom Platz aus sichtbar; prüfen Sie den Besuch des Museumshofs separat.
