Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Portikus des Haupteingangs
- Steinfassade
- Hohe Fenster
Die Geschichte des Ortes
Die Steinfassade mit hohen Fenstern verbirgt mehrere Säle für Assemblies, öffentliche Abende, zu denen man über ein zuvor bezahltes Abonnement Zugang erhielt. Den Bau finanzierten die Bürger selbst, und der Stadtrat überließ das Grundstück unter der Bedingung, hier jährlich zwei Bälle zugunsten des Krankenhauses und des Arbeitshauses zu veranstalten. Im Inneren gab es einen Ballsaal, eine Teestube, einen großen Salon und kleinere Räume: Hier speiste und tanzte man, knüpfte Bekanntschaften, und der Zeremonienmeister konnte einen jungen Mann wegen seiner Stiefel oder ungepuderten beziehungsweise ungebundenen Haars nicht einlassen.
Am dreiundzwanzigsten Februar achtzehnhundertsiebenundzwanzig wurden hinter diesem Portikus Tische für etwa dreihundert Gäste gedeckt. Das Dinner sammelte Geld für den Edinburgh Theatrical Fund. Ein Schauspieler war von seinem eigenen Körper abhängig: Der Verlust der Stimme, des Gedächtnisses oder der Beweglichkeit nahm ihm den Verdienst, und nur wenigen gelang es, für das Alter vorzusorgen. Der Fonds sollte diejenigen unterhalten, die nicht mehr auf die Bühne gehen konnten.
Den Vorsitz führte Walter Scott, ein berühmter Dichter und Beamter des höchsten Zivilgerichts Schottlands, der Theaterkünstlern helfen wollte. Gerade die Assembly Rooms wählte man für ein solches Dinner. Der Name bedeutet Räume für Assemblies, öffentliche Abende, zu denen man über ein zuvor bezahltes Abonnement Zugang erhielt. Die Bürger finanzierten den Bau gemeinsam, der Stadtrat stellte das Grundstück zur Verfügung, knüpfte daran jedoch eine Bedingung: Jährlich sollten hier zwei Wohltätigkeitsbälle zugunsten des königlichen Krankenhauses und des Arbeitshauses stattfinden. Im Inneren richtete man einen Ballsaal, eine Teestube, einen großen Salon und mehrere kleinere Räume ein. Der Zeremonienmeister entschied, wen er einließ; junge Männer konnten wegen ihrer Stiefel, ungepuderten oder ungebundenen Haars vor der Tür bleiben. Die Menschen kamen hierher, um zu tanzen, zu speisen, Bekanntschaften zu suchen und Spenden zu sammeln.
Beim Dinner des Theaterfonds hatte Scott seinen eigenen Grund, Öffentlichkeit zu vermeiden. Seit achtzehnhundertvierzehn erschienen seine historischen Romane unter der Signatur „Author of Waverley“. Der Roman galt als eine weniger angesehene Beschäftigung als die Poesie, und Scott legte Wert auf den Ruf eines Gerichtsbeamten; zunächst wollte er das Buch ohne Risiko für seinen Namen erproben. Später verdeckte das Geheimnis auch seine Beteiligung am Verlags- und Druckgeschäft.
Ein Jahr vor dem Dinner brachen mit Scott verbundene Firmen zusammen. Bei ihm blieb eine Schuld von einhunderteinundzwanzigtausend Pfund. Die Insolvenz drohte ihm den Verlust seiner Bibliothek, seiner Möbel und des Rechts, auf seinem eigenen Gut zu wohnen. Scott schloss mit den Gläubigern eine Vereinbarung: Alles, was neue Bücher einbringen würden, sollte an sie gehen; für sich würde er das Gehalt eines Gerichtsbeamten behalten. Nach dem Zusammenbruch gerieten die Verlagsunterlagen in fremde Hände, und die Urheberschaft geheim zu halten, war nun fast nicht mehr möglich.
Bevor die Gäste sich zu Tisch setzten, fragte Lord Meadowbank, Richter des höchsten Zivilgerichts und Förderer des Theaterfonds, Scott, ob dieser seine Verbindung mit den Romanen weiterhin verbergen wolle. Scott antwortete, das Geheimnis sei zu vielen bekannt, und nun sei es ihm gleichgültig. Er verstand nicht, weshalb die Frage gestellt worden war.
Später wurde Meadowbank beauftragt, einen Toast auf den Vorsitzenden auszubringen. Der Richter sprach so unmittelbar über den gefeierten Autor der Romane, dass Schweigen schon einem Eingeständnis gleichgekommen wäre. Scott erhob sich vor dreihundert Gästen und sagte, alle Vorzüge und Mängel der Bücher seien ihm allein zuzuschreiben. Er wusste im Voraus, dass seine Worte in die Zeitungen gelangen würden. The Great Unknown, wie man den rätselhaften Romanautor nannte, hatte einen Namen erhalten.
Das Geständnis befreite Scott nicht von den Schulden. Er schrieb weiter, und die Gläubiger erhielten seine literarischen Einkünfte. Zum Zeitpunkt des Todes des Schriftstellers waren noch dreiundfünfzigtausend Pfund offen; den letzten Teil der Schulden tilgte man achtzehnhundertsiebenundvierzig durch den Verkauf der Urheberrechte. Hinter dem Portikus sind der Ballsaal und der Salon weiterhin erhalten, wo Dinner, Vorstellungen und Versammlungen stattfinden. Und im Oktober achtzehnhundertsiebenundzwanzig stand unter dem Vorwort zu Chronicles of the Canongate erstmals die Signatur: Walter Scott.
Praktisch vor Ort
Besichtigung von außen frei; Zugang zum Inneren hängt von Veranstaltungen, Führungen und der Vermietung des Veranstaltungsorts ab.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie dies als Außenstopp; der Zugang zu den Sälen hängt mit einzelnen Veranstaltungen zusammen und muss vorab geprüft werden.
