Stopp 2 von 6

Burj Park und Wings of Mexico

Burj Park / Wings of Mexico

Hier verwandelt der leere Raum zwischen den Flügeln einen zufälligen Besucher in den Helden der Skulptur.

12 Min.
Insel Burj Park und Skulptur Wings of Mexico
McKay Savage from Cusco, Peru · CC BY 2.0; cropped/resized for app
123456

0 von 6 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Die bronzenen Federn, den Eisenrahmen, die drei Stufen und Burj Khalifa im Spalt zwischen den Flügelhälften.

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Am Fuß von Burj Khalifa liegt Burj Park: ein kleiner grüner Bereich neben dem Geschäftsviertel, der an gewöhnlichen Tagen ruhig bleibt und sich an Feiertagen in eine Konzertbühne verwandelt. In diesem Grün sind zwei hohe bronzene Flügelhälften auf einem Metallrahmen befestigt; drei niedrige Stufen führen zur Öffnung. Die Arbeit in Dubai gehört zu einer internationalen Serie, die mit dreizehn Straßenskulpturen auf dem Paseo de la Reforma in Mexiko-Stadt begann. Später erschienen ähnliche Flügel in Städten auf verschiedenen Kontinenten, und hier umgaben sie Glas, Grün und ein riesiger Turm.

Vor der Kulisse von Burj Khalifa verlieren selbst große Gegenstände leicht ihren Maßstab. Der Turm zieht den Blick nach oben, und die bronzenen Flügel an seinem Fuß können zunächst wie ein bloß schöner Rahmen für ein Foto wirken. Doch diese Skulptur ist raffinierter angelegt. Sie hat keinen Haupthelden – bis ein Mensch zwischen den Flügeln erscheint.

Die Arbeit des mexikanischen Bildhauers Jorge Marín heißt „Wings of Mexico“. Sie ist weder ein Engel noch ein Denkmal für eine bestimmte Person. Zwei bronzene Flügelhälften sind auf einem Eisenrahmen erhöht angebracht, vor ihnen liegen nur drei Stufen. Ein Mensch gerät in die Mitte der Komposition, und der leere Raum wird plötzlich zu ihrem wichtigsten Teil.

Marín erklärte die Idee einfach: Der Betrachter zieht die Flügel gleichsam an und gibt ihnen selbst Bedeutung. Einer sieht darin Freiheit, ein anderer eine Reise, ein dritter einen Erfolg, um den er lange gerungen hat. Für manche ist es ein leichtes Spiel mit der Kamera, für andere beinahe ein persönliches Porträt. Der Bildhauer schafft nur die Hälfte des Werks. Die andere bringt jedes Mal ein neuer Mensch mit.

In Dubai kam zu dieser Formel noch ein weiterer Beteiligter hinzu – Burj Khalifa. Der Turm befindet sich genau hinter dem Rücken dessen, der die Stufen hinaufsteigt. So verbinden sich die bronzenen Federn, die menschliche Figur und das höchste Hochhaus der Welt zu einem Bild. Die Flügel versprechen Flug, der Turm zeigt Höhe, und der Mensch zwischen ihnen wirkt für einige Sekunden, als sei all das um ihn herum errichtet worden.

Die Geschichte dieser Arbeit begann weit von hier entfernt, auf dem Paseo de la Reforma in Mexiko-Stadt. Dort stellte Jorge Marín das Projekt „Wings of the City“ vor: Dreizehn monumentale Bronzeskulpturen erschienen direkt im Stadtraum. Sie standen nicht in Museumssälen, sondern mitten im Verkehr eines großen Boulevards, neben Autos, Passanten und dem Alltag der Hauptstadt.

Aus der ganzen Serie machte gerade die Flügel das Publikum besonders schnell zu seinen eigenen. Touristen und Arbeiter, Fotografen und Brautpaare kamen zu ihnen. In Mexiko wird der fünfzehnte Geburtstag eines Mädchens oft als großes Familienfest gefeiert, beinahe wie ein Übergang ins Erwachsenenleben. Auch festlich gekleidete Geburtstagskinder stiegen die Stufen hinauf und stellten sich zwischen die bronzenen Federn. Jeder erhielt seine eigene Variante derselben Skulptur.

Das wiederholte sich immer wieder, bis die Arbeit tatsächlich nicht mehr allein dem Autor zu gehören schien. Die Stadtbewohner eigneten sie sich so beharrlich an, dass die Flügel Mexiko-Stadt schließlich geschenkt wurden. Ein seltener Fall: Das Denkmal erhielt seinen Platz nicht, weil es von Anfang an einem großen Ereignis gewidmet war, sondern weil Tausende gewöhnliche Menschen darin einen Platz für sich fanden.

Später begann Jorge Marín, Versionen der Flügel für andere Städte zu schaffen. Sie wurden zu einer internationalen Kette, die sich durch verschiedene Länder und Kontinente zog. Zu den dauerhaften Standorten gehören Mexiko-Stadt, Berlin, Los Angeles, Singapur, Tel Aviv, Québec und Dubai.

In jeder Stadt verändert der Hintergrund die Bedeutung der Arbeit. Mancherorts bleibt hinter den Federn eine alte Straße, mancherorts ein modernes Geschäftsviertel, Wasser oder Grün. Hier erhebt sich hinter ihnen Burj Khalifa, und die mexikanische Skulptur beginnt unerwartet, eine sehr dubaiische Sprache zu sprechen. Es ist die Sprache eines großen Vorhabens, einer auffälligen Geste und des Vertrauens darauf, dass eine unmögliche Höhe doch erreichbar ist.

Doch die Flügel unterscheiden sich wesentlich von der umgebenden Architektur. Das Hochhaus betont die Distanz: Seine Spitze ist dem Blick beinahe unzugänglich, und sein tatsächlicher Maßstab lässt sich selbst direkt an seinem Fuß nur schwer spüren. Die Skulptur dagegen ist auf Nähe angelegt. Man kann an die Bronze herantreten, die Stufen entsprechen dem menschlichen Schritt, und die ganze Komposition wird erst auf Höhe des menschlichen Körpers vollendet.

Darum findet hier ständig ein kleiner Rollenwechsel statt. Gewöhnlich fotografieren Menschen eine Sehenswürdigkeit. Bei den Flügeln wird für einen Augenblick der Mensch selbst zur Sehenswürdigkeit. Nicht der Turm, nicht der Park und nicht einmal die Arbeit eines bekannten Bildhauers, sondern derjenige, der den leeren Platz zwischen den Flügelhälften eingenommen hat.

Darin liegt auch eine leichte Ironie. Flügel werden mit Freiheit verbunden, doch für das richtige Bild muss man sich genau an einen recht engen Punkt stellen. Die Bronze verspricht Bewegung, obwohl sie selbst unbeweglich bleibt. Und das Gefühl des Fliegens entsteht durch drei niedrige Stufen, einen Eisenrahmen und den gewählten Blickwinkel. Die Skulptur verbirgt nichts und beteiligt sich doch bereitwillig an der Illusion.

Auch Burj Park selbst kann seine Rolle schnell wechseln. An einem gewöhnlichen Tag dient er als ruhiger grüner Raum neben dem Turm. Doch im Dezember zweitausendeinundzwanzig wurde der Park für einen Abend zur Konzertbühne für die Eröffnung des siebenundzwanzigsten Dubai Shopping Festival.

Die emiratisch-jemenitische Sängerin Balqees Fathi und der ägyptische Popsänger Mohamed Hamaki traten auf die Bühne. Nach Zählung eines Reporters versammelten sich mehr als fünftausend Zuschauer im Park. Der Raum, in dem gewöhnlich Gespräche von Spaziergängern und das Klicken von Kameras zu hören sind, füllte sich mit Musik, Bühnenlicht und einer dichten Menschenmenge.

Zwischen Bühne und Publikum standen Imbisswagen. Unter ihnen war der Wagen von Burak Özdemir, einem türkischen Gastronomen, der durch Videos mit riesigen Gerichten und einem völlig unbeweglichen Lächeln berühmt wurde. Sein Internetbild ist schwer mit einem anderen zu verwechseln: Die Pfannen wirken unglaublich schwer, die Portionen scheinen für einen ganzen Platz berechnet, und der Koch sieht weiterhin in die Kamera, als verlange das Zubereiten eines riesigen Gerichts nicht die geringste Anstrengung.

Dieser Abend vermittelt den Charakter des hiesigen Parks gut. Er kann zugleich Rahmen für ein persönliches Foto, Ort für ein großes Konzert und Teil eines Stadtfests sein. Nach der Eröffnung dauerte das Festival noch siebenundvierzig Tage: Überall in Dubai fanden Auftritte statt, Märkte waren geöffnet, und am Himmel erschienen Feuerwerke. Doch der Beginn dieser langen Festkette fand genau hier statt, auf einem kleinen grünen Stück am Fuß eines riesigen Turms.

„Wings of Mexico“ bestehen auf ähnliche Weise. Auch sie beginnen eine lange Kette – nur nicht von Festivalereignissen, sondern von menschlichen Geschichten. Ein Mensch feiert eine Reise, ein anderer eine Hochzeit, ein dritter einen Geburtstag, ein vierter bewahrt einfach einen zufälligen Spaziergang. Die Bilder verbreiten sich in verschiedene Länder, während die bronzenen Flügelhälften an ihrem Platz bleiben und auf den nächsten Helden warten.

So wird eine internationale Skulptur erstaunlich persönlich. Sie kam aus einem Projekt, das auf einem mexikanischen Boulevard begann, erhielt ein Hochhaus in Dubai anstelle eines Hintergrunds und gelangte in eine Stadt, in der Menschen aus aller Welt ständig ihre Wege kreuzen. Hier gehören die Flügel mehreren Orten zugleich – und doch jedem, der für wenigstens einen Augenblick die vom Bildhauer gelassene Leere füllt.

Tiefer eintauchen

Ein Park ohne Stille

Burj Park wird nicht zu einer „grünen Flucht“ aus Downtown Dubai. Er bleibt Teil der Inszenierung: Menschen kommen hierher wegen des Ausblicks, des Blickwinkels, einer kurzen Pause und der Erwartung des Wassers, das sich nach Fahrplan einschaltet.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort12 Min.
Nächster PunktDubai Fountain Boardwalk
Eintrittvon außen
In Karten öffnen

Offener Bereich unter freiem Himmel; Zugang und Durchgänge können sich während Veranstaltungen, Aufbauarbeiten und Shows ändern.

Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Für den beabsichtigten Blickwinkel müssen Sie zwischen die Flügel steigen; lassen Sie diejenigen vorbei, die bereits fotografiert werden, und belegen Sie die Plattform nicht lange.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie vom persönlichen Bild weiter zum See und zur Wasserchoreografie der Dubai Fountain.

Stopp 2 von 6Weiter: Dubai Fountain Boardwalk

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Die Bühne am Burj Khalifa“ — 6 Stopps, etwa 700 m, 1,5–2 Stunden.

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt