Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Weißer zentraler Kenotaph
- Fassaden aus rotem Sandstein
- Achteckige zentrale Kammer
- Zahlreiche Grabmäler in den Seitenräumen
Die Geschichte des Ortes
Fassaden aus rotem Sandstein umgeben die Gartengrabstätte, die die ältere Ehefrau des zweiten Kaisers der Moguln für ihren Mann neben der Hazrat Nizamuddin Dargah in Auftrag gab. Die Nähe zu einem verehrten Heiligen verhieß dem Verstorbenen Segen, und bis zum Jahr eintausendfünfhundertsiebzig waren die Arbeiten am Mausoleum abgeschlossen. Tief im achteckigen Saal kennzeichnet ein weißer Kenotaph das Grab des Kaisers, obwohl seine eigentliche Grabstätte ein Stockwerk tiefer liegt. Später wurde dieser Ort zu einer Familiennekropole mit etwa einhundertfünfzig Bestattungen von Verwandten der Dynastie.
Am einundzwanzigsten September achtzehnhundertsiebenundfünfzig wartete der zweiundachtzigjährige Bahadur Shah Zafar innerhalb der Umfassungsmauer dieses Grabmals auf den Ausgang der Verhandlungen. Der letzte Kaiser der Moguln benötigte die Zusicherung, dass die Soldaten der Britischen Ostindien-Kompanie ihn lebend festnehmen würden.
Vor dem Aufstand führte Zafar seinen Hof mit einer Pension, die dieselbe Kompanie zahlte. Seine Anordnungen reichten kaum über die Mauern des Roten Forts hinaus. Alles änderte sich, als aufständische Sepoys – indische Soldaten der Armee der Kompanie – in Delhi einmarschierten und verlangten, dass der alte Kaiser sie anführe. Zafar stimmte zu, obwohl er die Truppen kaum befehligte. Als britische Truppenteile die Stadt zurückeroberten, verließ er das Rote Fort und suchte hier, hinter den damaligen Stadtmauern, Zuflucht.
Dies war Zafars Familiengrabstätte. Sie wurde nach Humayun, dem zweiten Kaiser der Moguln, benannt. Er verlor seine Herrschaftsgebiete, verbrachte Jahre im Exil, gewann Delhi zurück und starb im Jahr eintausendfünfhundertsechsundfünfzig, weniger als ein Jahr nach seiner Rückkehr. Seine ältere Ehefrau Bega Begum ließ ihrem Mann neben der Hazrat Nizamuddin Dargah ein Mausoleum errichten: Die Bestattung nahe einem verehrten Heiligen galt als segensreich. Bis zum Jahr eintausendfünfhundertsiebzig hatten die Handwerker das riesige Gartengrabmal vollendet. Danach bestatteten Angehörige hier weitere Mitglieder der Dynastie – in den Räumen und auf der Plattform befinden sich etwa einhundertfünfzig Gräber.
In der Mitte der achteckigen Kammer steht Humayuns weißes steinernes Grabmal. Es ist ein Kenotaph, also ein leerer Erinnerungssarkophag; die eigentliche Grabstätte befindet sich ein Stockwerk tiefer. Gerade um das Grab des Gründers der Familiennekropole hielten sich Zafar, seine Frau Zinat Mahal, Prinzen, Höflinge und Soldaten auf.
Zinat Mahal setzte sich dafür ein, dass ihr Mann und ihr Sohn am Leben blieben. Sie schickte Leute zu dem Offizier der Britischen Ostindien-Kompanie William Hodson, der gekommen war, um den Kaiser festzunehmen. Die Verhandlungen dauerten etwa zwei Stunden. Zafar erklärte sich erst zur Übergabe bereit, nachdem Hodson persönlich das Versprechen wiederholt hatte, ihm das Leben zu lassen. Der Kaiser lieferte seine Waffen aus, und die Soldaten brachten ihn in einer Sänfte zurück ins Rote Fort – nun als Gefangenen.
Am nächsten Tag kehrte Hodson zum Grabmal zurück, um zwei Söhne und einen Enkel Zafars zu holen. Sie ergaben sich ohne Sicherheitsgarantie. Auf dem Weg nach Delhi erschoss Hodson alle drei eigenhändig. Zafar wurde im Roten Fort vor Gericht gestellt und zusammen mit Zinat Mahal und deren Sohn nach Rangun – dem heutigen Yangon – geschickt. Dort starb er im Jahr eintausendachthundertzweiundsechzig.
In der zentralen Kammer steht weiterhin Humayuns Kenotaph, und die benachbarten Räume sind mit den Gräbern seiner Nachkommen gefüllt. Das Grab Bahadur Shah Zafars ist nicht darunter: Es blieb in Yangon.
Praktisch vor Ort
ASI gibt für Humayuns Grabmal Öffnungszeiten von Sonnenaufgang bis 21:00 an; die Tarife unterscheiden sich für Online- und Tickets an der Kasse, Kinder unter 15 Jahren haben freien Eintritt.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie nicht gleich zur Treppe: Lesen Sie das Mausoleum zuerst anhand der Gartenachsen und der Spiegelungen in den Kanälen. Die Aufstiege und offenen Bereiche erfordern bequeme Schuhe und Sonnenschutz.
