Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das Wort „Indien“ an der Fassade
- Namen auf den Steinwänden
- Die Kriegsjahre zu beiden Seiten der Inschrift
- Die steinerne Schale über dem Bogen
Die Geschichte des Ortes
Am Ende des Kartavya Path erhebt sich unter einer steinernen Schale der riesige Durchgang von India Gate: kein Stadttor, sondern ein Kriegsdenkmal. Es hieß ursprünglich All-India War Memorial; die geläufige Bezeichnung entstand wegen der Form des Bogens. An den Wänden ist nur ein Teil der Namen von Militärangehörigen des ungeteilten Indien eingraviert, die zwischen neunzehnhundertvierzehn und neunzehnhunderteinundzwanzig starben. Heute spazieren Menschen daneben und machen Picknicks, und an der Fassade sind weiterhin das Wort „Indien“ und die Kriegsjahre zu sehen.
Am zwölften Februar neunzehnhunderteinunddreißig wurden nur Geladene zu dem neuen Bogen zugelassen. Nach den Reden entzündete man in der steinernen Schale auf seiner Spitze ein Erinnerungsfeuer. Ein Trompeter spielte das militärische Abschiedssignal für die Gefallenen. Kränze legten der Vizekönig Lord Irwin, hohe Beamte und drei Militärangehörige nieder: ein britischer Soldat, ein britischer Flieger und ein indischer Soldat, der durch Los ausgewählt worden war. In der Beschreibung der Zeremonie steht sein Name nicht – geblieben ist nur diese Bezeichnung: ein indischer Soldat, der durch Los ausgewählt worden war.
Er vertrat eine Armee, die man während des Ersten Weltkriegs aus dem ungeteilten Indien nach Frankreich und Flandern, nach Mesopotamien und Persien, nach Ostafrika und Gallipoli entsandte. Die Menschen ertrugen die Kälte europäischer Schützengräben, die Hitze der Feldzüge im Nahen Osten, Verwundungen und Gefangenschaft; viele starben Tausende Kilometer von zu Hause entfernt. Ihr Unterhalt wurde durch den Sold der Armee bestritten, und nach ihrem Tod erhielten die Familien statt des Leichnams oft nur eine Benachrichtigung und den Namen eines fernen Schlachtfelds.
Die nach dem Krieg gegründete Imperial War Graves Commission setzte sich dafür ein, dass von Gefallenen wenigstens ihr Name erhalten blieb, wenn sich ein Grab nicht finden oder unterhalten ließ. Der Leiter der Kommission, Fabian Ware, eröffnete die Zeremonie am Bogen. Er wollte den Dienst der indischen Einheiten als feste Verbindung Britanniens mit Indien darstellen. Irwin führte denselben Gedanken weiter: Die Gefallenen hätten, so seine Worte, die gemeinsame Ordnung verteidigt. Worum es bei dieser Rede ging, war sehr konkret. Fünf Tage später würde der Vizekönig im Haus des Vizekönigs Verhandlungen mit Gandhi beginnen.
Auf dem Stein steht mehr, als sich bei der Zeremonie sagen ließ. Der Bogen ist ungefähr siebzigtausend Militärangehörigen des ungeteilten Indien gewidmet, die zwischen neunzehnhundertvierzehn und neunzehnhunderteinundzwanzig starben. Eingraviert sind hier jedoch etwa dreizehntausenddreihundert Namen. Die meisten gehören Menschen, die an der Nordwestgrenze und im Dritten Anglo-Afghanischen Krieg starben und kein bekanntes Grab hatten. Mehr als tausend weitere waren westlich des Indus auf Friedhöfen begraben, die die Kommission nicht dauerhaft unterhalten konnte. Der größte Teil der Überseegefallenen ist auf anderen Denkmälern genannt, näher bei den Orten ihres Todes. Deshalb zählt die lange Inschrift unter dem Wort „Indien“ ganze Länder und Fronten auf, während die Wände nur einen Teil der Namen tragen.
Nach der Kranzniederlegung gingen die Geladenen unter einem Marsch über Tipperary, gespielt von britischen und indischen Regimentskapellen, durch den Durchgang hinaus. Damit erfüllte das Bauwerk erstmals die buchstäbliche Rolle eines Tores: Die Teilnehmer der Zeremonie gingen hindurch. Ein Stadttor gab es hier nie. Die ursprüngliche Bezeichnung war All-India War Memorial; die geläufige Bezeichnung India Gate setzte sich wegen der Form des riesigen Bogens am Ende der Allee durch.
Heute spazieren die Menschen um ihn herum und machen Familienpicknicks auf den Rasenflächen. In der oberen Schale brennt kein dauerhaftes Feuer. An der Fassade sind das Wort „Indien“, die Kriegsjahre und Tausende Namen geblieben. Der indische Soldat, den das Los hierher gebracht hatte, um für die anderen einen Kranz niederzulegen, ging mit der Prozession fort; die Verfasser des Berichts nannten ihn nie.
Praktisch vor Ort
Kostenlose Besichtigung von außen; das offizielle Delhi-Portal nennt Zeiten vom Morgen bis in die Nacht, ohne Ruhetage, doch der Zugang zu einzelnen Bereichen hängt von der Sicherheitslage ab. Geprüft am 2026-06-30.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Begnügen Sie sich nicht mit dem Blick aus der Ferne: Gehen Sie so nah heran, wie es erlaubt ist, um die Namen erkennen zu können. Beachten Sie die Absperrungen und betrachten Sie den Bogen nicht als Ende der Route.
