Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Der Brunnen in der Platzmitte
- Blumenbeete und botanischer Garten
- Die Kirchenfassade
- Die Schulfassade
Die Geschichte des Ortes
Die Blumenbeete und der Brunnen in der Mitte der Plaza San Francisco stehen an der Stelle eines nie vollendeten Markts. Im Jahr eintausendneunhundertzwanzig waren hier bereits die Fundamente gegossen und die ersten Säulen errichtet worden. Fast der gesamte Platz sollte mit Verkaufspavillons bebaut werden.
Verkäufer nutzten diesen Ort schon lange vor dem Projekt. Mindestens seit eintausendsiebenhundertachtundsiebzig fand hier samstags ein Baratillo statt – ein Markt für kleine und preiswerte Waren. Im Jahr eintausendneunhundertzehn wurde ein Teil des Lebensmittelhandels vom Hauptplatz von Cusco hierher verlegt, und die Marktstände erschienen fortan täglich. Die Verkäuferinnen von Lebensmitteln lebten von ihren Tageseinnahmen; feste Räume hatten sie nicht. Eine Zeitung berichtete über Streitigkeiten zwischen Käuferinnen und Händlerinnen, während städtische Beamte verlangten, Polizisten zur Überwachung von Ordnung und Sauberkeit aufzustellen.
Der Platz eignete sich aufgrund seiner Lage für Händler. Hier liefen Wege aus mehreren dicht besiedelten Vierteln zusammen, und aus dem Südwesten gelieferte Produkte mussten nicht durch das gesamte Zentrum transportiert werden. Die Stadt hätte Gebühren für Marktstände erhalten, ohne teures Land kaufen zu müssen: Der Platz selbst gehörte der Stadtverwaltung. Die Befürworter des Baus versprachen den Verkäufern feste Plätze und einen saubereren Lebensmittelhandel.
Im Jahr eintausendneunzehn wählte Bürgermeister José Ángel Escalante, der sich für den Bau eines festen städtischen Markts einsetzte, die Plaza San Francisco aus. Viele Einwohner unterstützten ihn bei einer öffentlichen Umfrage in der Zeitung. Im folgenden Jahr begannen Arbeiter mit dem Bau.
Die Gegner des Projekts zeichneten eine ganz wörtliche Zukunft: Ein großes Gebäude werde die Fassaden der Kirche und des Colegio Nacional de Ciencias y Artes verdecken, und Karren, Käufer und Händler würden die engen Straßen des Zentrums füllen. Sie wollten vor der Schule einen Park mit Brunnen erhalten. Besonders wichtig war der Blick auf die Kirche, nach der der Platz benannt wurde. Franziskanermönche ließen sich hier im Jahr eintausendfünfhundertneunundvierzig nieder, und im Jahr eintausendfünfhundertzweiundsiebzig ordnete Vizekönig Francisco de Toledo an, für sie eine Franz von Assisi geweihte Kirche zu errichten – für den italienischen Mönch, der den Orden gründete, dessen Mitglieder ein Armutsgelübde ablegten. Der Name des Platzes bezieht sich auf den Heiligen, obwohl in der Geschichte seiner Entstehung noch ein weiterer Francisco vorkommt – der Vizekönig.
Als die Säulen bereits über die Fundamente hinausragten, legte der Ingenieur Roberto Ghoring eine andere Berechnung vor. Er war für die technische Begründung des Baus zuständig und schlug ein Grundstück beim Convento de Santa Clara vor, das damals am Stadtrand lag. Dorthin konnten Wasser- und Abwasserleitungen geführt werden, in der Nähe verlief der Weg, über den Lebensmittel angeliefert wurden, und ringsum blieb Platz für künftigen Handel. Die Mitglieder des Bauausschusses und die Einwohner unterstützten ihn; die Arbeiten auf dem Platz wurden eingestellt.
Im Jahr eintausendneunhunderteinundzwanzig entschied sich der neue Bürgermeister Manuel Silvestre Frisancho für Ghorings Variante. Die Nonnen stimmten zu, einen Teil des Klosterlandes abzutreten, und im Jahr eintausendneunhundertfünfundzwanzig erhielten die Händler den überdachten Mercado Central de San Pedro an dem Ort, an dem er sich heute befindet. Von den Fundamenten und Säulen auf der Plaza San Francisco ist keine sichtbare Spur geblieben.
Heute finden hier vorübergehende Märkte sowie festliche und religiöse Veranstaltungen statt; zu Weihnachten und während der Karwoche nehmen Marktstände wieder einen Teil des Platzes ein. Danach räumen die Verkäufer ihre Stände ab, und in der Mitte bleiben wieder der Brunnen und der botanische Garten – genau dort, wo der Bau des festen Markts bei den Säulen eingestellt wurde.
Praktisch vor Ort
Der Platz ist rund um die Uhr geöffnet; Märkte und Veranstaltungen finden unregelmäßig statt.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie näher am Rand des Platzes, damit Sie den Hauptverkehr nicht behindern, und vergleichen Sie seine Grenzen mit der dichten Bebauung ringsum.
