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Calle Carmen Alto und Calle Tandapata

Carmen Alto / Tandapata

Zwei Straßen verbinden die Alltagsgeschichte des Wassers mit dem Kampf einer Frauengemeinschaft für verschlossene Türen und ihren guten Ruf.

15 Min.
Die Calle Tandapata im Barrio de San Blas mit weißen Fassaden und einem Blick entlang des Hangs
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Schild „Calle Carmen Alto“
  • Schild „Calle Tandapata“
  • Steinpflaster
  • Höhenunterschiede zwischen den Straßen

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Das Steinpflaster am steilen Hang verbindet die Calle Carmen Alto mit der Calle Tandapata, und der Höhenunterschied zwischen den Straßen ist unter den Füßen noch immer spürbar. Der Name der oberen Straße geht auf die Verehrung der Jungfrau vom Berge Karmel in der benachbarten Iglesia de San Blas zurück. Nicht weit entfernt stand ein kleines Haus einer religiösen Frauengemeinschaft, und der untere Teil der Straße erhielt den Namen Calle Carmen Bajo. Das Haus selbst gibt es nicht mehr: Die zerstörten Galerien und Zellen wurden nach dem Erdbeben abgerissen, und von ihm blieb nur der Name auf einem Schild.

Die Calle Tandapata trug früher einen anderen Namen: Calle Chacan Canal. Er beschrieb die Straße ganz wörtlich: Durch ihre Mitte verlief ein breiter, flacher Bewässerungskanal, in den Wasser aus Sapantiana gelangte. Die Bewohner nahmen die ehemaligen landwirtschaftlichen Inka-Terrassen nach und nach mit Häusern ein, doch hinter den Höfen blieben Gemüsegärten erhalten. Sie mussten aus einem einzigen Wasserlauf bewässert werden.

Seit dem letzten Viertel des sechzehnten Jahrhunderts wurde das Wasser in Cusco nach Reihenfolgen verteilt, die tandas genannt wurden. Hier leiteten die Nachbarn es zur festgesetzten Zeit zu jedem Grundstück. Während eine Familie ihren Gemüsegarten bewässerte, warteten die anderen. Diese Reihenfolge gab der Calle Tandapata ihren Namen.

Der Kanal blieb noch im zwanzigsten Jahrhundert Teil der alltäglichen Versorgung. Im Jahr neunzehnhundertdreiundfünfzig erhob man bei Bewässerern und anderen Wasserempfängern Beiträge für den Ausbau des Kanalbetts. Im Jahr neunzehnhundertdreiundneunzig führten städtische Bauarbeiter den offenen Graben unter die Straße. Nun gehen Bewohner und Gäste kleiner Hotels über den früheren Wasserlauf. Von der alten Ordnung blieben die Terrassen und ein Name, in dem die Reihenfolge beim Wasserholen noch immer hörbar ist.

Der Name Calle Carmen Alto ist mit der benachbarten Iglesia de San Blas verbunden. Die Gemeindemitglieder verehrten dort ein Bild der Jungfrau vom Berge Karmel und feierten ihr Fest. Neben der Kirche stand das Beaterio del Carmen, ein Haus einer religiösen Frauengemeinschaft, das bescheidener als ein Kloster eingerichtet war. Die obere Straße nannte man Calle Carmen Alto, ihre untere Fortsetzung Calle Carmen Bajo.

Am dreißigsten Oktober sechzehnhundertneunundachtzig kam Pedro de Roa Izquierdo, ein Beamter, der zum Schutz der indigenen Bevölkerung verpflichtet war, an die Türen des Beaterio del Carmen. Er verlangte, spät am Abend eingelassen zu werden. Die Vorsteherin Magdalena de San Juan Bautista verweigerte es: Sie setzte sich dafür ein, dass das Haus, in dem unverheiratete Frauen lebten, seine geschlossene Ordnung und seinen guten Ruf bewahrte.

Pedro bezeichnete die Bewohnerinnen öffentlich als Prostituierte, behauptete, Männer drängten über die Dächer zu ihnen vor, und drohte den Frauen mit Schlägen und dem Tod. Für die wenig wohlhabende Gemeinschaft war dies eine sehr konkrete Bedrohung: Ihre Mitglieder bestritten ihren Unterhalt durch Arbeit und Almosen. In jener Nacht blieben die Türen verschlossen. Danach reichte Magdalena Klage wegen Verleumdung ein, und Zeugen bestätigten, was Pedro gesagt hatte. Das Ende des Gerichtsverfahrens ist verloren, daher ist nicht bekannt, ob er bestraft wurde.

Das Beaterio nahm einen Teil der heutigen Plazoleta de San Blas ein. Das Erdbeben des Jahres neunzehnhundertfünfzig zerstörte die Galerien und Zellen; danach riss man das Gebäude ab. Am Beginn der Calle Carmen Alto steht es nicht mehr; der Name der Frauengemeinschaft blieb auf einem Straßenschild erhalten, die Ordnung der Wasserteilung auf dem benachbarten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktCalle Siete Angelitos und Calle Siete Diablitos
Eintrittvon außen

Offene Straßen; am besten bei Tageslicht oder zu einer gut beleuchteten Zeit begehen.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Beobachten Sie von der Straße aus und respektieren Sie private Türen und Höfe; achten Sie auf unebenen und befahrenen Abschnitten gleichzeitig auf Ihre Füße und auf Autos.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Biegen Sie von der Calle Tandapata in den Durchgang unter dem bemalten Gesims ein.

Stopp 6 von 8Weiter: Calle Siete Angelitos und Calle Siete Diablitos

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Barrio de San Blas: Der handwerkliche Hang von Cusco“ — 8 Stopps, etwa 2,4 km, 1,5-3 Stunden.

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