Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Ovaler Garten
- Bronzener Reiter
- Römischer Helm
- Figur des Neids unter dem Pferd
Die Geschichte des Ortes
Der ovale Garten nimmt die Mitte eines großen Stadtplatzes ein, und der bronzene Reiter versammelt den Stadtplatz um sich. Unter dem Pferd ist die nackte Figur des Neids zu sehen, die ihr Knie gegen den schweren Körper der Skulptur drückt: So ist die verborgene Stütze konstruiert. Das Monument war als erstes Reiterdenkmal für einen Monarchen in Nordeuropa vorgesehen, und das Metall wurde in einer Werkstatt am Rand desselben Platzes gegossen. Die heutige Bronze ersetzte das frühere Bleibildwerk, das nun im Lapidarium der Könige aufbewahrt wird.
Kongens Nytorv bedeutet wörtlich Königlicher Neuer Platz. Der König ist hier ganz eindeutig: Christian V., der Reiter in der Mitte des ovalen Gartens. „Neu“ war der Platz für das mittelalterliche Kopenhagen. Vor Christian lagen hier abgetragene Befestigungen, ein Graben, Erdhügel und die städtische Müllkippe. Die unebene Fläche nannten die Bewohner spöttisch Hallandrücken; an ihrem Rand legten die Boote der Händler aus Halland und Schonen an.
Christian V. erhielt im Februar sechzehnhundertsiebzig die Krone. Die dänischen Könige wurden nicht mehr von den Ständen gewählt: Der Thron war erblich geworden. Der neue Monarch beschloss, das Stadtzentrum zu den ehemaligen Osttoren zu verlegen, an den Übergang zwischen den alten Straßen und dem entstehenden Viertel. Er ließ das Gelände räumen und pflastern und befahl den Eigentümern der umliegenden Grundstücke, entlang des Platzes Steinhäuser mit mindestens zwei Stockwerken zu errichten. Wohlhabende Höflinge begannen, hier Stadtpaläste zu bauen. Von hier aus legte man auch einen Kanal zum Hafen an, damit Waren direkt in das neue Zentrum gelangten. Deshalb laufen auf dem Platz noch heute die Altstadt, die Straßen der nordöstlichen Viertel und der Weg zum Wasser zusammen.
Damit niemand zweifelte, nach wessen Namen der neue Marktplatz benannt war, stellte Christian V. in seiner Mitte ein eigenes Reiterstandbild auf. Den Auftrag erhielt der französische Bildhauer Abraham-César Lamoureux, der nach Kopenhagen gekommen war, um am Hof zu dienen. Davon lebte er: Die königliche Schatzkammer zahlte ihm vierhundert Rigsdaler im Jahr und stellte ihm ein Haus, Materialien, Brennholz und Kohle zur Verfügung. Nun sollte Lamoureux das erste Reitermonument für einen Monarchen in ganz Nordeuropa schaffen.
Der Bildhauer begann die Arbeit um sechzehnhundertzweiundachtzig. In einem Gießereihof am Rand desselben Platzes goss er Pferd und König aus Blei; der König war als römischer Feldherr gekleidet. Die Oberfläche wurde mit Blattgold überzogen. Das Pferd steigt, und unter seinem Bauch kauert ein nackter Mensch – die Allegorie des Neids, den der König unter dem Huf seines Pferdes niedertritt. Die Figur hatte auch eine ganz technische Aufgabe: Das angewinkelte Knie stützte den schweren Bleibauch des Pferdes.
Im Jahr sechzehnhundertachtundachtzig stellte man den vergoldeten Reiter in der Mitte des neuen Gartens auf. Lamoureux starb vier Jahre später, und die übrigen Figuren am Sockel vollendete sein Bruder Claude Lamoureux. Das Hauptwerk des Bildhauers blieb auf dem Platz, doch das Material setzte ihm allmählich zu. Die Vergoldung ging ab, das weiche Blei sank unter seinem eigenen Gewicht ein, und Pferd und Reiter mussten immer wieder repariert werden. Bis zum zwanzigsten Jahrhundert hatte sich die königliche Figur sichtbar verformt.
Der Bildhauer Einar Utzon-Frank nahm vom Denkmal eine Form ab, richtete die Proportionen und goss eine Kopie in Bronze. Sie wurde im Jahr neunzehnhundertsechsundvierzig enthüllt. Heute steht im Zentrum von Kongens Nytorv genau diese bronzene Fassung: der römische Helm, die erhobenen Vorderbeine des Pferdes und der Neid unter seinem Bauch wiederholen Lamoureux’ Entwurf. Der Bleikönig, für den der Platz geschaffen wurde, ist von ihm entfernt worden und wird im Lapidarium der Könige aufbewahrt.
Praktisch vor Ort
Gehen Sie einmal um das Denkmal herum: Die Stütze und die allegorischen Figuren sind aus einem einzigen Blickwinkel schwer zu erkennen. Achten Sie beim Überqueren des Platzes zum Theater oder nach Nyhavn auf Verkehr und Radfahrer.
