Stopp 7 von 7

Nyhavn

Nyhavn

Die letzte Station führt die Entstehung des literarischen Märchens zu Mietzimmern, einem Nachbarskind und einem verschwundenen Garten zurück.

25 Min.
Nyhavn
Jakub Hałun · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
1234567

0 von 7 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Haus Nummer 20
  • Gedenktafel
  • Nyhavns Kanal
  • Alte Museumsschiffe

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Hinter Charlottenborg begann einst der Botanische Garten, doch er wurde verlegt, und von dem grünen Nachbarn des Hauses Nummer zwanzig ist nichts geblieben. Das Haus selbst ist in der Reihe der Fassaden entlang des schmalen Kanals erhalten; an seiner Wand hängt eine Gedenktafel. Im inneren Teil von Nyhavn liegen alte Museumsschiffe, und auf dem Wasser fahren Ausflugsboote.

Nyhavn bedeutet „Neuer Hafen“. Im Jahr sechzehnhunderteinundsiebzig ließ Christian V. einen Kanal vom großen Hafen direkt zu dem neuen Handelszentrum am Kongens Nytorv ausheben. Soldaten und schwedische Kriegsgefangene hoben die Erde aus, und zwei Jahre später ließ man Wasser in den Kanal. Seeschiffe konnten nun bei den Stadthäusern entladen werden. Deshalb entstanden in der Nähe Lagerhäuser, Schankwirtschaften und Mietzimmer für Menschen, die vom Meer lebten. Heute werden hier keine Lasten mehr umgeschlagen: Der innere Teil des Kanals ist alten Museumsschiffen vorbehalten, und auf dem Wasser fahren Ausflugsboote.

Im September achtzehnhundertvierunddreißig zog der neunundzwanzigjährige Hans Christian Andersen in das Haus Nummer zwanzig. Er veröffentlichte bereits Gedichte und Theaterstücke, hatte eine staatlich finanzierte Reise durch Europa unternommen und strebte nach dauerhafter literarischer Anerkennung. Ein eigenes Haus hatte er nicht. Die Witwe eines Seekapitäns vermietete ihm zwei Zimmer im zweiten Stock.

Andersen beschrieb sie in einem Brief: ein Bett, ein Regal mit Papieren, einen Tisch, Stühle, einen Ofen. Die Fenster seines Arbeitszimmers gingen zum Kanal hinaus; von dort waren Dreimaster zu sehen. Aus dem Schlafzimmer blickte er in die andere Richtung – auf den Botanischen Garten, der damals das Grundstück hinter Charlottenborg einnahm.

In Charlottenborg lebte Matthias Thiele, ein Sammler von Volkssagen und Sekretär der Königlich Dänischen Kunstakademie. Eines Tages wollte Andersen Matthias Thieles kleine Tochter Ida unterhalten und erzählte ihr, dass die Blumen aus dem benachbarten Garten nachts zum Tanzen aufbrechen. Später bewahrte der Schriftsteller einige Bemerkungen des Mädchens und übertrug sie in das Märchen „Die Blumen der kleinen Ida“.

Es erschien in Andersens erster Märchensammlung zusammen mit „Das Feuerzeug“, „Der kleine Klaus und der große Klaus“ und „Die Prinzessin auf der Erbse“. Die ersten drei Stoffe hatte er schon in seiner Kindheit gehört; Idas Geschichte entstand hier, zwischen dem Mietzimmer, der Familie Thiele und dem Botanischen Garten hinter dem Haus. Andersen schrieb Märchen so auf, wie er sie einem Kind erzählen würde: mit umgangssprachlicher Satzstruktur, die auch für erwachsene Zuhörer gedacht war. Für die dänische Prosa jener Zeit war das eine ungewohnte Wahl.

Die erste Ausgabe erschien im Mai achtzehnhundertfünfunddreißig. Ein anonymer Kritiker erklärte die Märchen für ungeeignet für Kinder: Seiner Meinung nach musste ein Kinderbuch ein höheres Ziel verfolgen als Unterhaltung. Besonders empörten ihn die Morde in den „Klaus“-Märchen und die Empfindlichkeit der Prinzessin, die die Erbse unter den Federbetten bemerkte. Andersen nahm die Rezensionen schwer, und auch zwanzig Jahre später erinnerte er sich gerade an diese.

Er veröffentlichte weiterhin Märchenhefte. Bis achtzehnhundertzweiundvierzig waren sechs davon erschienen, und bis achtzehnhundertzweiundsiebzig hatte Andersen mehr als hundertfünfzig Märchen und Geschichten veröffentlicht. Der Name des Mädchens blieb im Titel eines der allerersten erhalten.

Der Botanische Garten wurde im Jahr achtzehnhundertvierundsiebzig von Charlottenborg verlegt. Hinter dem Haus Nummer zwanzig gibt es ihn nicht mehr. Das Haus selbst ist erhalten geblieben, und im Mai neunzehnhundertfünfunddreißig, genau hundert Jahre nach dem Erscheinen der ersten Sammlung, brachte man an der Fassade eine Gedenktafel an.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktEnde der Route
EintrittAußenstation am Kanal und an der Uferpromenade
In Karten öffnen

Die Uferpromenade ist oft eng und laut; suchen Sie für die Erzählung einen Platz außerhalb des Durchgangs und der Eingänge zu den Lokalen. Andersens Häuser werden von außen besichtigt, und der Gedenkanker befindet sich im offenen Stadtraum.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Der Spaziergang endet am Haus Nummer 20, zwischen dem Kanal und dem Ort des verschwundenen Botanischen Gartens.

Stopp 7 von 7Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Plätze, Paläste und der alte Hafen von Kopenhagen“ — 7 Stopps, etwa 3,1 km, 3 Std..

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt