Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Reiterstatue von Frederik VII.
- Inschriften auf dem Sockel
- Fassade des Christiansborg
Die Geschichte des Ortes
Hinter der Fassade des Christiansborg liegen das Parlament, das Statsministeriet und Højesteret nebeneinander, während ein Teil der Palasträume für die Nutzung durch den König reserviert ist. Der heutige Palast wurde auf den Fundamenten der abgebrannten Residenz errichtet. Die Reiterstatue in der Mitte des Platzes überstand das alte Gebäude und wurde erst nach dem Tod des Monarchen zu Ehren von Frederik VII. aufgestellt.
Am einundzwanzigsten März achtzehnhundertachtundvierzig stand die Reiterstatue noch nicht in der Mitte des Platzes. Hier standen zwölftausend bis fünfzehntausend Einwohner Kopenhagens, und Lauritz Nicolai Hvidt betrat den Palast – der Vorsitzende der Stadtvertretung, einer der größten Reeder Dänemarks und Direktor von Danmarks Nationalbank. Er brachte dem König die Forderung, die Minister zu entlassen.
Seit sechzehnhundertsechzig entschieden die dänischen Könige formell allein über die Staatsangelegenheiten. Doch Anfang achtzehnhundertachtundvierzig hatten in Paris, Berlin und Wien bereits Revolutionen begonnen. Im Königreich Dänemark ging es im Streit außerdem um Schleswig: Die dänischen Nationalliberalen wollten das Herzogtum enger an Dänemark binden, während die deutsche Bewegung ein selbständiges Schleswig-Holstein anstrebte. Als beunruhigende Nachrichten aus den Herzogtümern Kopenhagen erreichten, wurde aus der Erwartung von Reformen die Forderung nach einer sofortigen Entscheidung.
Den Text für den König verfasste Orla Lehmann – ein Anwalt und Anführer der Nationalliberalen, der für eine freie Verfassung eintrat. Er kannte den Preis einer öffentlichen Rede bereits: Wegen seiner Kritik am Absolutismus hatte Lehmann drei Monate im Gefängnis gesessen. Am Abend des zwanzigsten März sprach er vor zweieinhalbtausend Menschen im Casino-Theater, das damals als großer Versammlungssaal diente. Die Petition erklärte, die königlichen Ratgeber hätten das Vertrauen der Bürger verloren, und endete mit einer Warnung: Der Monarch wurde gebeten, das Volk nicht zur „verzweifelten Selbsthilfe“ zu treiben. In den Tagen der europäischen Aufstände war die Bedeutung dieses Satzes ohne Erklärung verständlich.
Am folgenden Morgen führte Hvidt die Stadtvertreter vom damaligen Rathaus zum Christiansborg. Ihnen folgten Tausende Menschen. Sie füllten den Platz, während Hvidt Frederik VII. die Petition übergab – dem König, der erst zwei Monate zuvor sowohl die Krone als auch die alten Minister geerbt hatte.
Die Entscheidung war schon vor dem Eintreffen der Delegation gereift. In der Nacht hatte Frederik den weiteren bisherigen Kurs abgelehnt, und am Morgen entließ er das Kabinett. Hvidt antwortete er kurz: Die Bitte sei bereits erfüllt, die Minister hätten ihre Vollmachten zurückgegeben. Als Hvidt den Palast verließ und verkündete: „Das Ministerium ist entlassen“, jubelten die Menschen dem König zu, begleiteten die Stadtvertreter zurück zum Rathaus und gingen auseinander. Auf diesem Platz endete die revolutionäre Drohung ohne Schüsse und Barrikaden.
Am nächsten Tag bezeichnete sich Frederik als konstitutionellen Monarchen und ernannte das Märzministerium. Hvidt und Lehmann, die mit der Forderung nach einem Kabinettswechsel zum Palast gekommen waren, traten selbst in das neue Ministerium ein. Hvidt wirkte an der Ausarbeitung des Verfassungsentwurfs mit; Lehmann verließ das Kabinett bald, verteidigte das angenommene Programm jedoch weiter.
Am fünften Juni achtzehnhundertneunundvierzig unterzeichnete Frederik im Christiansborg die erste dänische Verfassung. Der König wurde zum letzten dänischen Absolutisten und zum ersten konstitutionellen Monarchen. Ein Zweikammerparlament entstand – die Rigsdagen. Das Wahlrecht erhielten damals bei weitem nicht alle: Wählen durften Männer über dreißig Jahre, sofern sie nicht in häuslichen Diensten standen und keine Armenunterstützung bezogen. Im Januar achtzehnhundertfünfzig bezog das Parlament einen Teil der Palasträume.
Die Erinnerung machte den König rasch zur Hauptfigur. Nach einem späteren Zeugnis erschien Lehmann Frederiks knappe Antwort über die entlassenen Minister zu dürftig. Für einen Zeitungsbericht fügte er im Namen des Monarchen das Versprechen hinzu, dem Volk „zu Ehre und Freiheit“ ein treuer Anführer zu sein. Gerade diese längere Fassung verbreitete sich im Land als königliche Rede.
Die Reiterstatue wurde achtzehnhundertdreiundsiebzig, bereits nach Frederiks Tod, aufgestellt. Der Palast, den Hvidt betreten hatte, brannte elf Jahre später ab; der heutige Christiansborg wurde auf seinen Fundamenten errichtet. Heute tagt hinter der Fassade das Folketing, das Statsministeriet und Højesteret arbeiten dort, und der König nutzt einen Teil der Säle.
Die Statue überstand den alten Palast. Auf der Vorderseite des Sockels steht eingemeißelt: „Fünfter Juni achtzehnhundertneunundvierzig“, auf der Seitenfläche: „Frederik VII., Geber der Verfassung“. Die zwölftausend bis fünfzehntausend Menschen, die auf diesem Platz auf seine Antwort warteten, werden in der Inschrift nicht genannt.
Praktisch vor Ort
Für die Hauptgeschichte genügt es, den Platz und die erhaltenen Wirtschaftsgebäude von außen zu betrachten. Die Königlichen Stallungen, das Theater und die Palasträume haben eigene Besuchsbedingungen.
