Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Gerade Gartenalleen
- Herkulespavillon
- Rasenflächen anstelle der alten Beete
- Die Türme von Schloss Rosenborg
Die Geschichte des Ortes
Der Garten erstreckt sich entlang der Mauern von Schloss Rosenborg mit geraden Alleen, die den Plan des königlichen Wirtschaftsbetriebs bewahrt haben. Zwischen den heutigen Rasenflächen wuchsen Obstbäume, Gemüse und Blumen; die Gärtner schickten die Ernte an die Schlossküche, und der Monarch kam mit eingeladenen Gästen hierher. Der steinerne Herkulespavillon überdauerte die Beete und die vorübergehenden Zelte und dient heute als Café. Die Spazierwege verlaufen durch die ehemaligen Wirtschaftquartiere der königlichen Residenz.
Am sechsundzwanzigsten Mai siebzehnhunderteinundsiebzig berichtete eine Kopenhagener Zeitung: Bereiche von Kongens Have, die den Stadtbewohnern zuvor verschlossen waren, seien „zum Vergnügen der Einwohner“ geöffnet worden. Fast alle Alleen und Gartenquartiere wurden zugänglich gemacht; geschlossen blieben nur das Gelände bei der königlichen Residenz und der Gemüsegarten, der die Schlossküche versorgte.
Der Name erklärte, wem dieses Land gehörte. Im Jahr sechzehnhundertsechs kaufte König Christian IV. hinter dem östlichen Stadtwall einundvierzig private Gartengrundstücke auf. Auf seinen Befehl legte man hier gerade Wege an, pflanzte Obstbäume und schuf Gemüse- und Blumenbeete. Der König und die von ihm eingeladenen Gäste kamen hierher, und die Gärtner schickten die Ernte an den Schlosstisch. Stadtbewohner wurden auch früher gelegentlich zum Spazierengehen eingelassen, doch ihr Zugang hing von ihrem Stand und einer besonderen Erlaubnis ab.
Die vollständige Öffnung des Gartens ordnete Johann Friedrich Struensee an – ein deutscher Arzt, der Leibarzt des geistig erkrankten Christian VII. wurde und das Land faktisch an seiner Stelle regierte. Struensee wollte Dänemark rasch nach den Ideen der Aufklärung umgestalten. Im Herbst siebzehnhundertsiebzig schaffte er die Vorzensur ab, und im folgenden Frühjahr ließ er alle Interessierten in die ehemaligen königlichen Quartiere.
Der Unternehmer Johannes Jacob Gabel erhielt die Erlaubnis, an dem neuen Publikum zu verdienen. Er errichtete Zelte mit Bewirtung, nahm einen alten Steinpavillon in Besitz und eröffnete eine Bank für das Spiel Pharo – ein Glücksspiel mit Karten. Einen Teil der Einnahmen versprach man einem Findelhaus zu geben. Die Besucher zahlten für Essen, Getränke und Karten; von diesem Geld veranstaltete Gabel nächtliche Illuminationen und große Feste.
Die königliche Familie bestätigte die neue Ordnung durch ihre Anwesenheit. Christian VII. und Königin Caroline Mathilde speisten in den Gartenzelten zu Abend. Im Juli, nach der Geburt und Taufe ihrer Tochter Louise Augusta, veranstaltete man hier ein Feuerwerk: Im Feuer erschienen die Monogramme der Königin und des Säuglings, doch das königliche Zeichen war nicht darunter. In Kopenhagen kursierten bereits Gerüchte über eine Liebesbeziehung Struensees mit der Königin und darüber, dass gerade der Arzt der Vater des Mädchens sei.
Die Abschaffung der Zensur erlaubte Struensees Gegnern, diese Gerüchte mit dem Geschehen im Garten zu verbinden. In billigen Pamphleten wurden die Zelte zu Lasterhöhlen, Spaziergänge zu Ausschweifungen, und der ganze Garten erhielt den Beinamen „grünes Bordell“. Diese Texte waren politische Satire und Halbfiktion, keine genaue Aufzeichnung des Gesehenen. Sie zeigen jedoch zuverlässig, wie die Stadtbewohner das neue Recht nutzten: Hier las man frische Blätter, stritt über Reformen und erzählte Hofgerüchte weiter.
Im Oktober schränkte Struensee die von ihm eingeführte Pressefreiheit ein. Am siebzehnten Januar siebzehnhundertzweiundsiebzig wurde er verhaftet, und am achtundzwanzigsten April wegen Majestätsbeleidigung im Zusammenhang mit seiner Beziehung zur Königin hingerichtet. Der Garten selbst brachte ihn nicht zu Fall, doch der Staatsanwalt nahm die nächtlichen Vergnügungen und die offenen Tore in das Bild des sittlichen Verfalls auf, das dem Angeklagten vorgehalten wurde.
Nach Struensees Sturz entfernten Beamte die Spielzelte und beendeten Gabels Feste. Den Stadtbewohnern entzog man den Zugang nicht: Schon zu Beginn des folgenden Jahrzehnts beschrieb man den Garten offiziell als im Sommer zum Spazierengehen geöffnet. Gabels alter Pavillon wurde im Jahr siebzehnhundertdreiundsiebzig umgebaut – heute ist er der Herkulespavillon mit einem Café im Inneren. Rasenflächen nahmen den Platz der königlichen Beete ein, und die geraden Wege verlaufen noch immer fast dort, wo sie unter Christian IV. angelegt wurden. Spielzelte gibt es hier nicht mehr; das Publikum, für das sie aufgestellt wurden, blieb.
Praktisch vor Ort
Täglich; Januar–Februar 7:00–18:00, März 7:00–19:00, April 7:00–21:00, Mai–August 7:00–22:00, September 7:00–21:00, Oktober 7:00–19:00, November–Dezember 7:00–17:00. Freier Eintritt.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Diese Station findet draußen statt: Wählen Sie einen ruhigen Platz bei dem Denkmal und bleiben Sie nicht mitten im Durchgang stehen.
