Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Backsteinfassaden
- Türme mit Spitzen
- Schlossgraben
- Zugbrücke
Die Geschichte des Ortes
Hinter den Backsteinfassaden und Türmen mit Spitzen ist seit achtzehnhundertachtunddreißig ein Museum von Den Kongelige Samling geöffnet. Unter dem Schloss wird der Schatz mit Kronen und Kostbarkeiten aufbewahrt, und in den Sälen sind die Dinge der Familie geblieben, die hinter diesen Mauern lebte. Draußen liegt an der Zugbrücke noch immer der Graben, der einst das königliche Leben von der Stadt trennte.
Der Graben an den Backsteinmauern entstand zusammen mit dem Landsitz des dänischen Königs Christian IV. Im Jahr sechzehnhundertsechs kaufte er vierzig Grundstücke hinter dem Stadtwall: Hier fanden ein Garten, Gemüsegärten für den Hof und eine abgeschlossene königliche Residenz Platz. Das kleine Haus ließ der König erweitern, bis es seine heutige Länge, ein drittes Stockwerk und Türme mit Spitzen erhielt. Im Jahr sechzehnhundertvierundzwanzig notierte Christian erstmals dessen Namen – Schloss Rosenborg, das „Schloss der Rosen“.
Am fünften November sechzehnhundertzweiunddreißig veranstaltete der König hier ein Festmahl. Unter den Gästen war Frantz Rantzau, ein achtundzwanzigjähriger Aristokrat, den Christian zu seinem Schwiegersohn machen und für das höchste Amt in der königlichen Verwaltung gewinnen wollte.
Rantzau gehörte zu einem der reichsten Adelsgeschlechter, besaß ererbte Güter und bezog Einkünfte aus Ländereien, die ihm die Krone übertragen hatte. Mit dreiundzwanzig Jahren saß er bereits im Staatsrat und verwaltete Kopenhagen. Der König verlobte ihn mit seiner ältesten Tochter Anna Cathrine, als das Mädchen neun Jahre alt war. Die Hochzeit wurde bis zu ihrer Volljährigkeit verschoben, und Rantzau sollte als erster Adliger in die Familie von Christian IV. eintreten.
Im selben Jahr ernannte der König ihn zum Rigshofmeister – zum Leiter des Hofes und höchsten Würdenträger des Königreichs. Rantzau erhielt das Amt noch, konnte es aber nicht mehr ausüben.
Nach dem Festmahl verließ er das Schloss, fiel in den Graben und ertrank. Warum er ins Wasser geriet, ist nicht zuverlässig bekannt. Später erzählte man, Christian habe selbst versucht, seinen künftigen Schwiegersohn herauszuziehen, und sei beinahe hinterhergefallen; das ist eine Überlieferung, kein bestätigtes Detail. Unzweifelhaft ist etwas anderes: Frantz Rantzau starb im Graben von Schloss Rosenborg, wenige Monate nach seiner Ernennung.
Anna Cathrine blieb unverheiratet. Im Sommer des folgenden Jahres schrieb sie auf Französisch in ein kleines Gebetbuch: „Gott, tröste meine Seele.“ Im August starb das Mädchen kurz nach ihrem fünfzehnten Geburtstag an Pocken. Die Hofüberlieferung ersetzte die Pocken durch eine für die Familientragödie passendere Ursache – den Tod aus Kummer.
Das Büchlein wurde in einen goldenen emaillierten Einband mit einem Totenschädel, einer Sanduhr, einem Kreuz und einer aufgeschlagenen Bibel gebunden. Lange hielt man es für ein Geschenk Rantzaus an seine Verlobte. Das Datum auf der ersten Seite widerlegt diese Version: Der Eintrag wurde am zwanzigsten Juni sechzehnhundertdreiunddreißig gemacht, mehr als sieben Monate nach dem Tod des Verlobten.
Seit achtzehnhundertachtunddreißig ist Schloss Rosenborg als Museum von Den Kongelige Samling geöffnet; unter dem Schloss wird der Schatz mit Kronen und Kostbarkeiten aufbewahrt. Der Graben blieb draußen, und Anna Cathrines Gebetbuch befindet sich unter den Dingen der Familie, die hinter diesen Mauern lebte.
Praktisch vor Ort
Täglich 10:00–17:00; letzter Einlass 16:30. Im Winter sind verkürzte Öffnungszeiten und Schließungen montags möglich. Tickets sollten besser im Voraus gebucht werden.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die historischen Gegenstände befinden sich in der Museumsausstellung, planen Sie den Eintritt daher separat ein. Ohne Besuch der Innenräume konzentrieren Sie sich auf das Erscheinungsbild des Schlosses und seine Verbindung mit dem Garten.
