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Christianshavns Kanal und die Straße Overgaden

Christianshavn Kanal & Overgaden

Die Station zeigt, um welchen Preis sumpfiges Flachwasser in ein Handelsviertel verwandelt wurde.

20 Min.
Christianshavns Kanal mit Booten und bunten Häusern.
Tony Webster · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Kanal
  • Uferstraßen Overgaden
  • Fassaden der Kaufmannshäuser
  • Anlegestellen bei den Häusern

Die Geschichte des Ortes

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Christianshavns Kanal verläuft durch die Mitte des Viertels; an seinen Ufern liegen zwei Uferstraßen und die Fassaden der Kaufmannshäuser. Er wurde als innerer Wasserweg angelegt: Boote und Lastkähne kamen hierher aus dem Hafen und machten an den Anlegestellen der Eigentümer fest. Hinter der Wohnfassade begann ein langer Hof mit Lagerhäusern, sodass die Fracht fast direkt an der Tür vom Schiff abgeladen wurde. Das Ufer auf der Seite von Amager nennt man die obere Overgaden, das gegenüberliegende die untere: Diese Namen haben die Teilung des Viertels durch den Kanal bewahrt.

Im Jahr eintausendsechshundertneunzehn bot der dänische König Christian IV. reichen Kaufleuten aus Kopenhagen einen Handel an: Sie würden ein Grundstück im neuen Christianshavn kostenlos erhalten, wenn sie darauf ein solides steinernes Handelshaus errichteten. Der König wollte, dass die Kaufleute mit ihrem Geld das sumpfige Flachwasser bei der Insel Amager in eine befestigte Hafenstadt verwandelten. Für den Umzug versprach er zwölf Jahre Steuerfreiheit und sieben Jahre Befreiung von Ausfuhrzöllen.

Kostenlos war hier nur das Grundstück. Die Kaufleute mussten Land aufschütten, für das Haus Hunderte Holzpfähle in den Boden rammen, eine Straße anlegen und das Ufer befestigen. Im Winter stieg das Wasser so hoch, dass der Stadtrichter sich nicht getraute hinauszugehen, um Brot und Frischwasser zu holen. Es gab weder eine Wasserleitung noch eine Kirche. Selbst die Steuervergünstigungen überzeugten die Menschen nicht, ein Vermögen in ein Viertel zu investieren, das ein neues steinernes Haus im Schlamm versenken konnte.

Christian IV. beauftragte den niederländischen Ingenieur Johan Semp, die Stadt so zu planen, dass sich die Investitionen dennoch durch Handel amortisierten. Semp führte einen Kanal durch die Mitte der Bebauung. Boote und Lastkähne konnten aus dem Hafen hineinfahren, vor den Grundstücken der Kaufleute anlegen, und die Waren gelangten vom Bord direkt in den Hof und ins Lager, ohne durch ganz Kopenhagen transportiert werden zu müssen. Der Kaufmann wohnte hinter der Fassade, lagerte seine Fracht im hinteren Teil des Grundstücks und erhielt einen eigenen Anleger am Tor. Deshalb erstreckten sich die langen Höfe und Lagerhäuser hier von den Wohnhäusern bis zum Wasser.

In den ersten Jahren wurde Christianshavn nur langsam besiedelt. Hierher umzuziehen wagten vor allem königliche Bedienstete und wohlhabende Händler, die Pfähle und Aufschüttungen bezahlen konnten. Doch ihre Häuser gaben dem Kanal Arbeit: Mit der Zeit entstanden entlang des Kanals Kaufmannshöfe, und Boote sowie Lastkähne fuhren zu den Lagerhäusern. Der König erhielt eine Handelsstadt, doch gebaut wurde sie von Menschen, die bereit waren, das kostenlose Land mitsamt allen Kosten für die Schaffung des Landes selbst anzunehmen.

Diese Rechnung hat sich im Straßennamen erhalten. Overgaden bedeutet Ufer- oder Kai-Straße; das Wort stammt vermutlich aus dem Niederländischen. Der Kanal teilte die neue Stadt in einen oberen und einen unteren Teil. Das Ufer auf der Seite von Amager nannte man Overgaden Oven Vandet – die Uferstraße des oberen Teils –, das gegenüberliegende, dem alten Kopenhagen zugewandte, Overgaden Neden Vandet, die Uferstraße des unteren Teils. Dazwischen bleibt eben jener Durchgang, auf dem die Fracht der Kaufleute direkt bis zu den Türen der Lagerhäuser gelangen sollte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktChristianshavns Torv
Eintrittvon außen
In Karten öffnen

Am Kai kann man rund um die Uhr spazieren; das Institut Overgaden ist Dienstag–Sonntag von 13:00 bis 18:00 Uhr geöffnet (donnerstags bis 20:00 Uhr); der Eintritt ist frei.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betreten Sie nicht die privaten Anlegestellen und Durchgänge zu den Häusern. Die Details der Fassaden lassen sich vom gegenüberliegenden Ufer besser betrachten.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Brücke über den Kanal zurück und auf den Platz dahinter.

Stopp 2 von 6Weiter: Christianshavns Torv

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Christianshavn: Kanäle, Wälle und Christiania“ — 6 Stopps, 2,2 km, 2,5 Std..

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