Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Backsteinbogen
- Hölzerne Torflügel
- Stadtplatz
- Brücke über den Wassergraben
Die Geschichte des Ortes
Der Backsteinbogen mit hölzernen Torflügeln steht an der Brücke über den Wassergraben, an der Grenze des alten Chiang Mai. Dieser Durchgang gehörte zum inneren Verteidigungsgürtel, während den Namen Tha Phae einst ein anderes, weiter östlich gelegenes Tor trug. Von dort führte die Straße zum Fluss Ping, zu dem Flöße und Boote mit Fracht kamen; der Name selbst erinnert an eine Flussanlegestelle. Heute beginnt am Bogen der Sonntagsmarkt, und der Platz versammelt die Stadt zu Festen.
Im Jahr neunzehnhundertvierundachtzig brachte man dem Gouverneur von Chiang Mai, Chaiya Phunsirivong, ein altes Foto eines Stadttors. Der Gouverneur war von Ausbildung Architekt, hatte zuvor die Stadtplanungsbehörde geleitet und beschloss, dem östlichen Zugang nach dieser Aufnahme sein historisches Aussehen zurückzugeben. An der Stelle des heutigen Backsteinbogens stand damals ein Tor, das in den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts ohne eine verlässliche alte Vorlage errichtet worden war. Eine Autostraße führte hindurch.
Chaiya wollte diesen Bau abreißen, einen anderen errichten und die Durchfahrt zugunsten eines Stadtplatzes schließen. Ein Teil der Einwohner war dagegen: In zwei Jahrzehnten hatte man die neuen Tore bereits für echte Altertümer gehalten. Dem Gouverneur warf man vor, ein Denkmal zu zerstören, und sogar, dass ein Eingriff in die Stadtgrenze Chiang Mai Unglück bringen werde. Die Mittel für das Projekt sammelte er bei Bürgern und örtlichen Unternehmern, war also von der Unterstützung derselben Gesellschaft abhängig, mit der er stritt.
Chaiya begann dennoch mit dem Bau. Mitarbeiter des Fine Arts Department untersuchten die Fundamente und übertrugen die auf dem alten Foto dargestellte Form in eine Zeichnung. Der genaue Aufnahmeort wird bis heute diskutiert: Auf dem Foto könnten andere Tore zu sehen sein, darunter das verschwundene äußere Tha Phae Gate. Höhe und Maße der Vorlage wurden verkleinert, weil ringsum bereits moderne Gebäude standen. So entstanden Mitte der achtziger Jahre der Backsteinbogen, die hölzernen Torflügel und der Platz davor. Das sichtbare Mauerwerk stammt größtenteils aus dieser Rekonstruktion. Während der Arbeiten erhielt Renu Wichasin, eine Forscherin für Lan-Na-Inschriften in Tai-Tham-Schrift, eine andere Aufgabe. Die frühere Mauer war bereits abgetragen, die Bauarbeiter errichteten eine neue, und daneben stand noch ein vierkantiger beschrifteter Steinpfeiler. Renu sollte davon eine Papierkopie abnehmen, bevor der Bau weiterging.
Sie konnte die Kopie nicht lesen. Die Zeichen der Tai-Tham-Schrift wirkten sinnlos. Renu ließ die Blätter in der Sonne trocknen, hob dann eines gegen das Licht – und sah die Buchstaben auf der Rückseite. Der Steinmetz hatte den Text absichtlich spiegelverkehrt eingemeißelt. Auf dem Pfeiler befanden sich Zahlentabellen, astrologische Kreise und das Pali-Wort „Indakhila“: So nannte man einen Stadtpfeiler, eine Stütze an einer Schwelle oder einem Tor. Wer diesen Stein wann angefertigt hat, ist unbekannt.
Nach dem Bau geriet der Pfeiler aus dem Blick. Einige Forscher meinten, er sei dem Nationalmuseum Chiang Mai übergeben worden; Museumsmitarbeiter suchten ihn in den Beständen und fanden nichts. Fast vierzig Jahre lang konnte niemand zeigen, wo er sich befand. Im Herbst zweitausenddreiundzwanzig öffnete eine Gruppe von Archäologen und städtischen Fachleuten einen verschlossenen Raum im Inneren des heutigen Tors. Der Pfeiler stand dort senkrecht: Die Bauarbeiter hatten ihn nicht fortgebracht, sondern in die neue Backsteinkonstruktion eingeschlossen.
Auch der Name des Tors gehörte ursprünglich zu einem anderen Ort. Dieser innere Durchgang hieß früher Chiang Riek, nach der benachbarten Siedlung. Das eigentliche Tha Phae Gate lag weiter östlich im äußeren Verteidigungsgürtel. Dahinter führte die Straße zum Fluss Ping, wo Boote und Flöße entladen wurden: „Tha Phae“ bedeutet „Anlegestelle der Flöße“. Als das äußere Tor abgetragen wurde, ging sein Name auf den verbliebenen inneren Durchgang über.
Sonntags beginnt von hier der Markt auf der gesperrten Rachadamnoen Road, und auf dem Platz finden Stadtfeste statt – genau für solche Zusammenkünfte entfernte Chaiya die Autodurchfahrt. Innerhalb der Backsteinmauer steht weiterhin der verschlossene Steinpfeiler mit den spiegelverkehrten Buchstaben, die Renu Wichasin mitten während jener Bauarbeiten erstmals gegen das Licht las.
Praktisch vor Ort
Der öffentliche Platz am Tor ist jederzeit zugänglich; sonntags ab dem späten Nachmittag und am Abend ist der Ort mit der Sunday Walking Street verbunden und verändert seinen Rhythmus deutlich.
Geprüft: 15. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Tore lassen sich gut vom Platz aus betrachten; der verborgene Raum und die darin gefundene Steinplatte gehören nicht zum üblichen Besuch.
