Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Breiter Rasen
- Gezinnte Fassade der Alten Zitadelle
- Wege durch den Platz
Die Geschichte des Ortes
Der gezinnte Baukörper der Alten Zitadelle steht am nördlichen Rand des Rasens; heute befindet sich darin ein Hotel, früher gehörte er zur Militärschule. Das offene Feld davor ließ man unbebaut, legte Wege hindurch und bestimmte die Mitte erneut als Paradeplatz aus rotem Lehm. Später benannte man den Platz nach einem General des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs, obwohl er mit diesem Ort überhaupt nicht verbunden war.
Den breiten Rasen in der Mitte des Marion Square bewahrt man als Paradeplatz. Schon im Jahr achtzehnhundertdreiunddreißig übergab der Stadtrat dieses Land den Offizieren der örtlichen Miliz unter der Bedingung: Hier sollten für immer ein Platz für militärische Formationen und eine öffentliche Promenade bleiben. Heute finden auf dem Rasen ein Bauernmarkt, Festivals und städtische Zeremonien statt, doch die alte Bedingung gilt weiter.
Besonders wörtlich nutzten die Einwohner im Frühjahr achtzehnhundertfünfundsechzig ihr Recht auf diesen Raum. Damals nannte man ihn Citadel Green – den Paradeplatz vor der Militärschule Citadel. Am achtzehnten Februar verließen die Konföderierten Charleston, Bundessoldaten besetzten die Schule, und die Freiheit, die den versklavten Einwohnern zwei Jahre zuvor verkündet worden war, wurde endlich zu einer durchsetzbaren Tatsache.
Einen Monat später organisierten schwarze Älteste der methodistischen Gemeinden „Zion“ und „Bethel“ hier einen Zug der Befreiten. Die Genehmigung wurde etwa einen Tag vor der Versammlung erteilt. Am einundzwanzigsten März kamen Tausende Männer, Frauen und Kinder auf den Paradeplatz. An der Spitze ritten Ordner, gefolgt von den 21st United States Colored Troops – schwarzen Soldaten der Bundesarmee. Hinter ihnen gingen etwa eintausendachthundert Schulkinder. Fast keines dieser Kinder hatte zuvor eine Schule besucht, und keines hatte an einer öffentlichen Prozession teilgenommen.
Die Einwohner zeigten auch, womit sie nun ihren Lebensunterhalt verdienen wollten. Fischer, Zimmerleute, Maurer, Böttcher, Bäcker, Barbiere und Schmiede trugen ihre Werkzeuge. Dann erschien ein Wagen mit einem Auktionspodest. Ein Mann mit einer Glocke stellte einen Menschenhändler dar; er selbst war zuvor mehrmals gekauft und verkauft worden. Zwei Frauen und ein Kind auf dem Podest waren tatsächlich durch Auktionen in Charleston gegangen. Ihnen folgten sechzig Männer, die an einem einzigen Seil gebunden waren, wie die Gruppen von Menschen, die man früher von hier zum Verkauf getrieben hatte. Jeder von ihnen war einst verkauft worden.
Hinter dem Wagen fuhr ein Leichenwagen mit der Aufschrift „Sklaverei ist tot“, und fünfzig Frauen stellten einen Trauerzug dar. Die Prozession zog durch die Straßen im Stadtzentrum und kehrte zum Citadel Green zurück. Zuvor hatte man in der Stadt befürchtet, ein so großer Aufzug der Befreiten werde in Unruhen enden. Nach ihrer Rückkehr gingen die Teilnehmer friedlich auseinander. Vom ersten Januar des folgenden Jahres an begingen schwarze Einwohner in Charleston jährlich den Emancipation Day, und dieser Paradeplatz blieb lange einer der wichtigsten Versammlungsorte.
Der Name Marion Square kam später auf. Im Herbst achtzehnhundertzweiundachtzig setzte sich Bürgermeister William A. Courtenay dafür ein, den verwahrlosten Paradeplatz zu räumen und ihn der gemeinsamen Verwaltung von Stadt und Miliz zu übergeben. Das Komitee entschied, der öffentliche Park brauche einen historischen Namen, der für die Einwohner akzeptabel sei, und schlug den Namen Francis Marion vor.
Marion war Brigadegeneral zur Zeit des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs. Nach der Einnahme von Charleston durch die Briten im Jahr siebzehnhundertachtzig stellte er kleine Milizeinheiten zusammen und griff in den Niederungen South Carolinas britische Versorgungs- und Kommunikationslinien an. Mit diesem Platz hatte er nichts zu tun, und im Bericht des Komitees wurde der Grund für die Wahl nicht näher erläutert. Am zehnten Oktober bestätigte der Stadtrat den Namen, und die ernannten Kommissare entfernten die alten Gebäude, legten Wege an und ließen in der Mitte einen neuen Paradeplatz aus rotem Lehm.
Den gezinnten Baukörper der Alten Zitadelle an der Nordseite nimmt heute ein Hotel ein. Im Jahr achtzehnhundertfünfundsechzig waren dort Bundessoldaten stationiert, und auf dem offenen Feld davor versammelten sich Menschen mit dem Auktionswagen und dem Leichenwagen. Das Feld blieb offen.
Praktisch vor Ort
Offener städtischer Platz; der Zugang kann sich bei Märkten, Festivals und Arbeiten ändern.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Diese Station liegt vollständig im Freien. Suchen Sie Schatten und gehen Sie nah um das Fragment der Befestigung herum – aus der Ferne kann man es leicht für eine gewöhnliche Mauer halten.
