Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das Haupthaus
- Der runde Sommerpavillon
- Tafeln an den Standorten verlorener Gebäude
- Gedenktafel auf der Seite von Ashmead Place
Die Geschichte des Ortes
Das Haus trägt den Namen von Joseph Manigault: Im Jahr achtzehnhundertdrei zog dieser Reisplantagenbesitzer und Kaufmann mit seiner Familie hier ein. Den Entwurf bestellte er bei seinem Bruder Gabriel Manigault, einem Autodidakten unter den Architekten. Die Mittel für das Stadthaus stammten aus mehreren Plantagen; zusammen mit ihnen erbte Joseph mehr als zweihundert versklavte Menschen. Ein Teil der Haussklaven lebte auf diesem Grundstück und diente der Familie. Die Küche, ihre Unterkunft, der Stall und die Latrine standen getrennt vom repräsentativen Haus im Hof; diese Gebäude sind verloren, ihre Standorte heute durch Museumstafeln markiert.
Die Familie Manigault verließ das Haus im Jahr achtzehnhundertzweiundfünfzig. Das Grundstück wurde aufgeteilt, das Gebäude verfiel und wurde zu einem Mietshaus mit mehreren Wohnungen. Im Jahr neunzehnhundertzwanzig kaufte es die Charleston Automobile Company, die vorhatte, das alte Herrenhaus abzureißen und ein Geschäftsgebäude zu errichten.
Die Immobilienmaklerin Susan Pringle Frost wollte den Abriss verhindern. Gemeinsam mit Nell McColl Pringle und weiteren dreißig Einwohnern gründete sie die Society for the Preservation of Old Dwellings – die erste Bürgerorganisation dieser Art im Land. Nell zahlte fünftausend Dollar in bar ein, und die Mitgliederinnen kauften das Haus von der Automobilgesellschaft zurück.
Der Kauf war leichter als der Unterhalt. Um Steuern und Hypothekenzinsen zu bezahlen, richtete Nell hier eine Pension für schwarze Bewohner ein. Später öffnete man die Zimmer für Führungen und verkaufte den Gästen Tee für einen Vierteldollar je Tasse. Das Geld reichte dennoch nicht. Nell musste einen Teil der Bankaktien ihrer Familie verkaufen und dann den hinteren Garten an Standard Oil abtreten.
Die Ölgesellschaft errichtete dort eine Esso-Tankstelle. Auf dem verkauften Grundstück stand noch ein runder Sommerpavillon aus der Zeit der Manigaults. Nell schickte Rockefeller einen Brief und ein Telegramm und rief ihn dann an, um wenigstens die Erhaltung dieses Bauwerks zu erreichen. Der Pavillon wurde nicht abgerissen, aber als Toilette und Reifenlager genutzt.
Im Jahr neunzehnhundertzweiunddreißig forderten die Gläubiger die Rückzahlung des Darlehens, und die Mitgliederinnen der Gesellschaft verloren das Haupthaus. Ein Jahr später erwarb The Charleston Museum es mit Hilfe von Henrietta Pollitzer Hartford: Sie spendete dreitausendeins Dollar zum Gedenken an ihre Mutter. Eine Tafel auf der Seite von Ashmead Place erinnert an diese Gabe. Das Museum stellte die Zimmer wieder her und eröffnete darin eine Ausstellung über die Familie Manigault und die versklavten Menschen, die auf dem Grundstück gelebt hatten.
Im Jahr neunzehnhundertsechsunddreißig riss Standard Oil die Tankstelle ab und übergab dem Museum den Garten mit dem Pavillon. Der runde Bau im hinteren Teil des Grundstücks ist eben jenes Sommerhaus, in dem während des Betriebs der Tankstelle Reifen gelagert wurden.
Praktisch vor Ort
Mo-Sa 10:00-17:00, So 12:00-17:00; letzte Führung 16:30.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Das Innere wird gesondert besichtigt; nehmen Sie sich draußen nicht nur für die Fassade Zeit, sondern auch für die Leerstellen an den Standorten der verlorenen Wirtschaftsgebäude.
