Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Galerie aus 47 Backsteinbögen
- Spanisches Wappen
- Datum 1798 unter dem Wappen
- Eingänge zu den gewölbten Räumen
Die Geschichte des Ortes
Las Bóvedas bedeutet „Gewölbe“. Hinter der Galerie mit siebenundvierzig Backsteinbögen liegen dreiundzwanzig gewölbte Kammern, die für einen Bombentreffer ausgelegt sind. Sie wurden für die vergrößerte Garnison gebaut, um Soldaten, Vorräte, Waffen und Munition unterzubringen. Die Schießscharten waren zum Meer gerichtet, und oben stellte man Kanonen auf.
Im Jahr eintausendneunhundertzweiundsiebzig versuchte der Architekt Alberto Samudio, Mieter für die kürzlich restaurierten Las Bóvedas zu finden. Er leitete die Niederlassung der Corporación Nacional de Turismo in Cartagena de Indias und wollte verhindern, dass die leer stehenden Räume wieder zu einer Müllkippe wurden. Die Monatsmiete wurde auf zweihundert Pesos gesenkt – einen Betrag, den Samudio selbst lächerlich nannte. Trotzdem gab es keine Interessenten. Dieser Rand von San Diego galt als abgelegen, die Straße war weiterhin nicht befestigt, und in einigen Abteilen fehlten Türen. Die ersten Mieter mussten nach dem Öffnen eines Raums warten, bis die Fledermäuse herausflogen.
Für den Handel hatte niemand diese Räume entworfen. Das spanische Wort „bóvedas“ bedeutet „Gewölbe“. Ende des achtzehnten Jahrhunderts richtete der Militäringenieur Antonio de Arévalo hier dreiundzwanzig gewölbte Räume ein, die einem Bombentreffer standhalten konnten. Darin sollten Soldaten der vergrößerten Garnison wohnen sowie Lebensmittel, Waffen und Munition gelagert werden. Durch die Schießscharten der Meerseite konnte man schießen, und auf der oberen Plattform war Artillerie aufgestellt. Von der Stadtseite her verband eine Galerie aus siebenundvierzig Backsteinbögen die Räume. Die Arbeiten wurden im Jahr eintausendsiebenhundertachtundneunzig abgeschlossen – dieses Datum steht noch immer unter dem spanischen Wappen über dem zentralen Durchgang.
Nach der Restaurierung wurden die dicken Mauern gegen Feuchtigkeit abgedichtet, und sogar jedes Abteil erhielt eine Toilette. Samudio brachte in einem von ihnen ein Universitätsmuseum für Korallen unter und überließ ein anderes einem Klub von Stierkampfbegeisterten: Nach den Aufführungen in der benachbarten La Serrezuela kamen Toreros und Zuschauer dorthin. So erhielt die leere Arkade ihre ersten Besucher.
Zu den ersten Mietern gehörte die Schriftstellerin und Schauspielerin Petra Villalobos. Sie war im armen Viertel El Boquetillo aufgewachsen, das damals an die Außenseite der Mauer grenzte, und mietete das neunte Gewölbe für dreihundert Pesos. Zunächst stellte Petra dort Tischfußball auf. Das Geschäft musste aus einem unerwarteten Grund schließen: Schüler der benachbarten Salesianerschule blieben zum Spielen und versäumten den Unterricht, der Rektor beschwerte sich bei Samudio, und dieser bat darum, die Geräte zu ersetzen.
Für Petra bedeutete das einen Einkommensverlust, doch der Vertrag war bereits unterschrieben. Die Miete bezahlte sie von ihrem Gehalt in einem Juweliergeschäft. Auf Rat einer Freundin investierte Petra weitere dreihundert Pesos in Tongefäße, Maracas und Fächer aus Palmblättern. Danach begann sie, modische Kleidung im Hippiestil zu nähen; einige Kunden heirateten in ihren Entwürfen. Im selben Raum veranstaltete sie Ausstellungen von Studenten der Institución Universitaria Bellas Artes y Ciencias de Bolívar (Unibac) und samstägliche Puppenvorführungen.
Samudio erinnerte sich, dass nach etwa zwei Jahren bereits alle Gewölbe vermietet waren. Später brachte man Passagiere von Kreuzfahrtschiffen hierher, und die ehemaligen Kasernen wurden zur wichtigsten Reihe von Souvenir- und Kunsthandwerksläden in Cartagena de Indias. Am neunten Abteil steht noch heute der Name „El Artesano“ – der Laden entstand aus jenen dreihundert Pesos, für die Petra die ersten Tongefäße, Maracas und Palmfächer kaufte.
Praktisch vor Ort
Die Galerie und die Läden richten sich nach den tatsächlichen Öffnungszeiten der Verkäufer am Tag; der obere Bereich der Mauer kann aus Sicherheitsgründen, wegen des Wetters oder städtischer Veranstaltungen eingeschränkt sein.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Läden können frei besichtigt werden, doch die Verkaufsräume bleiben in Betrieb. Treten Sie von den Schaufenstern zurück, um den Gesamtrhythmus der Galerie und die Stärke des Mauerwerks zu sehen.
