Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steintore am al-Husain-Schrein
- Läden mit Schmuck
- Reihen von Handelsräumen
- Höfe von Handelshäusern
Die Geschichte des Ortes
Chan el-Chalili bedeutet „Handelshof al-Chalili“. Der Hof selbst existiert schon lange nicht mehr, doch der Name seines Auftraggebers ging zunächst auf den Markt und dann auf das ganze Viertel über. Al-Chalili war Dscharkas al-Chalili, der oberste Aufseher der Stallungen von Sultan Barquq. Sein Vermögen erwarb er durch Handel mit anderen Ländern und beschloss Ende des vierzehnten Jahrhunderts, im Zentrum Kairos einen großen Chan zu bauen: Die Läden öffneten sich zur Straße, die Waren wurden um einen Innenhof gelagert, und die Kaufleute wohnten in Zimmern im oberen Stockwerk.
Freie Grundstücke nahe der wichtigsten Handelsstraße gab es kaum noch. Dscharkas wählte ein Gelände östlich der heutigen Al-Muizz-Straße, neben dem al-Husain-Schrein. Es schien nur leer zu sein. Hier stand die Turbat az-Zaʿfarān, die „Safrangruft“, der Familienfriedhof der Fatimiden, der Dynastie, die Kairo gegründet hatte. Dort lagen Kalifen, ihre Kinder und ihre Ehefrauen.
Muslimische Gräber konnte man nicht wie Bauschutt räumen. Dscharkas erwirkte eine Fatwa, in der die schiitischen Fatimiden zu Ketzern erklärt wurden; auf dieser Grundlage sprach man ihnen das Recht ab, in ihren Gräbern zu bleiben. Danach befahl er, die Bestattungen zu öffnen. Die Knochen wurden in Körben hinausgetragen und auf Müllhügeln hinter dem östlichen Rand der Stadt weggeworfen. Auf dem freigewordenen Gelände errichteten Baumeister den Chan.
Die Rechnung ging auf. Die Kaufleute erhielten Lager und Unterkunft mitten im Handelszentrum Kairos; ringsum entstanden weitere Handelshöfe und Ladenreihen. Bis zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts wurde dieses Gebiet zum wichtigsten Ort des Außenhandels in der Stadt. Der Name eines Gebäudes, Chan el-Chalili, breitete sich allmählich auf die benachbarten Straßen aus.
Im Jahr eintausendfünfhundertelf befahl Sultan Qansuh al-Ghuri, auch diesen ersten Chan abzureißen. Auf seine Anordnung hin baute man hier neue Lager, Läden, vermietbare Zimmer und Handelshöfe, legte die Straßen regelmäßiger an und schloss die Durchgänge mit monumentalen Steintoren ab. Zwei solcher Tore sind nahe dem al-Husain-Schrein erhalten, doch sie entstanden mehr als ein Jahrhundert nach Dscharkas.
Heute sind am Rand von Chan el-Chalili Läden mit Schmuck, Antiquitäten und Waren für Besucher geöffnet; der benachbarte Markt der Goldschmiede versorgt auch die Einwohner Kairos, und ein Teil der Werkstätten befindet sich weiterhin in Höfen und oberen Stockwerken. Vom Gebäude Dscharkas’ ist nichts erhalten. Von der Safrangruft ebenfalls nicht. Auf Schildern und Stadtplänen ist der Name des Mannes geblieben, der ihre Beseitigung für einen Handelshof anordnete.
Praktisch vor Ort
Das Marktgebiet ist belebt und verändert sich je nach Tagen, Feiertagen und Öffnungszeiten der Läden; für die Route genügt der Weg am Rand entlang. Überprüft am 2026-06-25.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie am Rand des Marktes, wenn Sie das Tempo der Route halten möchten. Sie müssen nichts kaufen; Menschen und Verkäufer sollten Sie am besten erst nach Zustimmung aus der Nähe fotografieren.
