Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Überreste von Hauswänden
- Archäologische Ausgrabungen
- Spazierweg
- Freigelegte Stadtbereiche
Die Geschichte des Ortes
Der Fustat-Park wurde im Jahr neunzehnhundertneunundachtzig dort angelegt, wo sich zuvor die städtische Müllkippe befand. Jetzt wird er unter dem Namen Fustat Hills Park erweitert, und ein Spazierweg führt um eine separate archäologische Zone östlich der Moschee des ʿAmr ibn al-ʿĀs herum. Zwischen den freigelegten Bereichen und Ausgrabungen sind Hauswände der alten Stadt erhalten.
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts kamen hierher, östlich der Moschee des ʿAmr ibn al-ʿĀs, Sabbachin – Sebach-Schürfer. Sie gruben die Aufschüttungen um, luden Erde auf Kamele und verkauften sie den Landwirten als Dünger. Sebach nannte man ein stickstoffreiches Gemisch aus zerfallenem Lehmziegel und jahrhundertealten Haushaltsabfällen. Für die einen lag unter diesen Hügeln das alte Fustat, für die anderen eine Ware, mit der sie ihren Lebensunterhalt verdienten.
Mit der Erde verschwanden Hauswände, Öfen und Abwasserleitungen. Ganze Gefäße und schöne Scherben gelangten zu Antikenhändlern, die übrigen Funde wurden zerschlagen oder weggeworfen. Den Abbau zu verbieten war schwierig: Genehmigungen wurden offiziell erteilt, und Ausgrabungen einer islamischen Stadt wurden fast nicht finanziert.
Im Jahr neunzehnhundertzwölf wurde Ali Bahgat, einem Mitarbeiter des Museums für Arabische Kunst, die Aufsicht über die Arbeiten übertragen; er wollte die Überreste von Fustat retten. So hieß damals das heutige Museum für Islamische Kunst in Kairo. Bahgat war vierundfünfzig Jahre alt. Er hatte als Übersetzer beim Komitee für Denkmalpflege begonnen und machte Karriere auf einem Gebiet, das viele Archäologen für weniger angesehen hielten als Ausgrabungen aus der Zeit der Pharaonen.
Geld für eine eigene große Expedition erhielt er nicht. Bahgat schlug den Schürfern vor, Sebach weiterhin abzutransportieren, stellte sie jedoch unter die Aufsicht von Wachleuten und lenkte die Arbeit so, dass die Gräben nacheinander ein Stadtviertel freilegten. Die Sabbachin behielten ihren Verdienst, und Bahgat erhielt Arbeitskräfte, die das Museum nicht bezahlen konnte.
In zwölf Jahren legten sie etwa zwölf Hektar von Fustat frei. Es entstanden Pläne von Straßen und großen Häusern sowie Erkenntnisse über Wasserversorgung und Kanalisation. Tausende Gegenstände wurden dem Museum übergeben: Keramik, Glas sowie Gegenstände aus Holz und Bronze. Bahgat konnte nachweisen, dass die gemusterten Scherben aus diesen Aufschüttungen Erzeugnisse örtlicher Werkstätten waren und keine zufällig eingeführte Ware.
Der Preis dieses Kompromisses blieb ebenfalls in den Berichten festgehalten. Die Schürfer arbeiteten für die Erde, deshalb hatten die Archäologen nicht genug Zeit, jede Schicht genau zu dokumentieren. Kollegen stritten über Bahgats Methode, doch gerade diese Arbeiten machten ihn zu einem der Begründer der islamischen Archäologie in Ägypten. Er starb im Jahr neunzehnhundertvierundzwanzig, als seine letzte Saison in Fustat endete.
Nach den Ausgrabungen häufte sich auf dem Gelände wieder Müll an. Im Jahr neunzehnhundertneunundachtzig wurde auf dem Gelände der städtischen Müllkippe der Fustat-Park angelegt. Jetzt wird er als Fustat Hills Park erweitert; die Arbeiten dauern noch an. Östlich der Moschee bewahrt man eine separate archäologische Zone mit Hausresten, und ein Spazierweg wird um den Bereich herum angelegt, den Ali Bahgat die Sabbachin, die Sebach-Schürfer, einst nacheinander ausgraben ließ.
Praktisch vor Ort
Fustat-Park/Rekonstruktionszone von Fustat; aktuelle Eingänge, Veranstaltungen und Öffnungszeiten bitte tagesaktuell prüfen.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie auf den erlaubten Wegen und gehen Sie nicht für einen näheren Blick hinter die Absperrungen. Ein Teil der archäologischen Überreste kann geschlossen oder von der Oberfläche aus schwer zu erkennen sein.
