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Worauf achten
- Küstenpfad
- Die Hänge von Yeongdo
- Das Meer
Die Geschichte des Ortes
Im Namen des Küstenpfads ist der frühere Name der ganzen Insel erhalten geblieben: Jeolyeongdo. Er wird gewöhnlich als „Insel des abgerissenen Schattens“ übersetzt: Die örtlichen Pferde sollen so schnell galoppiert sein, dass nicht einmal ihr Schatten ihnen folgen konnte. Diese Geschwindigkeit ist eine Legende. Die Pferdezucht hier wird durch alte Aufzeichnungen bestätigt: Forschende datieren ein örtliches königliches Pferdegestüt bereits in die Zeit von Silla, und viele Jahrhunderte später war auf der Insel weiterhin ein Weideland verzeichnet.
Das berühmteste Jeolyeong-Pferd ging Anfang des zehnten Jahrhunderts in die Geschichte ein. Damals zerfiel das frühere Königreich Silla. Der Heerführer Gyeon Hwon gründete im Südwesten den Staat Spätes Baekje und wollte die übrigen Gebiete unterwerfen. Ihm stand Wang Geon gegenüber, der Gründer von Goryeo, der dasselbe für seine Dynastie anstrebte.
Im August neunhundertvierundzwanzig schickte Gyeon Hwon seinem Rivalen ein diplomatisches Geschenk – ein auf Jeolyeongdo gezüchtetes Pferd von bläulich-grauer Farbe. Ein solches Geschenk sagte nicht nur etwas über die Freundlichkeit des Absenders aus. Ein gutes Pferd war militärischer Besitz, eine königliche Auszeichnung und ein Zeichen für den Reichtum eines Herrschers.
Zwei Jahre später hörte Gyeon Hwon eine Prophezeiung: Wenn das berühmte Pferd von Jeolyeongdo in den Besitz von Wang Geon gelange, werde Spätes Baekje untergehen. Die Prophezeiung ist in einer mittelalterlichen Chronik überliefert, doch wer sie verbreitete und warum, ist unbekannt. Gyeon Hwon bereute das Geschenk und schickte Leute, um darum zu bitten, das Pferd zurückzugeben. Wang Geon lachte, erfüllte die Bitte jedoch.
Die Rückkehr des Pferdes änderte nichts am Kampf der beiden Herrscher. Als Gyeon Hwon beschloss, den Thron seinem jüngeren Sohn Geumgang zu übergeben, erhob sich sein ältester Sohn Singeom, tötete seinen Bruder und sperrte seinen Vater im Geumsansa-Tempel ein. Gyeon Hwon floh zu Wang Geon – zu ebenjenem Mann, von dem er einst die Rückgabe des Jeolyeong-Pferdes verlangt hatte. Er bat seinen früheren Rivalen, gegen Singeom zu Felde zu ziehen, und schloss sich dem Feldzug selbst an. Im Jahr neunhundertsechsunddreißig begannen die Heerführer von Spätes Baekje, sich zu ergeben, als sie ihren ehemaligen Herrscher im Lager von Goryeo sahen. Singeom kapitulierte, und Wang Geon gliederte dessen Staat seinem eigenen an.
Der heutige Name der Insel, Yeongdo, ist eine Kurzform von Jeolyeongdo. Im Namen des Küstenpfads hat man die alte Form bewahrt: Vom königlichen Weideland ist hier keine sichtbare Spur geblieben, doch entlang der heutigen Küste zieht sich erneut der Name des Pferdes, das ein Herrscher verschenkte und zurücknahm, der dennoch sein eigenes Königreich überlebte.
Praktisch vor Ort
Offener kostenloser Pfad; örtliche Quellen geben für den Hauptpfad eine ganzjährige Öffnung an, doch die unteren Abschnitte können bei schlechtem Wetter und Reparaturarbeiten schwer begehbar oder geschlossen sein.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie auf der angelegten Route und gehen Sie nicht auf die nassen Felsen, besonders bei Wind und starkem Wellengang.
