Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade zur Avenida de Mayo
- Haupteingang
- Saal „La Bodega“
Die Geschichte des Ortes
Die Fassade des Café Tortoni zeigt zur Avenida de Mayo. Unter dem Saal befand sich einst ein Weinkeller, in dem Vorräte lagerten; er wurde geräumt, repariert und für Ausstellungen und Auftritte hergerichtet. Heute heißt der Keller La Bodega, und dort finden weiterhin Tango und andere kulturelle Abende statt.
Im Jahr tausendachthundertachtundfünfzig benannte der französische Emigrant Jean Touan sein Café in Buenos Aires nach dem Pariser „Tortoni“. Das Pariser Lokal trug den Nachnamen von François-Xavier Tortoni, einem Italiener, der dort zunächst als Geschäftsführer arbeitete, dann Eigentümer wurde und das Eiscafé zu einem modischen Treffpunkt machte. Das Café Tortoni in Buenos Aires befand sich zunächst an der Kreuzung der Avenida Rivadavia und der Esmeralda. In das heutige Gebäude verlegte es der nächste Besitzer, der aus Frankreich stammende Baske Celestino Curutchet. Nach der Eröffnung der Avenida de Mayo richtete er an der Seite der neuen Straße einen Eingang ein, der heute als Haupteingang gilt.
In den zwanziger Jahren versammelte der Künstler Benito Quinquela Martín Maler, Dichter und Musiker im benachbarten Café La Cosechera. Sie brauchten einen Ort, an dem sie ohne Einladung durch eine Akademie oder einen wohlhabenden Salon Werke zeigen, auftreten und einander kennenlernen konnten. Eines Tages zog die ganze Gruppe ins Café Tortoni um. Die Leute besetzten die besten Tische, die Zahl der Beteiligten wuchs, und der gewöhnliche Gastraum fasste sie nicht mehr.
Damals leitete Pedro Curutchet, Celestinos Sohn, das Café. Er hoffte, dass die bekannten Künstler dem Lokal neue Besucher bringen würden, und bot der Gruppe den Weinkeller im Untergeschoss an. Für den Besitzer war dies ein Wirtschaftsraum mit Vorräten, kein fertiger Konzertsaal. Quinquela und seine Gefährten räumten, reparierten und richteten den Keller selbst für Ausstellungen und Auftritte her.
Am vierundzwanzigsten Mai neunzehnhundertsechsundzwanzig gründeten sie hier die „Vereinigung der Kunst- und Literaturschaffenden La Peña“. Als Peña bezeichnete man eine Gemeinschaft, deren Mitglieder regelmäßig zur gemeinsamen Arbeit und zu öffentlichen Abenden zusammenkamen. In der Satzung hielt man fest, dass der Klub zu einer neutralen Plattform für Künstler und Kunstinteressierte werden sollte.
In den folgenden siebzehn Jahren fanden im ehemaligen Weinkeller Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen und Diskussionen statt. Im Juni neunzehnhundertsiebenundzwanzig ehrten die Mitglieder hier den italienischen Dramatiker Luigi Pirandello, der nach Buenos Aires gekommen war. Den Abend beschloss der Sänger Carlos Gardel: Er sang für den Gast mehrere Tangos. So erhielten die Mitglieder ihre eigene Bühne, und das Café ein Kulturprogramm, für das man unabhängig von Essen und Getränken hierherkam.
Im Jahr neunzehnhundertdreiundvierzig hörte die Vereinigung auf zu bestehen. Der Keller, den ihre Mitglieder mit eigenen Händen umgestaltet hatten, blieb erhalten. Heute heißt er La Bodega, oder Saal Quinquela Martín; dort finden weiterhin Tangovorstellungen und andere Kulturveranstaltungen statt.
Praktisch vor Ort
Täglich 08:00–21:00 laut offizieller Website; Shows, Warteschlangen und Zugang zu den Sälen separat prüfen.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Eine Warteschlange garantiert keinen schnellen Einlass. Entscheiden Sie daher im Voraus, ob Sie einen vollständigen Besuch möchten. Der Keller der ehemaligen La Peña sollte nicht als frei zugänglich gelten: Veranstaltungen und Besuch sind separat zu prüfen.
