Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade des Palacio del Congreso de la Nación Argentina
- Monumento de los Dos Congresos
- Zwei bronzene weibliche Figuren
- Plaza vor dem Palacio del Congreso de la Nación Argentina
Die Geschichte des Ortes
Die Plaza vor dem Palacio del Congreso de la Nación Argentina wird oft Plaza de los Dos Congresos genannt, obwohl ihr offizieller Name Plaza del Congreso lautet. „Zwei Kongresse“ heißt das Monumento de los Dos Congresos an der Avenida Entre Ríos. Der Landschaftsarchitekt Carlos Thays vereinigte hier zum hundertsten Jahrestag der Mai-Revolution, der im Jahr neunzehnhundertzehn begangen wurde, drei benachbarte Grünanlagen. Vier Jahre später stellte man vor dem Palacio del Congreso de la Nación Argentina das Denkmal auf. Die beiden bronzenen Frauen zu beiden Seiten des Sockels stellen Versammlungen dar, die an ganz anderen Orten stattfanden: Die Delegierten der Versammlung des Jahres achtzehnhundertdreizehn bestätigten Wappen und Hymne, schafften Adelstitel und Folter ab; die Abgeordneten des Congreso de Tucumán erklärten im Jahr achtzehnhundertsechzehn die Unabhängigkeit des Landes. Die Plaza selbst wurde nach dem Palacio del Congreso de la Nación Argentina hinter dem Denkmal benannt – hier tagen der Senat und die Abgeordnetenkammer.
Am dreiundzwanzigsten Juli neunzehnhundertfünfunddreißig kam Enzo Bordabehere in den Senatssaal, obwohl er noch kein Senator war. Die Gesetzgebende Versammlung der Provinz Santa Fe hatte ihn bereits für den frei gewordenen Sitz gewählt, doch die Bestätigung seines Mandats wurde bis zum Ende des langwierigen Streits über den Fleischhandel verschoben. Bordabehere wartete auf seinen Sitz in genau dem Raum, in dem er wenige Stunden später erschossen werden sollte.
Den Streit begann Lisandro de la Torre, Senator aus Santa Fe und Anführer der oppositionellen Fortschrittsdemokraten. Er setzte sich für eine parlamentarische Untersuchung des im Jahr neunzehnhundertdreiunddreißig geschlossenen Vertrags mit dem Vereinigten Königreich ein. Großbritannien erklärte sich bereit, weiterhin argentinisches Rindfleisch zu kaufen, doch fünfundachtzig Prozent der Lieferungen sollten über ausländische Kühlhausunternehmen laufen. Für einen Viehhalter bedeutete das Abhängigkeit von wenigen Käufern: Sie entschieden, wie viel sie für einen Bullen zahlten und wessen Partie überhaupt in den Export gelangte.
Die Leiter der Firma Anglo weigerten sich, der Kommission die echten Rechnungen zu zeigen. Daraufhin gingen die Ermittler an Bord des britischen Schiffes Norman Star und fanden Geschäftsbücher in Kisten, die als Fleischladungen gekennzeichnet waren. Auf Grundlage dieser Unterlagen beschuldigte Lisandro de la Torre die Unternehmen der doppelten Buchführung und der Steuerhinterziehung, den Landwirtschaftsminister Luis Duhau und den Finanzminister Federico Pinedo der Begünstigung der Exporteure. Beide Minister erschienen im Senat, um die Vorwürfe zurückzuweisen. Die Sitzungen dauerten fast zwei Wochen.
Am letzten Tag nannte Lisandro de la Torre die Erklärungen der Minister eine Lüge. Er verließ seinen Sitz und ging zu ihrem Tisch. Duhau stieß den siebzigjährigen Senator, und dieser fiel zwischen die Reihen. Bordabehere eilte zu ihm. Hinter Bordabehere stand Ramón Valdez Cora, ein ehemaliger Polizeikommissar mit Verbindungen zur regierenden konservativen Partei. Er zog einen Revolver und schoss; drei Kugeln trafen Bordabehere in Rücken und Brust.
Den Verletzten brachte man in den Erste-Hilfe-Raum und schickte ihn dann ins Hospital Ramos Mejía. Noch am selben Tag starb er, ohne den senatorischen Eid abgelegt zu haben. Valdez Cora versuchte, sich in den Korridoren des Palacio del Congreso de la Nación Argentina zu verstecken, lief in den Raum der Stenografen und wurde dort festgenommen. Er behauptete, allein gehandelt zu haben, um politische Freunde zu schützen. Einen Auftraggeber stellte das Gericht nicht fest; der Schütze wurde zu zwanzig Jahren Haft verurteilt und im Jahr neunzehnhundertdreiundfünfzig wegen guter Führung entlassen. Die Debatten über den Fleischhandel wurden geschlossen, und Lisandro de la Torre legte im Jahr neunzehnhundertsiebenunddreißig sein Senatsmandat nieder.
Der Senatssaal hinter der Fassade ist erhalten und gehört zur Führung durch den Palacio del Congreso de la Nación Argentina. Im Jahr zweitausendfünfundzwanzig verglichen Mitarbeiter des Senats Fotografien und Augenzeugenberichte, um die Bewegungen der Beteiligten genau zu rekonstruieren: wo Lisandro de la Torre fiel, von wo Bordabehere herankam und wohin Valdez Cora nach den Schüssen lief. Bordabehere starb in dem Saal, für dessen offizielle Zulassung er noch wartete; heute zeigt man Besuchern seine letzten Schritte in demselben Raum.
Praktisch vor Ort
Plaza und Fassade sind von außen zugänglich; Führungen durch den Palacio del Congreso de la Nación Argentina sind nach Anmeldung kostenlos, mit Ausweis oder Reisepass, und können sich je nach Parlamentsagenda ändern oder abgesagt werden.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie um die Plaza herum, um das Gebäude frontal und seitlich zu sehen. Eine Führung im Palacio del Congreso de la Nación Argentina müssen Sie separat buchen und die Anforderungen vorher prüfen; bei Sitzungen, Zeremonien oder Protesten kann sich der Zugang ändern.
