Stopp 6 von 6

La Bombonera: die Schachtel, die zum Herzen des Vereins wurde

Estadio Alberto J. Armando / La Bombonera

Das Finale zeigt, wie der Platzmangel die Form des Stadions bestimmte und den Verein in seinem angestammten Viertel verankerte.

15 Min.
Das Stadion La Bombonera mit blau-gelben Tribünen von Boca Juniors.
Dibumartinez23 · CC0 1.0; cropped/resized for app
123456

0 von 6 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Die drei Betonränge
  • Die fast senkrechte Reihe der Logen
  • Die offizielle Inschrift an der Fassade
  • Nachbarhäuser direkt am Stadion

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Neben Hausfassaden und der Eisenbahn steht das Heimstadion eines Fußballvereins aus La Boca. Vor der Stahlbetonschüssel versammelte man sich hier auf Holztribünen, die für fünfundzwanzigtausend Menschen ausgelegt waren. Heute zieht sich auf einer Seite eine fast senkrechte Kette von Logen hin, während auf der gegenüberliegenden Seite drei Betonebenen übereinander über dem Spielfeld ragen. An der Fassade ist der offizielle Name Alberto José Armando erhalten, obwohl man das Stadion in der Stadt häufiger La Bombonera nennt.

Im Jahr neunzehnhundertvierzehn versuchte der Fußballverein Boca Juniors, in den Vorort Wilde südlich von Buenos Aires umzuziehen. Die Entfernung und die schlechten Spiele kosteten ihn etwa eintausendzweihundert Mitglieder: Die Menschen hörten auf, ihre Beiträge zu zahlen. Zwei Jahre später brachten die Vereinsverantwortlichen die Mannschaft nach La Boca zurück. Nach dieser Erfahrung wurde der Ort des künftigen Stadions zu einer Bedingung für das Überleben des Vereins.

Seit neunzehnhundertvierundzwanzig standen auf diesem Grundstück bereits Holztribünen für fünfundzwanzigtausend Zuschauer. Die Zahl der Anhänger wuchs, und zu Beginn der dreißiger Jahre beschlossen die Vereinsmitglieder, das Grundstück zu kaufen. Präsident Camilo Cichero setzte sich für den Bau eines Betonstadions genau hier ein – zwischen Straßen, Eisenbahn und benachbarten Häusern.

Die alten Tribünen abzubauen hätte bedeutet, die Mannschaft für zwei Jahre ihres Heimfelds zu berauben. Die Verantwortlichen von Boca Juniors einigten sich mit einem anderen Verein der Stadt, Ferro Carril Oeste. Statt fünfundzwanzigtausend Pesos übergaben sie Ferro Carril Oeste die nördliche Holztribüne und vierhundertzehn Sitze, bezahlten den Transport und den Aufbau im Stadtteil Caballito. Im Gegenzug erhielt Boca Juniors das Recht, dort Heimspiele auszutragen, und verpflichtete den Verteidiger Arcadio López.

Auf dem geräumten Grundstück arbeiteten der Architekt Viktor Sulčič, der Ingenieur José Luis Delpini und der Vermessungsingenieur Raúl Bes. Sulčič kam aus Europa, doch argentinische Stellen erkannten sein italienisches Architekturdiplom nie an. Deshalb unterzeichnete Delpini die Baupläne und berechnete außerdem die Stahlbetonkonstruktionen.

Für eine gewöhnliche ovale Schüssel gab es hier keinen Platz auf dem Grundstück. Die Planer setzten drei steile Ränge übereinander, wobei die oberen Reihen über die unteren nach vorn ragten. Über der Straße und den Bahngleisen reichten die Tribünen über die Grenzen des Spielfelds hinaus. Für eine vierte vollwertige Seite reichte der Platz trotzdem nicht: Dort brachte man eine schmale Reihe von Logen unter. Die ersten beiden Ränge waren zur Eröffnung fertig, der dritte kam im Jahr neunzehnhundertdreiundfünfzig hinzu.

Die Herkunft des Spitznamens ist nicht dokumentarisch belegt. Nach der Erzählung des Ingenieurs José Antonic, eines Freundes von Sulčič, erhielt der Architekt zu seinem Geburtstag eine Schachtel Pralinen. Sie erinnerte ihn an das Modell eines engen Stadions mit einer fast geraden Seite. Sulčič brachte die Schachtel zu Arbeitsbesprechungen mit und nannte das Projekt La Bombonera – die Pralinenschachtel. Zunächst wiederholten seine Kollegen und die Bauarbeiter diesen Namen, dann die Vereinsverantwortlichen. Schon bei der Eröffnung sprachen die Redner vom Stadion als La Bombonera.

Am fünfundzwanzigsten Mai neunzehnhundertvierzig bestritt Boca Juniors hier sein erstes Spiel, ein Freundschaftsspiel gegen San Lorenzo. Arcadio López betrat das Spielfeld, für das sein Verein mit der alten Tribüne bezahlt hatte. Boca Juniors gewann mit zwei zu null. Danach gewann die Mannschaft hier alle dreizehn offiziellen Heimspiele der Saison und wurde Meister. López bestritt zweiundsechzig offizielle Spiele für Boca Juniors, gewann noch einen Pokal und spielte zuletzt für den Verein gegen Ferro Carril Oeste – eben jenen Klub, der die Holztribünen erhalten hatte.

Zwei alte Balken aus Lapacho kehrten im Jahr zweitausendsiebzehn nach Brandsen 805 zurück. Auf ihnen war noch die grüne Farbe des Stadions von Ferro Carril Oeste erhalten.

Die offizielle Inschrift an der heutigen Fassade lautet: Estadio Alberto José Armando. Seit neunzehnhundertsechsundachtzig trug es den Namen Estadio Dr. Camilo Cichero, der den Bau organisiert hatte. Im Jahr zweitausend ersetzte der Verein ihn durch den Namen von Alberto José Armando, dem Präsidenten, der Boca Juniors mehr als zwanzig Jahre lang führte, als die Mannschaft ihre ersten Copa Libertadores und den Weltpokal gewann.

Von der Del Valle Iberlucea aus zieht sich weiterhin die fast senkrechte Reihe der Logen hin, und gegenüber ragen drei Betonränge übereinander auf. Direkt hinter den Logen beginnen die Straße und die Fassaden der Nachbarhäuser – die Grundstücksgrenze, in die Sulčič seine Pralinenschachtel einpasste.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittvon außen

Museo de la Pasión Boquense: täglich 10:00-18:00, Kasse bis 17:30; die Öffnungszeiten können sich wegen Trainings und Spielen ändern.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Von außen lassen sich Form und Lage des Stadions im Viertel gut erkennen. Museum, Führung, Spiel und Zugang zu den Tribünen müssen Sie getrennt planen; ein freier Zugang zum Inneren ist nicht vorgesehen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Beenden Sie den Spaziergang bei der engen Betonschachtel, wegen der der Verein in La Boca blieb.

Stopp 6 von 6Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„La Boca: Hafen, Künstler und Fußball“ — 6 Stopps, etwa 1,3 km, 1,5-2 Stunden.

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt