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Turm der Maria-Magdalena-Kirche

Mária Magdolna Torony

Um den erhaltenen Turm mit dem kirchlichen Verfahren zu verbinden, nach dem der Verschwörer dem weltlichen Gericht übergeben wurde.

20 Min.
Ein einsamer Backsteinturm der Maria-Magdalena-Kirche über dem Platz.
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Worauf achten

  • Mittelalterlicher Turm
  • Freigelegte gotische Fenster
  • Tür am Fuß des Turms
  • Steinlinien der verschwundenen Schiffe

Die Geschichte des Ortes

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Der mittelalterliche Turm ist hier allein geblieben, während die Kirche, an die er anschloss, längst verschwunden ist. Die ungarischen Einwohner Budas richteten an diesem Ort bereits im dreizehnten Jahrhundert eine eigene Pfarrei ein und weihten sie Maria Magdalena; vor dem Westportal errichtete man den Turm Ende des fünfzehnten Jahrhunderts. Die freigelegten gotischen Fenster machen sein altes Mauerwerk sichtbar, und der Durchgang unten führte die Menschen einst in die Kirche. Niedrige steinerne Umrisse daneben zeichnen die Konturen der Schiffe nach, die heute nur noch auf dem Boden bestehen.

Am achtzehnten Mai siebzehnhundertfünfundneunzig führte man Ignaz Martinovics aus dem benachbarten ehemaligen Franziskanerkloster und unter Bewachung in die Kirche. Der ehemalige Mönch, Wissenschaftler und Leiter einer aufgedeckten Verschwörung strebte den Sturz von König Franz I. an. Das Gericht hatte ihn bereits zum Tode verurteilt, doch zunächst musste dem Verurteilten der geistliche Stand aberkannt werden: Weltliche Richter konnten einen katholischen Priester nicht als gewöhnlichen Verbrecher hinrichten.

Martinovics verdiente seinen Lebensunterhalt mit dem Unterricht in Naturwissenschaften und später mit geheimen Berichten für den kaiserlichen Hof. Unter Leopold II. brachten ihm diese Berichte Geld und die Hoffnung auf ein hohes Amt. Nach Leopolds Tod löste der neue König die frühere Geheimpolizei auf; Martinovics verlor einen erheblichen Teil seines Einkommens und bald auch seine Stellung am Hof. Noch versuchte er, sich mit neuen Berichten eine Ernennung zu verdienen, erhielt den ersehnten Posten jedoch nicht.

Im Frühjahr siebzehnhundertvierundneunzig gründete Martinovics zwei geheime Organisationen. Den gemäßigten Teilnehmern bot er die Unabhängigkeit Ungarns und Reformen an, den Radikalen eine Republik und die Abschaffung der ständischen Privilegien. Beide Organisationen wollte er selbst leiten. Die Verschwörung wurde einige Monate später aufgedeckt.

Bei den Verhören beschloss Martinovics, sich mit seinem vertrauten Mittel zu retten – mit Informationen. Er nannte die Teilnehmer, übertrieb die Größe der Bewegung erheblich und bot dem König sogar seine Dienste an. Seine Aussagen führten zu etwa fünfzig Verhaftungen. Die Leiter der geheimen Gesellschaften hielt man im Gebäude des ehemaligen Klosters neben der Kirche fest und stellte sie dort vor Gericht. Martinovics selbst rettete sein Geständnis nicht das Leben.

Am Morgen des achtzehnten Mai teilte man ihm mit, dass sein Gnadengesuch abgelehnt worden war. In der Kirche legte man dem Verurteilten liturgische Gewänder an und nahm sie ihm dann zusammen mit den Zeichen seiner Priesterwürde nacheinander wieder ab. Der Bischof erklärte Martinovics für seines geistlichen Standes enthoben und übergab ihn den anwesenden weltlichen Richtern. Nach der Zeremonie führte die Bewachung ihn zurück in die Haft.

Zwei Tage später, noch vor Tagesanbruch, legte man Martinovics und vier weiteren Leitern der Verschwörung Ketten an, setzte sie auf Wagen und brachte sie durch das Wiener Tor auf ein Feld unterhalb der Festung. Dort stellte man Martinovics abseits auf, damit er die Hinrichtung seiner vier Gefährten mitansah. Er wurde als Letzter enthauptet. Die Menschen, die er in der Hoffnung genannt hatte, in den Dienst des Königs zurückkehren zu können, starben vor seinen Augen.

Die Verbindung dieser Hinrichtung mit der Kirche war besonders unmittelbar. Drei Jahre zuvor hatte man hier Franz I. selbst zum ungarischen König gekrönt. Die Franziskaner waren zu diesem Zeitpunkt bereits auf Anordnung Josephs II. vertrieben worden, die Ausstattung war abtransportiert, und für gewöhnliche Gemeindemitglieder blieb das Gebäude geschlossen. In der leer stehenden Kirche krönte man zunächst den König und enthob dann einen Mann des geistlichen Standes, der wegen des Versuchs verurteilt worden war, ihn zu stürzen.

Ihr Name war viel älter als diese Ereignisse. Maria Magdalena ist eine Jüngerin Jesu, die dem Johannesevangelium zufolge als Erste dem auferstandenen Christus begegnete. Im dreizehnten Jahrhundert richteten die ungarischen Einwohner Budas hier eine eigene Pfarrei ein und weihten die Kirche ihr; warum sie gerade diese Heilige wählten, teilen die Dokumente nicht mit. Den steinernen Turm vor dem Westeingang errichteten die Bürger am Ende des fünfzehnten Jahrhunderts.

Während der Belagerung im Jahr neunzehnhundertfünfundvierzig stürzten die Kirchengewölbe ein, doch die Architekten hielten eine Wiederherstellung für möglich. Kálmán Lux legte einen Entwurf vor, dessen Kostenvoranschlag genehmigt wurde; die Reparaturarbeiten begannen. Dann löste man das Militärbistum auf, die Wiederherstellung wurde gestoppt, und im Jahr neunzehnhundertfünfzig ordnete die Führung des Landes den Abbruch der Kirche an. Lux’ Entwurf blieb auf dem Papier. Der Architekt und Restaurator József Csemegi konnte den mittelalterlichen Turm retten: Er legte die zugemauerten gotischen Fenster frei und konservierte das Mauerwerk.

Die unteren Räume des Turms werden heute für Ausstellungen genutzt, ganz oben ist eine Aussichtsplattform eingerichtet. Hinter ihr markieren niedrige Steinlinien die Mauern der verschwundenen Schiffe. Die Tür am Fuß des Turms war einst der Haupteingang der Kirche; der Raum, in dem man Martinovics die Priestergewänder abnahm, beginnt jetzt hinter ihr unter freiem Himmel.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktDreifaltigkeitsplatz
Eintrittvon außen

Die Besichtigung von Platz und Turm von außen ist als frei zugänglicher Raum möglich; einen Aufstieg ins Innere nicht ohne tagesaktuelle Prüfung als garantiert vermerken, weil der frühere Betreiber im Januar 2025 die Beendigung des Vertrags mitgeteilt hat.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betrachten Sie die Außenbesichtigung als die Hauptversion der Station. Falls der Turm für den Aufstieg geöffnet ist, erkundigen Sie sich vor Ort nach den Besuchsbedingungen; die Erzählung hängt nicht vom Zugang nach oben ab.

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Wie weiter?

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Burgviertel von Buda: Palast, Plätze und Bastion“ — 8 Stopps, etwa 3 km, 3–4 Stunden.

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