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Heldenplatz (Hősök tere)

Hősök tere

Hier gaben Familien und ehemalige politische Gefangene den Hingerichteten ihre wirklichen Namen zurück.

15 Min.
Monumentaler Heldenplatz mit Kolonnade und zentraler Säule in Budapest.
Petr Šmerkl / User:Sveter · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Zentrale Säule
  • Bronzefiguren der Herrscher
  • Steinplatte vor der Säule
  • Kunsthalle Budapest (Műcsarnok)

Die Geschichte des Ortes

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Die zentrale Säule und der Halbkreis bronzener Herrscher fassen das weite steinerne Feld vor der Kunsthalle Budapest (Műcsarnok) ein. Die Figuren um die Säule erinnern an die magyarischen Stämme, die ins Karpatenbecken kamen. Der heutige Name des Platzes ist mit dem symbolischen Grab der Soldaten verbunden, obwohl sich unter dem Stein niemals sterbliche Überreste befanden. Die Rasenflächen vor der Kolonnade entfernte man und pflasterte den gesamten Raum, damit er stadtweite Zeremonien aufnehmen konnte.

Am sechzehnten Juni neunzehnhundertneunundachtzig standen an den Stufen der Kunsthalle Budapest (Műcsarnok) sechs Särge. In fünf lagen die sterblichen Überreste von Imre Nagy und vier seiner Mitstreiter. Der sechste blieb leer – für die nach der Ungarischen Revolution von neunzehnhundertsechsundfünfzig Hingerichteten, deren Leichen nicht gefunden und identifiziert werden konnten. Die Ehrenwache stellten Angehörige der Getöteten und ehemalige politische Gefangene. Etwa eine Viertelmillion Menschen füllte den Platz.

Imre Nagy war während der Revolution Regierungschef Ungarns und setzte sich für die Neutralität des Landes ein. Als sich die Lage änderte, erklärte er Ungarns Austritt aus dem Warschauer Pakt und bat um internationalen Schutz. Der Aufstand wurde niedergeschlagen. Nagy wurde verhaftet, heimlich vor Gericht gestellt und am sechzehnten Juni neunzehnhundertachtundfünfzig hingerichtet.

Seine Angehörigen erfuhren durch eine Zeitung von der Hinrichtung, doch man zeigte ihnen das Grab nicht. Der Leichnam wurde zunächst im Hof des Gefängnisses verscharrt und zweiundeinhalb Jahre später nachts auf den abgelegenen dreihundertersten Abschnitt des Friedhofs Rákoskeresztúr gebracht. Nagy wurde mit dem Gesicht nach unten begraben und im Friedhofsbuch unter einem fremden Namen eingetragen.

Dreißig Jahre später gründeten ehemalige Häftlinge und Familien der Hingerichteten das Komitee für historische Gerechtigkeit. Sie forderten, die sterblichen Überreste zu finden, die Getöteten unter ihren wirklichen Namen zu begraben und die gegen sie verhängten Urteile aufzuheben. Im Frühjahr neunzehnhundertneunundachtzig erlaubte die Staatsführung die Exhumierung und eine öffentliche Beisetzung. Die Organisatoren wählten den Heldenplatz (Hősök tere): Der Platz diente bereits als wichtigster Ort staatlicher Zeremonien, und der niedrige Stein vor der zentralen Säule war den gefallenen Helden gewidmet. Der Raum bot Platz für eine riesige Menschenmenge – schon neunzehnhundertachtunddreißig hatte man hier die Rasenflächen entfernt und den gesamten Platz für Massenfeiern gepflastert.

Nach der Zeremonie brachte man die fünf Särge zurück auf den dreihundertersten Abschnitt und ließ sie in Gräber mit Namen hinab. Zwanzig Tage später erklärte das Oberste Gericht das Urteil von neunzehnhundertachtundfünfzig für rechtswidrig und hob es auf.

Die bronzenen Herrscher in der halbkreisförmigen Kolonnade gehören zum Millenniumsdenkmal der Ankunft der magyarischen Stämme im Karpatenbecken. Der Name des Platzes entstand aus einem anderen Grund. Neunzehnhundertneunundzwanzig errichtete man vor der Säule ein symbolisches Grab für ungarische Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren. Unter dem Stein lagen keine sterblichen Überreste. Drei Jahre später nannte die Stadt den Raum davor Heldenplatz (Hősök tere). Der im Krieg beschädigte Stein wurde später entfernt; die heutige Platte legte man im Frühjahr neunzehnhundertsechsundfünfzig und widmete sie allen, die ihr Leben für die Freiheit des Volkes und die Unabhängigkeit des Landes gegeben hatten.

Die fünf Särge standen hier einen Tag lang und wurden zum Friedhof gebracht. Der sechste war leer. Auch der Gedenkstein, der dem Platz seinen Namen gab, bleibt leer: Unter ihm ist niemand begraben.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktBurg Vajdahunyad
Eintrittvon außen

Offener Stadtplatz am Eingang zum Városliget; Zeremonien, Kundgebungen und Festivals können Verkehrswege und Blickpunkte verändern.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Platz ist offen und fast ohne Schatten; halten Sie sich von der Fahrbahn fern und planen Sie Zeit ein, das Denkmal vollständig zu umrunden.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie an der Kolonnade vorbei und betreten Sie den Park in Richtung der Türme hinter dem See.

Stopp 6 von 8Weiter: Burg Vajdahunyad

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Andrássy út (früher Sugár út) und Stadtwäldchen (Városliget)“ — 8 Stopps, etwa 4,6 km, 3–4 Stunden.

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