Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Gotische Türme
- Romanisches Portal
- Renaissance-Barock-Bau
- Denkmal für Ignác Alpár
Die Geschichte des Ortes
Die Besucher übertrugen den Namen des gotischen Teils auf den gesamten Inselkomplex im Stadtwäldchen. Die Türme dieses Teils bilden Fragmente der siebenbürgischen Burg der Familie Hunyadi nach; daneben stehen ein romanisches Portal und Bauten mit Renaissance- und Barockmotiven. In diesen Bauten ist weiterhin das Ungarische Landwirtschaftsmuseum untergebracht. Für Landwirte, Gärtner und Winzer diente es als Ort, an dem sie sich mit Arbeitsgeräten, Pflanzen und ihren Anbaumethoden beschäftigten.
Im Jahr achtzehnhundertdreiundneunzig schrieb das Handelsministerium einen Wettbewerb für die Historische Hauptgruppe aus – einen Pavillonkomplex, der auf der Millenniumsausstellung tausend Jahre ungarischer Architektur zeigen sollte. Den ersten Preis erhielt niemand. Vier Architekten wurden aufgefordert, ihre Entwürfe zu überarbeiten und erneut um den Auftrag zu konkurrieren.
Einer von ihnen war Ignác Alpár. Er verdiente sein Geld mit Architekturwettbewerben und privaten Aufträgen, und diese Arbeit konnte ihm im ganzen Land Bekanntheit verschaffen. In seinem ersten Entwurf stützte sich Alpár auf byzantinische und orientalische Formen. Für die zweite Runde änderte man die Bedingungen: Die Jury verlangte, erkennbare Teile von Gebäuden aus dem Gebiet des historischen Ungarn zu verwenden. Der Architekt reiste, um Baudenkmäler in Siebenbürgen und im Norden des Landes zu studieren, und setzte dann ihre Fragmente auf einer Insel im Stadtwäldchen zusammen.
Alpár überschritt den festgelegten Kostenrahmen, und die Jury hätte den Auftrag einem Konkurrenten geben können. Dennoch wählte sie ihn aus: Es gelang ihm, das große Ausstellungsgebäude um bestehende Baumgruppen herum anzuordnen und unterschiedliche Vorbilder zu einem Rundgang zu verbinden. Der Sieg brachte ihm tatsächlich landesweite Bekanntheit; nach der Millenniumsausstellung erhielt Alpár Aufträge für große Banken und öffentliche Gebäude.
Der Komplex wurde am ersten Mai achtzehnhundertsechsundneunzig eröffnet. Hier verbanden sich romanische, gotische, Renaissance- und barocke Teile: das Portal der Kirche von Ják, der Turm der Katharinenbastei in Kronstadt, der Balkon des Rathauses von Bartfeld, Motive des Schlosses von Gödöllő. Am auffälligsten war die gotische Gruppe, die Teile der Burg der Familie Hunyadi in der siebenbürgischen Stadt Hunedoara nachbildete. Die Öffentlichkeit verwendete die offizielle Bezeichnung kaum. Die Besucher nannten den gesamten Komplex nach diesem gotischen Teil Burg Vajdahunyad.
Die Pavillons waren für eine Ausstellungssaison gebaut worden, überwiegend auf einem Holzgerüst. Schon nach wenigen Jahren wurden die Konstruktionen gefährlich. Im Juli achtzehnhundertneunundneunzig schloss man sie, und bis November war die erste Version der Burg abgebaut.
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich im Inneren bereits ein dauerhafter Bewohner eingerichtet. Der Landwirtschaftsminister Ignác Darányi setzte sich für die Gründung eines Museums ein, in dem Landwirte, Gärtner und Winzer Geräte, Pflanzensorten und Produktionsweisen studieren konnten, von denen ihr Einkommen abhing. Noch während der Ausstellung ordnete er an, dem künftigen Museum Exponate zu übergeben, und bat landwirtschaftliche Einrichtungen und private Eigentümer, die Sammlung zu ergänzen. Bis zum Jahresende umfasste sie mehr als zwölftausend Gegenstände.
Mitglieder der Ungarischen Wirtschaftsgesellschaft überzeugten die Stadt, das Museum im beliebten historischen Komplex unterzubringen. Es eröffnete hier im September achtzehnhundertsiebenundneunzig und empfing in zweieinhalb Jahren fast einhundertsiebzigtausend Menschen. Als die Holzbauten geschlossen werden mussten, brachten die Mitarbeiter die Sammlung in ein anderes Gebäude. Eine Gruppe von Künstlern forderte die Rückkehr des verschwundenen Komplexes; ihnen schlossen sich Museumsexperten und Darányi an.
Im Jahr neunzehnhundertzwei erhielt Alpár erneut den Auftrag für den Entwurf. Nun sollte er die vertrauten Fassaden in Stein und Ziegeln nachbilden und die Gebäude für Ausstellungssäle, Magazine und eine Bibliothek anpassen. Das Museum kehrte im Jahr neunzehnhundertsieben hierher zurück.
Die Steintürme und der Innenhof gehören bereits zur zweiten Version des Komplexes. Im gotischen sowie im Renaissance-Barock-Bau ist weiterhin das Ungarische Landwirtschaftsmuseum untergebracht, daneben steht ein Denkmal für Ignác Alpár. Über dem ganzen Gebäude blieb der Name, den die Besucher seinem kurzlebigen hölzernen Vorgänger gegeben hatten.
Praktisch vor Ort
Der Hof lässt sich als offene Parkstation erkunden; das Museum in der Burg ist gewöhnlich Di–So 10:00–17:00 geöffnet, montags geschlossen.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Hof und die äußeren Details bieten genügend Material für die Station; die Museumsräume werden gesondert besichtigt.
