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Ungarische Staatsoper (ehemals Königlich-Ungarische Oper)

Magyar Állami Operaház

Hier erreichte ein junger Direktor, dass die neue Bühne in Sprache und Ensemble ungarisch wurde.

15 Min.
Fassade der Ungarischen Staatsoper (ehemals Königlich-Ungarische Oper) am Andrássy út (früher Sugár út) in Budapest.
Jeremy Oakley · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Fassade des Theaters
  • Bühneneingang
  • Bronzebüste Mahlers
  • Haus gegenüber dem Bühneneingang

Die Geschichte des Ortes

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Die Fassade am Andrássy út (früher Sugár út) verbirgt ein eigenständiges Opernhaus, das entstand, nachdem das frühere Nationaltheater Drama und Oper nicht mehr aufnehmen konnte. Im Inneren arbeiten dauerhaft Solisten, Chor, Orchester und Ballett; im Lauf der Spielzeit kommen sie hier zu Dutzenden Aufführungen zusammen. Doch das Dienstleben reicht über die Mauern hinaus: Im achten Stock des Hauses gegenüber dem Eingang für die Künstler probt der Chor in einem eigenen Saal.

Hinter dieser Fassade arbeitet ein dauerhaftes Theater: Eigene Solisten, Chor, Orchester und Ballett bringen in jeder Spielzeit Dutzende Aufführungen auf die Bühne. Ein eigenes Haus brauchten sie, weil das frühere Nationaltheater Drama und Oper nicht mehr gleichzeitig bewältigte. Im Jahr tausendachthundertvierundachtzig wurde am Sugár út – so hieß der Andrássy út (früher Sugár út) damals – die Ungarische Staatsoper (ehemals Königlich-Ungarische Oper) eröffnet.

Vier Jahre später befand sich das prächtige Gebäude in weitaus besserem Zustand als sein Ensemble. Der bisherige Intendant wurde abgesetzt, und zur Rettung des jungen Theaters holte man den achtundzwanzigjährigen Gustav Mahler, einen Dirigenten aus Böhmen, der fast kein Ungarisch sprach. Seine Berufung hielt man bis zuletzt geheim. Mahler erhielt ein für die damalige Zeit enormes Gehalt von zehntausend Florin im Jahr und einen Vertrag für zehn Jahre.

Das war seine Arbeit, kein Ehrenamt. Mahlers Kompositionen brachten fast nichts ein; seinen Lebensunterhalt verdiente er als Dirigent. Während seiner zweiten Spielzeit in Budapest starben seine Eltern, und Mahler blieb als Familienoberhaupt mit vier jüngeren Geschwistern zurück, für die er sorgen musste. Er hätte etwas zu verlieren gehabt, wenn er das garantierte Gehalt für zehn Jahre aufgegeben hätte.

Das Theater hieß ungarisch, doch auf derselben Bühne konnte man in verschiedenen Sprachen singen, und die Hauptpartien wurden oft auswärtigen Künstlern übertragen. Die Anhänger einer nationalen Oper forderten ein eigenes Repertoire und ein eigenes Ensemble. Der deutschsprachige Mahler verstand, dass man ihn genau daran messen würde. Er erklärte, er werde das Theater in Sprache und Ensemble ungarisch machen und selbst erstmals ans Pult treten, wenn die örtlichen Künstler zwei Opern Wagners – Das Rheingold und Die Walküre – auf Ungarisch vorbereitet hätten.

Beide Teile von Der Ring des Nibelungen wurden Ende Januar tausendachthundertneunundachtzig an zwei Abenden hintereinander gegeben. Das Ensemble hatte sie zuvor nicht aufgeführt. Mahler dirigierte selbst und leitete die Inszenierung; die Sänger mussten für eine der schwierigsten Partituren ihrer Zeit den ungarischen Text einstudieren. Der Erfolg war so groß, dass selbst feindselige Zeitungen anerkannten: Das Theater hatte es aus eigener Kraft geschafft. Diese Aufführungen festigten Mahlers Stellung als Direktor und führten Wagner in das ungarische Repertoire ein.

Im Dezember des folgenden Jahres wurde hier Mahlers Don Giovanni gespielt. Fast die gesamte Besetzung sang auf Ungarisch; nur dem eingeladenen deutschen Star Lilli Lehmann erlaubte man, die Partie der Donna Anna auf Italienisch zu singen. Im Saal saß Johannes Brahms, eine der wichtigsten musikalischen Autoritäten Europas. Seine Freunde hatten ihn lange überreden müssen zu kommen: Brahms versicherte, er lese die Partitur lieber zu Hause und trinke kaltes Bier, denn einen guten Don Giovanni werde er ohnehin nicht hören. Nach dem ersten Akt lief er auf die Bühne und umarmte Mahler. Später half Brahms’ Unterstützung dem ehemaligen Budapester Direktor, den Spitzenposten an der Wiener Hofoper zu erhalten.

Zu diesem Zeitpunkt führte Mahler bereits geheime Verhandlungen mit einem Theater in Hamburg. Anfang tausendachthunderteinundneunzig setzte man ihm einen neuen Intendanten vor – einen Leiter, der den Direktor kontrollierte. Der Komponist und Pianist Graf Géza Zichy wollte die künstlerische Linie der Oper selbst bestimmen und kürzte Mahlers Befugnisse sofort.

Mahler blieben siebeneinhalb Jahre seines kostspieligen Vertrags, und der Vertrag mit Hamburg lag bereits in seiner Tasche. Er willigte ein zu gehen, unter der Bedingung, dass man ihm fünfundzwanzigtausend Florin zahlte – zweieinhalb Jahresgehälter. Zichy zahlte. Zwei Tage nach der Bekanntgabe des Rücktritts gab man hier Lohengrin. Mahler dirigierte nicht, doch die Zuschauer unterbrachen den ersten Akt und riefen seinen Namen; Detektive stellten die Ordnung auf der Galerie wieder her. Ende März begann er seine Arbeit in Hamburg.

An der Fassade steht Mahlers Name nicht. Seine Bronzebüste steht im Inneren neben der Tür des Bertalan-Székely-Saals. Und im achten Stock des Hauses gegenüber dem Bühneneingang probt der Chor der Ungarischen Staatsoper (ehemals Königlich-Ungarische Oper) im Mahler-Saal.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktFranz-Liszt-Platz
Eintrittvon außen

Das Äußere ist als Ort in der Stadt zugänglich; die offizielle OperaTour und die Aufführungen finden nach einem gesonderten Spielplan statt, den Sie am Tag Ihres Besuchs am besten prüfen.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Sie können den Bericht vom Andrássy út (früher Sugár út) aus hören; die Besichtigung des Zuschauerraums und anderer Innenräume planen Sie gesondert.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie die Oper hinter sich und gehen Sie zum Platz vor der Franz-Liszt-Musikakademie (ehemals Königlich-Ungarische Musikakademie).

Stopp 1 von 8Weiter: Franz-Liszt-Platz

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Andrássy út (früher Sugár út) und Stadtwäldchen (Városliget)“ — 8 Stopps, etwa 4,6 km, 3–4 Stunden.

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